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Die Jodel-App macht Karriere

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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02. September 2016

Sprüche kommen bei Jodel gut an, wenn sie die Nutzer zum Lachen bringen. ©Jodel

Und wieder was Neues: Es wird gejodelt. »Jodel« heißt eine App für Smartphones, die ausschließlich regional genutzt wird: Alle Nutzer, die sich im Umkreis von zehn Kilometern aufhalten, bekommen die Nachrichten oder Bilder über die Applikation. 

Jodel ist extrem niederschwellig: Man muss sich nicht registrieren  – weder mit dem echten noch mit einem Alias-Namen. Viele empfinden das natürlich als Vorteil. Und es macht die Community etwas hemmungsloser. Die Rechnung von Jodel-Geschäftsführer Alessio Borgmeyer geht auf: Dürfen die Sprücheklopfer anonym bleiben, posten sie frechere und keckere Beiträge als andernorts.

Doch wenn es zu platt wird, schreiten die Nutzer auch selbst ein. Sie können den Beitrag negativ bewerten. Fünf solcher Minuspunkte, und der Post wird gelöscht. Verstöße können auch direkt gemeldet werden. Stimmt der Vorwurf, kommen auch sie wieder weg. Es gab auch schon einige bestätigte Fälle, in denen Nutzer wegen sexistischer Anmache von Jodel komplett gesperrt wurden.

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In aller Regel geht es den Nutzern aber darum, mit witzigen Beiträgen möglichst viel Sympathiepunkte zu sammeln. Für positive Zustimmung gibt es nämlich Karma-Punkte. Je mehr man davon erwirbt, desto höher steigt das Ranking in der Community. Und es kann sogar sein, dass ein Beitrag zu Twitter oder Facebook »wechselt« – eine ganz besondere Ehre.

Gute Posts haben übrigens ein Strickmuster: Sie nehmen kleine Alltagbegebenheiten aufs Korn. Nette Komplimente, kleine Seitenhiebe oder gar eigene Pannen bieten – richtig aufbereitet – viel beachteten Lesestoff. Das Strickmuster ist recht einfach: Ein kurzer Satz, der ein Bild entwickelt, und dann folgt die Pointe mit etwas Abstand im zweiten Satz. Je kreativer und witziger, desto besser. Doch Achtung: Da die Sprüche nach 24 Stunden wieder verschwinden, werden sie danach gerne mal »geklaut«. 

Ihren Ursprung hat Jodel in der Studentenszene. Über die App sollten die Studierenden möglichst schnell möglichst viel über ihre Hochschule mitbekommen. Das ist nicht nur für Erstsemester interessant, sondern für alle, die den Campus unsicher machen. 

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