Kreisversammlung des BLHV

Die Landwirtschaft braucht Maßnahmen für den Klimawandel

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 2 Minuten
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12. Januar 2019
Andreas Ziermann (von links) und Patrick Trötschtler stellen Maßnahmen für die Landwirtschaft vor.

Andreas Ziermann (von links) und Patrick Trötschtler stellen Maßnahmen für die Landwirtschaft vor. ©Peter Meier

Der Klimawandel stellt Landwirte vor große Herausforderungen. Zwei Experten haben bei der BLHV-Kreisversammlung mögliche Maßnahmen zur künftigen Vorbereitung vorgestellt.

Die Landwirtschaft ist besonders vom Klimawandel betroffen und steht vor großen Herausforderungen. Wie sich Landwirte mit nachhaltigen Maßnahmen auf die Veränderungen einstellen können, war zentrales Thema der Kreisversammlung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) am Dienstag. Zu dem Verband gehören die Kreise Offenburg, Rastatt, Bühl und Achern.

Patrick Trötschtler und Andreas Ziermann von der Bodensee-Stiftung gingen bei ihrem Vortrag zum Thema »Nachhaltige Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel« besonders auf Methoden im Acker-, Obst- und Weinbau ein. »Nach der extremen Trockenheit im vergangenen Sommer stehen wir Landwirte vor der Aufgabe, unsere Betriebe besser auf solche Bedingungen einzustellen«, betonte der Kreisvorsitzende Thomas Huschle aus Achern-Gamshurst zum Auftakt der Versammlung.

Mit konkreten Zahlen verdeutlichte Trötschtler den Umfang und die Folgen des Klimawandels, wobei auch in unserer Region die Zahl der tropischen Tage mit mehr als 30 Grad Celsius ebenso zunahm wie die Frühjahrstrockenheit und die Wasserknappheit im Sommer. Während die jährliche Gesamtniederschlagsmenge konstant blieb, stieg die Zahl der Starkniederschläge – oft verbunden mit Hagel und Überschwemmungen. Einen leichten Anstieg gab es außerdem bei der Anzahl der Frosttage im April und Mai.

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Ziermann erläuterte die jeweiligen Vor- und Nachteile des Klimawandels für Ackerbau, Viehzucht und Dauerkulturen, darunter auch Obst- und Weinbau. Diese reichten vom breiten Sortenspektrum im Ackerbau und dem Anbau von Zwischenfrüchten über Veränderungen der Vegetationszeit und dem Risiko neuer Schädlinge bis hin zur Anfälligkeit bestimmter Obstsorten für Frost und Trockenheit. 

Landwirte ausgebremst

Maßnahmen seien in allen Bereichen nötig, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. »Genau dabei werden wir von der neuen Düngeverordnung ausgebremst«, betonte ein Landwirt in der vom kreisvorsitzenden Egon Busam geleiteten Diskussion. 

Ziermann merkte an, dass das Pflügen schlecht für den Boden sei. In der Diskussion ging es daraufhin um die sehr unterschiedlichen Standortbedingungen und Bodenbeschaffenheiten. Auch sei es schwierig Frostschutzberegnungen genehmigt zu bekommen. »Wir können keine Patentrezepte liefern«, fasste Trötschtler zusammen. Wichtig sei es etwa, sich im Sortiment breiter aufzustellen.

Stichwort

Bodensee-Stiftung

Die Bodensee-Stiftung wurde vor 25 Jahren gegründet und ist europaweit aktiv – mit dem Ziel, nachhaltige Wirtschaften voranzubringen. Das Projekt Agri-Dept, das von 2016 bis 2019 durch die EU gefördert wird, soll zeigen, wie Betriebe aus den Bereichen Tierhaltung, Ackerbau und Dauerkulturen ihre Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel durch Anpassungsmaßnahmen verringern können.

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