Hauptversammlung

Personalmangel macht Fleischerinnung zu schaffen

Autor: 
Jürgen Preiß
Lesezeit 2 Minuten
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14. Juni 2019

Thomas Bösner (links) dankte für den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband und überreichte Kurt König die Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille mit Urkunde des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. ©Privat

Die Umsätze der FGS Fleischerei- und Gastronomieservice Baden mit Hauptsitz in Offenburg sind im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent zurückgegangen. Das gab der genossenschaftlich organisierte Betrieb bei seiner Hauptversammlung bekannt.

Mit 110 Mitarbeitern, darunter sechs Auszubildende, erwirtschaftete die FGS im zurückliegenden Jahr einen Gesamtumsatz in Höhe von 30,7 Millionen Euro. Die Verkaufszahlen waren laut FGS-Vorsitzenden Volker Schmitt vor allem im Sommer schwach. Die Kunden, vornehmlich Metzgereien, hätten auch aufgrund von Personalmangel ganztägig Betriebsferien gemacht. 17 Betriebe oder Verkaufsstellen hätten komplett zugemacht, was den Umsatzrückgang noch verstärkt habe. Umsatzrückgänge durch Schließungen von Kundenbetrieben seien ein zunehmendes Problem der Branche. Nicht Rentabilität, sondern der Fachkräftemangel des Metzgerhandwerks sei der Grund, hieß es in der Versammlung.

Personalmangel

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Der Personalmangel hat auch die FGS voll im Griff. »Wir suchen händeringend Lkw-Fahrer«, klagte Volker Schmitt. Altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter könnten im Logistikbereich nur sehr schwer ersetzt werden. 
Das Problem wurde in der Versammlung lebhaft diskutiert. Volker Schmitt sagte, dass sich die FGS mit geeigneten Maßnahmen auf die Situation einstellen werde. Wirtschaft und Gesellschaft stünden vor einem Umbruch. Diesen äußeren Einflüssen sehe sich auch die FGS ausgesetzt. Es gebe Verbesserungspotenzial, an dem die Genossenschaft mit Nachdruck arbeite. Aufsichtsrat und Vorstand der FGS wurden nicht einstimmig entlastet. 
Thomas Bösner vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband sagte, dass das Personalproblem bei der FGS kein Einzelfall sei. 

Umsatzrückgang

Bösner betreue 250 Genossenschaften und überall herrsche großer Fachkräftemangel. Aktuell hat die FGS Baden 300 Mitgliedsbetriebe, 110 Beschäftigte, darunter sechs Auszubildende. Für 2019 strebt die FGS wieder einen Umsatz von 33 Millionen Euro an. Ziel bleibe es, den Umsatzrückgang zunächst aus einer erhöhten Bedarfsdeckung der Mitglieder zu kompensieren. Hierzu wird der Vertrieb personell verstärkt. 
Den Bedarf an Berufskraftfahrern relativ schnell zu decken, sei eine der größten Herausforderungen, sagte Volker Schmitt. Er sieht die FGS Baden für die Zukunft dennoch gut aufgestellt: »Wir haben mit unseren Mitgliedern eine starke Basis, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben.«
Der erste Spatenstich für den geplanten Neubau des Firmensitzes im Gewerbegebiet »Hoch 3« bei Offenburg wird sich möglicherweise noch verschieben, da einige Bauunternehmen keine verbindlichen Terminzusagen abgeben. 

Info

Ehrungen

Aufsichtsratschef Kurt König ist altersbedingt aus dem Gremium der FGS-Fleischerei- und Gastronomieservice verabschiedet worden. Der Kehler Metzgermeister war seit 1990 Mitglied des FGS-Aufsichtsrates und seit 1999 dessen Vorsitzender.
Vorstandschef Volker Schmitt sprach dem Kehler Metzgermeister bei der Generalversammlung Dank und Anerkennung für die geleisteten Dienste aus. 

Fast 30 Jahre Ehrenamt in der Genossenschaft seien Ausdruck der Verbundenheit und der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, wenn sie gefordert werde. Mit seiner ausgleichenden und dennoch bestimmenden Art habe Kurt König Führungsqualitäten bewiesen. Er habe das Wohl der Genossenschaft immer in den Vordergrund gestellt. »Kurt König hat der FGS gut getan«, sagte Volker Schmitt. Thomas Bösner dankte im Namen des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes und überreichte dem 70-jährigen Kurt König die Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille mit Urkunde des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes.
Die Nachfolge von Kurt König wird in der nächsten Aufsichtsratssitzung der FGS bestimmt. Königs Stellvertreter im FGS-Aufsichtsrat, Martin Gorenflo schied turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat aus. »Man geht nicht aus dem Haus, wenn etwas auf dem Herd steht«, sagte der Metzgermeister aus Wolfach. 

Die FGS stünde vor großen Herausforderungen. Er stellte sich deshalb zur Wiederwahl und erhielt das uneingeschränkte Vertrauen der Mitglieder. Weitere Mitglieder im Aufsichtsrat der FGS-Fleischergenossenschaft sind: Christoph Hug (Steinen), Bernd Hügle (Freiburg), Landesinnungsobermeister Joachim Lederer (Weil), Joachim Seger (Kuppenheim), Alexander Vogt (Bühl), Landtagsabgeordneter Tobias Wald (Baden-Baden), Uwe Wiedmaier (Glatten) und Natalie Zuber (Ottersweier).

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