Serie "Wir sind systemrelevant"

Deshalb muss es bei der Firma Klotter oft schnell gehen

Autor: 
Brigitte Gass
Lesezeit 4 Minuten
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27. Mai 2020

Trafostationen aus dem Hause Klotter Elektrotechnik und das Know-how von Geschäftsführer Werner Klotter (links), seinem Sohn Fabian und ihren 80 Mitarbeitern sorgen für eine störungsfreie Stromversorgung, was besonders in der Corona-Krise von großer Bedeutung ist. ©Christoph Breithaupt

Die Firma Klotter Elektrotechnik aus Rheinau-Freistett sichert die Stromversorgung von Anlagen. Die Mittelbadische Presse stellt das Unternehmen im Rahmen der Serie „Wir sind systemrelevant“ vor. 

Im Fleischschlager eines Großhandels für Lebensmittel fällt der Strom aus und der Countdown beginnt. Spätestens in vier Stunden muss die Kühlung wieder laufen. Wenn nicht, ist Fleisch im Wert von fünf Millionen Euro verloren. Ein typischer Fall für Werner Klotter und sein Team. Die Elektrotechnik-Spezialisten aus Rheinau-Freistett rücken aus und haben die Stromversorgung für das Fleischlager schon nach drei Stunden wieder im Griff. „Das geht nur, wenn systemrelevante Ersatzteile vorrätig und die Monteure enorm erfahren sind“, sagt Werner Klotter, Gründer und Geschäftsführer des Elektrotechnikunternehmens aus Rheinau-Freistett, das er gemeinsam mit seiner Frau Roswitha leitet.

Großes Ersatzteillager

Werner Klotter leistet sich ein enormes Lager an Ersatzteilen und hat gleich mehrere Ersatz-Trafostationen auf Vorrat. Dazu Servicetechniker in „Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft“. Ob Betonwerk, Krankenhaus, Universität, IT-Dienstleister oder Forschungslabore, sie alle setzen auf das Know-how, die Schnelligkeit und Flexibilität des 1997 von Werner Klotter gegründeten Unternehmens.

Transformatoren und Schaltschränke sind traditionell das Kerngeschäft von Klotter Elektrotechnik und immer, wenn es um sichere und schnelle oder auch besonders knifflige Stromversorgung von Unternehmen und systemrelevanten Einrichtungen in der Region geht, ist Klotter vorne mit dabei. Das Unternehmen beschäftigt 80 Mitarbeiter, der Nachwuchs stammt weitgehend aus den eigenen Reihen. „Wir haben aktuell acht Auszubildende und suchen natürlich weitere, denn wir sind darauf angewiesen, unseren Nachwuchs selbst zu ziehen. Unser Know-how ist so speziell, das dauert teils Jahre, bis die Mitarbeiter die Spezialkenntnisse drauf haben“, erklärt Werner Klotter, der inzwischen mit Sohn Fabian, Tochter Amelie und Eric Albrecht schon die nächste Generation „am Start“ hat.

Delle kommt zeitversetzt

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Mit den Corona-Folgen geht Werner Klotter, der sich selbst als krisenerprobt beschreibt, relativ gelassen um. Jedenfalls jetzt, Ende April, als seine 20 elsässischen Mitarbeiter wieder auf Posten sind und mithelfen, die noch vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. „Wir sind noch etwa vier Wochen voll ausgelastet, dann wird es eng. Doch wir stehen gut da und kommen sicher zurecht“, beschreibt Werner Klotter die Situation. Er hat in seinem nun über 20-jährigen Unternehmerleben schon so manche kritische und aufregende Situation meistern müssen. Jetzt erwarten ihn, so vermutet er, magere Monate, die Krise werde ihn zeitversetzt erwischen. Zahlreiche Betriebe stellen Investitionen zurück, zwei laufende Aufträge wurden gestoppt, so Klotter. „Und viele Baustellen können wir nicht bedienen, da die Hotels geschlossen haben und unsere Monteure nicht übernachten können“, fügt er hinzu.

„Eigentlich sind wir ein Ingenieurbüro“, meint Fabian Klotter beim Rundgang durch die Büros. Dort sitzen im Moment nur noch die Teamleiter, die anderen Mitarbeiter arbeiten im Home-Office an anspruchsvollen Projekten. Klotter ist neben dem Trafo- und Schaltschrankbereich auch als Automatisierungsspezialist sehr gefragt. Ob Großprojekte wie der Bau des ersten Prüfstands zur Revision der ICE-Neigetechnik-Züge oder ein Prototyp für eine Meerwasserentsalzungsanlage in Kuwait, viele Auftraggeber schätzen die Kompetenz der Ingenieure und Techniker aus Freistett, wie Fabian Klotter berichtet. 

Breit aufgestellt

„Mit der Gebäudetechnik haben wir noch einen weiteren Geschäftsbereich und sind damit sehr breit aufgestellt“, erklärt Fabian Klotter weiter. Ein Schwerpunkt ist der Einbau von LED-Beleuchtungen in Unternehmen oder auch Sporthallen.

Alle drei Geschäftsbereiche benötigen einen flexiblen Service, der Probleme auch unter größtem Zeitdruck lösen kann. Und falls doch stromtechnisch mal gar nichts mehr geht, dann können die Servicetechniker auf eine mobile Überbrückungseinheit zurückgreifen. „Das ist, einfach gesagt, eine Alternative zum Stromaggregat, nur eben viel leistungsfähiger. Davon gibt es deutschlandweit nur drei und eine davon haben wir hier in unserem Unternehmen“, erklären Werner und Fabian Klotter. Besonders stolz sind die beiden darauf, dass die „MÜBE“ eine gemeinsame Entwicklung ihres Unternehmens und dem Karlsruher Institut für Technologie ist. 

Und Stolz ist generell angebracht, denn die Klotters haben mit ihrem Unternehmen schon jede Menge Auszeichnungen eingeheimst. Ob Nominierung für den Großen Preis des Mittelstands, „Handwerksunternehmer des Jahres“, „Bester Arbeitgeber des Jahres im deutschen Mittelstand“ oder „Deutscher Meister der Existenzgründer im Handwerk“, im Eingangsbereich des Unternehmens hängt gleich eine ganz Latte an Urkunden.

Info

Klotter Elektrotechnik GmbH

  • Branche: Elektrotechnik, Energie- und Automatisierungstechnik 
  • Geschäftsführer: Ros­witha Wiegert-Klotter, Werner Klotter
  • Beschäftigte: 80
  • Auszubildende: 8
  • Gründungsjahr: 1997
  • Standort: Rheinau-Freistett

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