"Zeitung zum Hören"

Ehrenamtliche Aufleser sind in denTeams immer willkommen

Autor: 
Bettina Kühne
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13. Februar 2018

Vom Papier oder digital vom Rechner auflesen – das war eines der Themen, das die Aufleser der »Zeitung zum Hören« bei ihrem Jahrestreffen beschäftigte. Die meisten der Ehrenamtlichen, die die Zeitung für die Abonnenten des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden (BSVSB) in Freiburg aufnehmen, lesen dabei aus einer Ausgabe der Mittelbadischen Presse vor. Doch manchen wenden sich auch schon der neuen Technik zu. Cornel Sauerwein etwa verwendet das E-Paper, also die digitale Ausgabe, die genauso aussieht wie eine Zeitungsseite.

Er gab sein Wissen an die anderen Aufleser weiter, die sich in der Telekom-Kantine getroffen hatten. »Ich lade die Seiten in den PDF-Reader, da kann ich sie auch ganz bequem vergrößern.« Ein weiterer Vorteil: »Es raschelt nicht beim Umblättern.« Auch die Gruppe an sich sei flexibler, wenn man übers Internet lese: »Dann kann man kurzfristig den Einsatzplan tauschen, etwa, wenn jemand erkrankt.«

Beim Treffen der Aufleser der »Zeitung zum Hören« wurden die Gruppen teilweise umstrukturiert. Dadurch sollen einige Vorleser entlastet und die Interessen der Abonnenten trotzdem berücksichtigt werden. Das plant Heike Schmidt, Hilfsmittelberaterin beim BSVSB in Freiburg.

Das Angebot des BSVSB richtet sich an blinde sowie sehbehinderte Menschen, die die Informationen und Artikel aus der Mittelbadischen Presse durch das Engagement der Aufleser auf einer CD erhalten. Mehrere Teams von Ehrenamtlichen lesen aus den verschiedenen Lokalausgaben, um die Abonnenten so mit Nachrichten aus ihrer Heimat zu versorgen. 

Da die Gruppe der Aufleser, die bislang die Ausgabe Gengenbach/Hohberg las, nur noch drei Personen umfasste, baten sie um Unterstützung. »Sonst sind wir in einem sehr kurzen Rhythmus mit dem Lesen gefordert«, so die drei Aufleserinnen. 

Größere Gruppe

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Reinhard Männle von der Offenburger Auflesergruppe konnte eine Lösung anbieten. In Absprache mit Klara Hansert, die die »Dienstpläne« für die Offenburger Gruppe erstellt, konnte er mitteilen, dass man die Aufleser in der Offenburger Gruppe integrieren könne: Dann umfasst das Team wieder zwölf Aufleser. Schmidt wollte die Abonnenten der Ausgabe Gengenbach über die Neuerung informieren. 

Die Aufleser aus dem Kinzigtal wollen ihre Tatkraft in neue Projekte stecken. Deshalb hört die Gruppe um Elke Zyriakus auf. Die Organisatorin der Kinzigtalgruppe war von Anfang an dabei, ebenso ihre Kolleginnen. »Allerdings haben wir nur noch sehr wenige Abonnenten«, bedauert sie. Dem Team erscheint es nun sinnvoller, sich einer neuen Aufgabe zuzuwenden, wo noch mehr Menschen von ihrer Arbeit profitieren.

Treue Abonnenten

Tatsächlich ist die Anzahl der Abonnenten, die der BSVSB betreut, inzwischen rückläufig. Man habe versucht, neue Abonnenten zu gewinnen; allerdings werde in Seniorenheimen direkt aus den Zeitungen vorgelesen. Die treuen Abonnenten, die die CD gewohnt sind, möchte Schmidt nicht enttäuschen: Sie freuen sich über die Informationen auf diesem Weg, weiß sie von den Rückmeldungen. »Wir wollen das Angebot für sie aufrechterhalten«, warb Schmidt bei den Auflesern um Verständnis. Nicht alle Personen hätten einen Computer oder könnten damit umgehen. Für sie wolle man die »Zeitung zum Hören« zur Verfügung stellen.

Info

Mitmachen oder abnonnieren

Die ehrenamtlichen Aufleser suchen weiterhin Verstärkung, insbesondere für den Bereich Kehler Zeitung und im Kinzigtal. Wer Aufleser werden oder weitere Informationen erhalten möchte, kann sich beim Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden in Freiburg unter • 07 61 / 3 61 22 oder per E-Mail unter info@bsvsb.org melden und informieren.
Als Aufleser muss man in der Dienstwoche täglich etwa 30 Minuten Zeit investieren. Eine CD-Aufsprache umfasst wöchentlich in etwa drei Stunden, was etwa 50 Artikeln entspricht. Ein Jahresabo der Hörzeitung kostet 35 Euro; es ist über den BSVSB zu beziehen.