Oberbürgermeisterwahl

Eine Zusammenfassung: Spannende OB-Wahl in Offenburg

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10. Oktober 2018
Die sechs Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Offenburg: Harald Rau (von links oben), Marco Steffens, Frauke Brudy, Tobias Isenmann, Bernhard Halter, Ralf Özkara.

Die sechs Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Offenburg: Harald Rau (von links oben), Marco Steffens, Frauke Brudy, Tobias Isenmann, Bernhard Halter, Ralf Özkara. ©Christel Stetter-Golderer/ Ulrich Marx

47.100 wahlberechtigte Offenburger sind am 14. Oktober aufgerufen, ihr neues Stadtoberhaupt zu wählen. Amtsinhaberin Edith Schreiner (60, CDU) tritt nach 16 Jahren nicht mehr an. Sechs Kandidaten wollen sie beerben. Verkehr, Wohnungsmarkt und Sicherheit sind die beherrschenden Themen.

Das Oberzentrum Offenburg erlebt derzeit einen spannenden OB-Wahlkampf mit allen erdenklichen Zutaten: Die großen Parteien­ haben starke Kandidaten ins Rennen geschickt, um das 16 Jahre lang schwarze Rathaus zu verteidigen (CDU) oder es zurück- (SPD) und neu (Grüne) zu erobern.

Unter den sechs Bewerbern gibt es zudem auch einen jungen Kandidaten der Marke »Martin Horn«, des Weiteren auch Außenseiter, die bis zu einem gewissen Grad – nennen wir es Würze – in den Wahlkampf bringen. Und es gibt auch einen namhaften AfD-Kandidaten, der seine Bewerbung als Letzter des Sextetts eingereicht hat und zusätzliche Dynamik ins ohnehin schon spannende Geschehen bringt. Beobachter haben folglich ihre Freude am facettenreichen Wahlkampf in der Ortenau-Metropole.

Es wird vermutlich noch eine heiße Woche geben, ehe die 47.100 wahlberechtigten Offenburger am 14. Oktober den Nachfolger von Rathauschefin Edith Schreiner küren. Wobei: Nicht wenige Beobachter gehen angesichts des Bewerberfelds davon aus, dass es einen zweiten Wahlgang benötigt, bis der neue Oberbürgermeister der 60.000-Einwohner-Stadt feststeht. 

Die Bewerber

Als erster Kandidat hat Ende Juni Willstätts Bürgermeister Marco Steffens seine Kandidatur öffentlich gemacht. Der 40-jährige CDU-Mann und Kreisrat kann auf Verwaltungserfahrung und regionale Kompetenz verweisen. Er hat im Bewerberfeld die meisten Likes auf Facebook.

Von den Grünen und der SPD unterstützt wird Harald Rau (56, parteilos). Wie zuvor als Geschäftsführer einer großen kirchlichen Einrichtung ist er derzeit als Sozialdezernent der Stadt Köln für 2500 Mitarbeiter verantwortlich. In Offenburg will er nun Politik in der ersten Reihe machen.

Als dritte Bewerberin und einzige Frau im Feld hat Frauke Brudy (54, parteilos) ihre Kandidatur eingereicht. Die studierte Gartenbauerin möchte Offenburg vor übertriebenen Entwicklungen schützen und den Charakter der Stadt bewahren.

Mit Tobias Isenmann (29, parteilos) stellt sich ein junger Offenburger zur Wahl. Er hat eben seinen Master in Politik und Soziologie an der Uni Kiel gemacht und steht für einen »neuen Politikstil«. Mit seinem Auftritt bei der Podiumsdiskussion der Mittelbadischen Presse hat er viele auf sich aufmerksam gemacht.

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Malermeister Bernhard Halter (56, parteilos) aus Kehl geht an Position fünf auf dem Stimmzettel ins Rennen. Er hat Ende März bei der Bürgermeisterwahl der 4000-Einwohner-Gemeinde Riegel 1,3 Prozent der Stimmen geholt. Die daraus gewonnenen Erfahrungen will er nun umsetzen, um in Offenburg ein besseres Ergebnis zu erzielen.
 

AfD-Mann mit dabei

Als letzter Kandidat hat Ralf Özkara (47) seine Bewerbung abgegeben. Der AfD-Landessprecher tritt an, »um Offenburg wieder sicher zu machen«. Es habe ihn geärgert, dass das Thema Sicherheit trotz der Vorfälle im Pfählerpark und des Mords an einem Arzt durch einen somalischen Flüchtling im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe, begründete er seine Bewerbung.

Was die Mitbewerber naturgemäß anders sehen: Sicherheit sei auch schon vor der Kandidatur von Özkara ein großes Thema im Wahlkampf gewesen, entgegnete Tobias Isenmann bei der Podiumsdiskussion der Mittelbadischen Presse. Özkara wiederum machte dort die markige Ansage, in Offenburg eine 30 Mann starke Ortspolizei einsetzen zu wollen.

Auch Steffens sprach sich für einen kommunalen Ordnungsdienst aus, um die Polizei zu entlasten, aber in der Größenordnung von acht bis zwölf Leuten. Isenmann und Rau verfolgen beim Thema Sicherheit einen ganzheitlichen Ansatz, unter anderem mit stärkerem Einsatz von Streetworkern. Isenmann steht dem Ordnungsdienst ebenfalls offen gegenüber, Rau verspricht sich viel von der Aufwertung von Brennpunktplätzen.

Rolle der Parteien?

Weitere große Themen im Wahlkampf sind die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt und das überlastete und in die Jahre gekommene Offenburger Verkehrsnetz, wozu die Kandidaten teils ähnliche, teils unterschiedliche Lösungen anbieten.

Spannend wird die Frage sein, ob die Wähler bei ihrer Entscheidung die Persönlichkeit der Bewerber in den Vordergrund stellen oder ob auch die Parteizugehörigkeit eine große Rolle spielt. 

Am Sonntag gegen 19.40 Uhr nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf dem Rathausplatz wird man schlauer sein.

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