Oberkirch

Diese Folgen hat die Bonpflicht für die Papierfabrik Koehler

Autor: 
Simon Allgeier
Lesezeit 3 Minuten
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14. Januar 2020
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Die neue Kassenzettelpflicht in Deutschland führt zu einem Mehrverbrauch an Thermopapier. Die Auswirkungen auf die Oberkircher Papierfabrik Koehler, die dieses Papier herstellt, sind jedoch gering. ©Symbolfoto: Ulrich Marx

Einer der weltweit größten Hersteller von Thermopapier, das unter anderem für Kassenzettel Verwendung findet, ist die Papierfabrik Koehler in Oberkirch. Seit Januar gilt die neue Kassenbonpflicht. Welche Auswirkungen hat das auf das Unternehmen?

Zwei Millionen Kilometer mehr Kassenzettel müssen einer Prognose des Einzelhandels zufolge durch die ab Januar geltende Belegausgabepflicht gedruckt werden. Mit Bildern, auf denen sich auf dem Boden vor dem Tresen die Kassenzettel türmen, machten in den vergangenen Wochen einige Bäcker ihrem Unmut über das neue Gesetz Luft.

Viel Thermopapier 

Die Papierfabrik August Koehler SE mit Sitz in Oberkirch dürfte hingegen eher von der Kassenbon-Pflicht profitieren. „Koehler gehört zu den weltweit größten und wichtigsten Produzenten für Thermopapier und ist mit seinen Produkten in allen Märkten präsent. Dazu gehören die Länder der EU ebenso wie die Märkte in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika oder Australien“, teilt Unternehmenssprecher Christoph Müller-Stoffels auf Anfrage mit. Die jährliche Gesamtproduktion von Papier und Pappe belaufe sich bei Koehler auf rund 500 000 Tonnen. Thermopapier, das für Kassenzettel verwendet wird, stelle dabei einen großen Teil dar und spiele für Koehler eine bedeutende Rolle. 

Gesetzliche Neuregelungen führen Christoph Müller-Stoffels zufolge jedoch nur selten dazu, dass die Produktion bei Koehler gesteigert werden muss. „Die Belegpflicht ist in der EU nicht neu. In Italien und Österreich beispielsweise ist sie fest etabliert. Neben dem Kassenbeleg werden in der EU und darüber hinaus auch Tickets für Lotterien auf Thermopapier gedruckt. Teilweise ist der Kassenbeleg selbst das Lotterieticket.“

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Verwendung auch für Versandetiketten

Zwar seien die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten von Thermopapier der Kassenbon und der Kreditkartenbeleg, es werde aber auch für Versandetiketten verwendet, wie sie auf den Paketen der Versandhändler kleben. „Dieses Segment befindet sich weiterhin im Wachstum“, erklärt Müller-Stoffels.

Nicht nur durch die zusätzliche Menge an Papier, auch durch eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch im Thermopapier enthaltenes Bisphenol A machte die Kassenzettelpflicht zuletzt von sich reden. Hier betont der Koehler-Sprecher: „In der öffentlichen Diskussion wird Thermopapier an manchen Stellen mit BPA in Verbindung gebracht, was nicht mehr richtig ist. Der Einsatz von BPA für Thermopapier ist verboten und spielt bei uns seit geraumer Zeit keine Rolle mehr.“ Das von Koehler produzierte Thermopapier entspreche „allen Normen und gesetzlichen Regelungen, die für diese Produkte vorgesehen sind“.

Nachhaltiges Produkt

Im Bereich des Thermopapiers gehört Koehler laut Müller-Stoffels zu den Innovationstreibern und habe ein besonders nachhaltiges Produkt entwickelt, das zwei Einzelhandelsunternehmen nun einsetzen wollen. Bei dem neuen Papier laufe der Prozess der Farbgebung im Gegensatz zu herkömmlichem Thermopapier nicht chemisch, sondern physikalisch ab. Es sei das weltweit erste Thermopapier, das für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen wurde. 

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