Benefizaktion Leser helfen startet

Diesen Verein unterstützt die Mittelbadische Presse in diesem Jahr

Christiane Agüera Oliver
Lesezeit 3 Minuten
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04. November 2023
Der Ortenauer Verein "Aufschrei" kümmert sich um die Opfer, arbeitet aber auch vorbeugend. Die Mittelbadische Presse bittet ihre Leser um möglichst viele Spenden, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.  ⇒Foto: dpa

Der Ortenauer Verein "Aufschrei" kümmert sich um die Opfer, arbeitet aber auch vorbeugend. Die Mittelbadische Presse bittet ihre Leser um möglichst viele Spenden, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.  ⇒Foto: dpa ©Adobe Stock/AungMyo

Ab November unterstützt "Leser helfen" den Ortenauer Verein "Aufschrei" gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Erwachsenen. Beratung und Vorbeugung sollen deutlich ausgebaut werden.

Sexualisierte Gewalt stellt eine besonders massive Persönlichkeitsverletzung dar. Überall wo sich Menschen begegnen, können sie davon betroffen sein, egal welchen Geschlechts, Alters oder sozialer Schichten und Nationalitäten.

Der Ortenauer Verein „Aufschrei“ gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Erwachsenen ist als Fachberatungsstelle im gesamten Kreis tätig. Mit der 28. Benefizaktion „Leser helfen“ der Mittelbadischen Presse sollen die Beratung intensiviert und die Präventionsangebote ausgebaut werden. Das ist dringend nötig, weil durch eine steigende Sensibilisierung in der Gesellschaft, aber auch durch Corona ein riesiger Beratungsstau herrscht. So viele Spenden wie möglich sind also erforderlich, auch weil es sich bei den meisten Betroffenen um Kinder und Jugendliche handelt, also um die schwächsten, die oft schlimme, traumatisierende Erfahrungen machen mussten.

Getreu seinem Leitmotto „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben ohne sexuelle Gewalt!“ setzt sich der Verein mit seinem siebenköpfigen Vorstandsteam und den rund 140 Mitgliedern sowie die in der Beratungsstelle in Offenburg hauptamtlichen fünf Mitarbeiter ein.

Das diplomierte Team, jeweils mit therapeutischer Beratungsausbildung, besteht aus den drei Sozialpädagoginnen Dagmar Stumpe-Blasel, Carolin Heuwerth und Regina Schmidt und dem Sozialpädagogen Manuel Tumino, alle spezialisiert auf mehrere Fachgebiete. Die Fäden laufen bei Verwaltungskraft Brigitte Ehret in der Beratungsstelle in der Offenburger Hindenburgstraße 28 zusammen.

Früh eingreifen

Geschlechterspezifische Beratung und Begleitung, Intervention bei Missbrauchsvermutung, Prävention, Fortbildung und die Erarbeitung von Schutzkonzepten sowie die psychosoziale Prozessbegleitung umfasst das breite Spektrum des Fachteams, das immer mehr an seine Kapazitäten und somit Grenzen stößt.

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Dabei ist der Wunsch, früh einzugreifen und Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, groß. Mit wirksamen Maßnahmen der Prävention setzt „Aufschrei“ dieser Gefahr etwas entgegen. Die Präventionsprojekte richten sich an Kinder und Jugendliche in verschiedenen Institutionen wie Schulen, Kindertagesstätten, der Jugendhilfe und Vereine und lassen sich gut in die gültigen Lehrpläne einbauen.

Für Kinder und Jugendliche sei es schwierig, sich allein vor sexuellem Missbrauch zu schützen.„ Es ist nicht einfach, den Gedanken zuzulassen, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden. Doch leider gehört sexueller Missbrauch noch immer zum Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland.

Die Verantwortung für ihren Schutz tragen die Erwachsenen“, unterstreicht die erste Vorsitzende Marina Busam, weshalb sich die Präventions- und Fortbildungsangebote sowie die Ausarbeitung von Schutzkonzepten auch an sie richten würden.

Fortbildung wichtig

Deshalb ist für eine wirksame Prävention die Fortbildung von pädagogischen Fachkräften und Eltern ein wichtiger Baustein. „Aufschrei“ hilft dabei, pädagogische Fachkräfte, Organisationen und Institutionen wie Schulen, Kitas, Vereine, Kliniken oder Kirchengemeinden darin zu bestärken, sich der Problematik und ihrer Verantwortung bewusst zu werden und klare Signale nach außen zu senden, indem passende Schutzkonzepte erarbeitet werden.

„Mit der Aktion ‚Leser helfen‘ haben wir die Möglichkeit, unser Angebot weiter auszubauen und mehr Menschen, sowohl in der Prävention aber auch in der direkten Beratung, zu erreichen“, so die Vorsitzende. „Wir können derzeit den Wunsch vieler, nach Fortbildungen und Unterstützung bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten, nicht nachkommen“, ergänzt der zweite Vorsitzende Michael Hattenbach. Zudem sei es, wie er beschreibt, „leider auch Realität“, dass mehr Kapazitäten im Bereich der Beratung von Betroffenen gebraucht würden. „Um unsere Arbeit auszubauen, werden die Spenden dringend benötigt“, betont Hattenbach.

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Spendenquittung

Ab 300 Euro verschickt der Förderverein "Leser helfen" automatisch Spendenbescheinigungen. Deshalb muss zwingend die Adresse auf der Überweisung angegeben werden. Bei Beiträgen unter 300 Euro genügt der Kontoauszug oder der Einzahlungsbeleg als Vorlage beim Finanzamt. 

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