Digitale BIM hat bei Premiere mit der Technik zu kämpfen

Die Berufsinformationsmesse steht nur Avataren offen - prev

Autor: 
Amelie Baum und Bettina Kühne
Lesezeit 4 Minuten
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17. Mai 2021
Der Auftakt der 20. Berufsinformationsmesse in Offenburg war am Freitag eher nüchtern. Einige Besucher hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. 

Der Auftakt der 20. Berufsinformationsmesse in Offenburg war am Freitag eher nüchtern. Einige Besucher hatten mit technischen Problemen zu kämpfen.  ©Messe Offenburg

Bei der 20. Auflage wurde die Berufsinfomesse BIM neu erfunden: Am Freitag startete die Veranstaltung im virtuellen Raum. Dort können die Besucher mit einem Avatar auf der Internetseite der BIM Berufe und Karrierechancen erkunden. Wer die im Netz nachgebaute Messehalle betritt, trifft gleich andere virtuelle Figuren. Firmen bereiten auf der Suche nach Talenten den Neuankömmlingen mit Maskottchen, Gewinnspielen und anderen Ideen einen freundlichen Empfang.

Doch bei der Premiere war für manchen Gast die Technik ein Hemmnis. „Ich finde, dass das Format der virtuellen BIM eine gute Idee ist, doch wie ich von vielen Besuchern erfahren habe, ruckelt das Bild stark, und mit den Video-Gesprächen klappt es auch nicht so gut“, sagte eine Teilnehmerin. Die junge Frau hatte die Testwoche genutzt, um sich mit der Technik auseinanderzusetzen: „Da hatte alles noch reibungslos funktioniert.“

Mal fehlen Ton oder Bild

Ein zusätzliches Problem seien die immer wieder auftretenden technischen Probleme während der Kommunikation im Videocall mit den Messebesuchern: „Mal kein Ton, mal kein Bild. So sieht es gerade aus“, sagt Tobias Lander von der Badischen Malerfachschule (Bamala).

Alexander Fritz, Projektleiter bei der Messe Offenburg-Ortenau, hat diesbezüglich keine negativen Rückmeldungen bekommen. „Ich versuche natürlich, jedem so gut es geht weiterzuhelfen“, versichert er. Fritz hält sozusagen in der Baden-Arena Wache und spricht die Neuankömmlinge auch an.

Die seien manchmal erschrocken, wenn sie angesprochen werden, berichtet eine Ausstellerin. Offensichtlich müsse sich selbst noch die neue Generation an diese Form gewöhnen. Denn ins Gespräch zu kommen, sei gar nicht so einfach – vielleicht herrscht doch zu viel Anonymität?

Tobias Hagen, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Offenburg, beobachtet eine große Zurückhaltung der Besucher im virtuellen Raum: „Die Schüler haben vermutlich eine größere Hemmschwelle, mich in dieser Form anzusprechen.“ Er sei zwar Informatiker, „aber das virtuelle Format ist einfach kein Ersatz für eine reale Messe“.

Dass auch die „stylische Onlineversion“ der BIM nicht über den ausbleibenden Ansturm der Messebesucher hinweggtäuschen kann, fällt Tobias Lander (Bamala) auf: „Es kann natürlich auch an der Überlastung der Website liegen, aber an eine reale Messesituation kommt einfach keine virtuelle Form ran.“ Er hätte sich eine Plattform gewünscht, die auch für Tablet oder Smartphone geeignet ist: „Alles andere geht ein wenig an unserer Zielgruppe vorbei.“

Nicht wieder ausfallen

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„Für uns war es wichtig, überhaupt ein Angebot zu schaffen“, sagt BIM-Koordinator Elmar Breithaupt. Im vergangenen Jahr musste die BIM, die normalerweise mehr als 350 Aussteller und sehr viele Schüler anlockt, coronabedingt ausfallen. Das sollte sich nicht wiederholen.

Dem pflichtet Timo Honisch, Geschäftsführer im operativen Bereich der Arbeitsagentur Offenburg, bei: Der Erfolg der diesjährigen Messe hänge nicht davon ab, wie viele Besucher teilnehmen, sondern, qualitativ gesehen, an der Bereitschaft, überhaupt an der Messe teilzunehmen: „Das schafft in dieser Zeit eine Möglichkeit der Begegnung.“

Azubis berichten von BIM

Nach Honischs Auskunft hatten sich, im Vergleich zu den BIM-Messen der vergangenen Jahre, in diesem Jahr nicht alle Schulen der Region als Klassenverbände zusammengeschlossen, um auf der Messe unterwegs zu sein. Die Frage, wie die berufliche Zukunft nach der Pandemie aussieht, und die fehlenden Messebesucher aus Frankreich sorgten, wie es Honisch sieht, für leere Messehallen und enttäuschte Teilnehmer: „Wir rechnen dieses Jahr mit wenig Besuchern.“

Katja Keßler, die am Stand „Peter Huber Kältemaschinenbau“ als Avatar Auskunft gibt, berichtet von einem Ungleichgewicht zwischen Ausstellern und Besuchern der Messe am Freitagvormittag. Bisher habe man nur mit einem Besucher ein Gespräch führen können. „Im letzten Jahr hatten wir noch viele Azubi-Bewerber, die von ihrem Erlebnis auf der BIM 2019 berichten konnten“, schwärmt Keßler vom Messeliebling BIM. Auch an Praktikumsanfragen habe es nach der BIM bei ihnen nie gemangelt. Ihr Wunsch: „Dass die BIM-Messe im kommenden Jahr wie gewohnt stattfinden kann.“

Zumindest eine Hybrid-Veranstaltung solle es im nächsten Jahr werden, kündigten die Verantwortlichen bereits an. Bis es soweit ist, können Schüler und Fortbildungswillige den zweiten BIM-Tag, heute, Samstag, nutzen.

Heute, Samstag, 9 bis 17 Uhr, findet online der zweite BIM-Tag statt. Für die kostenlose Teilnahme braucht man einen Rechner oder Laptop. Man muss lediglich eine E-Mail-Adresse angeben und kann sich dann mit dem Zugangscode anmelden:

www.berufsinfomesse.de

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