Verkehrsminister Hermann skeptisch

Die Radschnellwege bei Offenburg kommen wohl später

Autor: 
Dominik Kaltenbrunn
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
04. September 2018

homas Marwein, Verkehrsminister Winfried Hermann und Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner informierten sich auf einer Radtour zwischen Offenburg und Ortenberg über einen Radschnellweg entlang der Kinzig. ©Wahlkreisbüro Marwein

Auf Einladung des Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Marwein hat sich Verkehrsminister Winfried Hermann auf einer Fahrradtour zwischen Offenburg und Ortenberg über einen geplanten Radschnellweg informiert. Hermann kritisierte eine zu geringe Frequentierung der Strecke, unterstützt aber  eine Verbindung mit der Kinzigdamm-Sanierung.

Auf einer gemeinsamen Radtour haben Grünen-Landtagsabgeordneter Thomas Marwein und Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann über den geplanten Radschnellweg Kinzigtal informiert. Radschnellwege sollen als eine Art »Autobahn« für Radfahrer gut ausgebaute, weitgehend kreuzungsfreie Strecken schaffen (siehe Hintergrund).

Verbindung zwischen Offenburg und Gengenbach

Erster Haltepunkt der Radtour war der Große Deich nördlich von Elgersweier. »Hier soll auf der Nordseite, flussabwärts, also rechts der Kinzig, der Radschnellweg zwischen Gengenbach und Offenburg entstehen«, sagte Schreiner. Das Potenzial für einen gut frequentierten Radschnellweg sei hier durch das nahe gelegene Gewerbegebiet Offenburg-Elgersweier gegeben, so die Oberbürgermeisterin. »Mit der Firma Hansgrohe und anderen Unternehmen handelt es sich um ein starkes Gewerbegebiet, so Schreiner. Außerdem würde der Radschnellweg die beiden Hochschulstandorte Offenburg und Gengenbach verbinden.

- Anzeige -

»Offenburg hat täglich über 30 000 Einpendler. Der Radschnellweg wäre ein echter Sprung im Mobilitätskonzept für die Stadt«, sagte die Oberbürgermeisterin. Günstig für die Planung des Radschnellwegs sei auch der Umstand, dass der Kinzigdamm ab der Stelle Großer Deich sanierungsbedürftig sei und als Landesprojekt umgebaut werden müsse, sagte Marwein. Im Zuge dieser Arbeiten plant die Stadt Offenburg nun auch den Bau des Radschnellwegs, so Schreiner. »Der Damm ist hier zu niedrig. Ein Hochwasser darf hier nicht kommen, der Deich hält sonst keine zwei Tage«, sagte Marwein. 

Kinzigdamm-Sanierung

Vom Großen Deich aus bis Offenburg ist der Radweg bereits asphaltiert und folgt dem Kinzigverlauf, so Marwein. Flussaufwärts handelt es sich aber um eine Schotterstrecke, die nicht dem Kinzigverlauf folgt. Problematisch sind auch Straßenkreuzungen. Bei der Erkundungs-Radtour etwa mussten die Teilnehmer aufgrund des Autoverkehrs zwei Minuten an der Kreuzung  zur Kreisstraße 5326 warten, bevor sie gequert werden konnte. 

Hermann, der im Rahmen seiner Sommertour den Wahlkreis Offenburg besuchte, berichtete, dass das Land Baden-Württemberg bis 2025 zehn Radschnellwege bauen wolle. Pro Kilometer fielen dabei Baukosten von ungefähr einer Million Euro an. Momentan habe das Land schon über 30 Anmeldungen für Radschnellwege, so der Minister. An dem geplanten Radschnellweg Kinzigtal kritisierte er eine aus Sicht des Landes zu geringe Frequenz an Fahrradfahrern und riet Schreiner, das Projekt nicht als Radschnellweg fördern zu lassen, um nicht auf der Warteliste zu landen. »Die Verbindung mit der Damm-Sanierung ist aber ein besonderes Projekt. Dazu müssen wir das Wasserwirtschaftsamt des Landes ins Boot holen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Ich sehe, dass hier viele Voraussetzungen für einen Radschnellweg vorhanden sind«, sagte der Verkehrsminister.

Hintergrund

Radschnellwege im Land

Radschnellwege sollen das Pendeln mit dem Fahrrad einfacher machen. Sie werden so angelegt, dass man nicht absteigen und nur wenige Kreuzungen befahren muss. Ein Ziel sei auch, die Leute dazu zu animieren, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Das Land Baden-Württemberg habe für Radschnellwege eine Mindestlänge von fünf Kilometern und eine Mindestbreite von vier Metern festgelegt. Außerdem seien die Strecken gegenverkehrfrei und weitestgehend kreuzungsfrei. Die ideale Streckenlänge betrage zehn bis 20 Kilometer, um schneller als mit dem Auto voranzukommen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

vor 4 Stunden
Der Mann sollte nicht ihr einziges Opfer werden
Eine falsche Stromableserin war am vergangenen Freitag in Ortschaften in der Nähe von Lahr unterwegs. Ein Rentner fiel auf sie hinein, andere Täschungsversuche blieben dagegen erfolglos. Die Polizei sucht nun Zeugen.
vor 4 Stunden
Bei Appenweier
Eine 22-Jährige ist zu Fuß entlang der A5 zu einem Rasthof gelaufen, weil sie nicht genug Kraftstoff im Tank hatte. Ihr Auto blieb auf dem Standstreifen bei Appenweier liegen. Eine Streife sammelte die junge Frau auf.
Während Lukas‘ Krebstherapie hat seine Mutter mit den drei Geschwistern monatelang im Elternhaus gewohnt. Heute geht es dem Jungen wieder gut. Die diesjährige „Leser helfen“-Aktion der Mittelbadischen Presse läuft zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder. Für den Bau eines neuen Elternhauses ist der Verein dringend auf Spenden angewiesen.
vor 10 Stunden
Ortenau
Das erste Ziel haben die Spender der Leser-helfen-Aktion geknackt: Für das Elternhaus, das der Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg neu bauen wird, wurden bereits über 10 000 Euro gespendet. Jetzt hat „Leser helfen“ die nächste Etappe im Blick. 
vor 12 Stunden
3,2 auf der Richter-Skala
Gab es im Raum Kehl am Dienstag ein Erdbeben? Laut Erdbebendienst Südwest ja! Der Grund dafür scheint aber kein natürlicher, sondern ein von Menschen gemachter zu sein.
vor 12 Stunden
Fußball
Es ist Länderspielpause – und diese wird von Fußball-Proficlubs gerne zu Testspielen genutzt. Eine attraktive Begegnung findet am Donnerstag (15 Uhr) im Kehler Rheinstadion statt, wenn Zweitligist Karlsruher SC auf den Schweizer Traditionsverein FC Aarau trifft.
vor 12 Stunden
Zoff am Ratstisch
30 Euro pro Quadratmeter für die künftige Klinikfläche, 2,50 Euro fürs angrenzende Ackerland: Für das Angebot der Stadt an die privaten Grundstücksbesitzer gab der Haupt- und Bauausschuss am Montagabend einstimmig grünes Licht. Vorher ging es allerdings hoch her, weil Grünen-Stadträtin Maren...
Das Programm (wie das Kochstudio) stieß auf ­eine gute Resonanz.
vor 13 Stunden
Lahr/Schwarzwald
Wie lief die Chrysanthema in diesem Jahr? Die Stadt zieht eine Bilanz – und die fällt positiv aus. Die Zahl der Reisebusse ging nach oben. Erstmals kamen auch welche aus England nach Lahr.
vor 13 Stunden
Sieger beim Innovationspreis
Eine Maschine, die beim Pressen von Holzspänen jede Menge Energie spart, kommt auf Platz eins beim Innovationspreis des Landes – sie stammt aus Hinterseebach in der Ortenau. Was steckt dahinter? Ein Besuch beim Erfinder.
vor 13 Stunden
Ausbau der Hochspannungsleitung bei Schutterwald
Zum Abschluss eines Raumordnungsverfahrens zur Verstärkung des Stromnetzes von Nord nach Süd soll die 220-Kilo-Volt-Hochspannungsleitung über dem Gewerbegebiet Schutterwald zurückgebaut werden. Die neue Trasse soll an die A5 verlegt und mit anderen Hochspannungsleitungen gebündelt werden. 
vor 14 Stunden
Wegen Baumfällarbeiten auf dem Schönberg
Zwischen Lahr und dem Kinzigtal ist noch bis Samstag kein Durchkommen. Wegen Maßnahmen am Waldbestand ist die Strecke zwischen der Ortsausfahrt Lahr-Reichenbach und der Abzweigung auf die B33 nach Biberach noch bis Samstag, 16. November, vollgesperrt. 
WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer (von links), die Landtagsabgeordnete Marion Gentges, Dominik Bösl und der Vorstandsvorsitzende des WRO-Wirtschaftsbeirates Helmut Hilzinger thematisierten die Automatisierung.
vor 15 Stunden
Ortenau
Robotern sollen in der Zukunft immer wichtiger für die Menschhheit werden. Dominik Bösl vom Weltmarktführer „Kuka“ erklärt, warum man sich vor künstlichen Intelligenz nicht fürchten muss.
Von links: Barbara Münnig (Leitung Therapeutikum), Georg Benz, Sylvia Schlotthauer mit Klara, Angela Kälble mit Ben, Anita Göppert, Mirjam Weisserth, Silke Martens (Geschäftsführerin Verein Frühberatung).
12.11.2019
Ortenau
Familien mit behinderten oder entwicklungsverzögerten Kindern, können sich im Ortenaukreis an die Frühförderstelle wenden. Dort gibt es Therapie, Beratung und Diagnose unter einem Dach – das Konzept existiert schon seit 40 Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 11.11.2019
    Bewegung analysieren
    Die moderne Arbeitswelt kann krank machen. Körperliche Unterforderung und psychische Überforderung resultieren in Rückenschmerzen, Gelenkproblemen, Burnout und Stoffwechselstörungen. Stinus Orthopädie bietet Unternehmen Bewegungsanalysen für Beschäftigte an – die auch im Betrieb durchgeführt werden...
  • 08.11.2019
    Medizinische Therapie und Fitness-Training
    „Fit werden – Fit bleiben“ – das ist das Motto des Rehazentrums Offenburg. Darum bietet es in familiärer und freundlicher Atmosphäre vielfältige Therapiemöglichkeiten an. Egal, ob chronische Schmerzen oder Beschwerden nach einer Operation – das Rehazentrum Offenburg findet die individuelle Hilfe...
  • 05.11.2019
    "Maschinen-Wagner" lädt ein
    Ob drehen, fräsen, bohren oder schleifen – „Maschinen-Wagner“ in Renchen ist der Experte auf dem Gebiet der Metallverarbeitung. Im November lädt das Unternehmen zur Hausmesse ein. Hier können sich die Besucher rund um die Themen Innovative Technologien, 5-Achs-Fräsen und Automatisierung informieren...
  • 04.11.2019
    Ausbildung und Praktikum
    Hermann Uhl KG in Schutterwald: Seit über 85 Jahren steht die Firma UHL aus Schutterwald für hohe Qualität rund um Sand, Kies, Beton und Betonerzeugnisse. Ohne gute Mitarbeiter geht so etwas nicht. Genau deshalb investiert UHL viel in die persönliche berufliche Entwicklung und in die Ausbildung...