Ortenau

Eintrittskarte in die Berufswelt

Autor: 
Herbert Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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18. Oktober 2007
Foto: Herbert Gabriel - Die Besten unter 247 »Jung-Gesellen« mit den Repräsentanten des Handwerks (von links): Handwerkskammer-Vorstandsmitglied Paul Baier, Alexander Moßmann, Melanie Bergmann (beide Friseur, Note 1,7), Viktor Staigerwald (Maler und Lackierer, mit Note 1,3 Jahrg

Foto: Herbert Gabriel - Die Besten unter 247 »Jung-Gesellen« mit den Repräsentanten des Handwerks (von links): Handwerkskammer-Vorstandsmitglied Paul Baier, Alexander Moßmann, Melanie Bergmann (beide Friseur, Note 1,7), Viktor Staigerwald (Maler und Lackierer, mit Note 1,3 Jahrg

Um 247 Gesellinnen und Gesellen ist das Handwerk reicher – sie haben ihre Lehrzeit beendet und damit die erste Sprosse der Erfolgsleiter erklommen. Am Dienstagabend wurden ihnen in der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Ortenau für den Bezirk Offenburg die Urkunden ausgehändigt.

Offenburg. Bei dieser traditionellen Veranstaltung war die Offenburger Reithalle voll besetzt, viele Eltern, Freunde und Ausbilder waren gekommen, um den feierlichen Akt der Freisprechung mitzuerleben. Handwerkskammer-Vorstandsmitglied Paul Baier formulierte es so: »Dieser Tag und die Aushändigung des Gesellenbriefes sind für Sie die Eintrittskarte in die Berufs- und Arbeitswelt. Der Brief ist aber vor allem Nachweis und Beleg der eigenen Kraft und fachlichen Könnens.« Das Handwerk habe einen hohen Bedarf an jungen Fachkräften. Mit den dualen Partnern werde es auch künftig gelingen, die hohen Standards zu halten und weiter auszubauen, so Baier. Ein Beweis sei die hohe Ausbildungsrate im Handwerk, wo für das begonnene Ausbildungsjahr 11,1 Prozent mehr Lehrlinge eingestellt worden seien als im Vorjahr.
Dass das Handwerk nicht nur zahlenmäßig zu seiner Verpflichtung um die berufliche Zukunft junger Menschen steht, hatte zuvor Bezirkshandwerksmeister Peter Krämer in Erinnerung gerufen: »Aus- und Fortbildung sind die gesellschaftlichen Trumpf-Asse des Handwerks. Somit sind Sie 247- mal Zukunft für das Handwerk. Sie und Ihre Angehörigen und Freunde haben dies verstanden, sonst wären Sie heute nicht hier.«
Wenn es das Handwerk nicht gäbe, müsste es erfunden werden, war die Meinung von Kreishandwerksmeister Andreas Drotleff. Doch dies sei nicht nötig, denn seit es Menschen gibt, gebe es diese Branche. »Ohne Handwerk geht es nicht«, so Drotleff.
Es geht aber auch nicht ohne die Eltern und Ausbilder, die die Jugendlichen auf dem dreijährigen Weg durch die Lehrzeit begleitet hätten. Deshalb hätten sie an einem Tag wie dem der Freisprechung Lob und Dank verdient, wurde betont. Und ein Rahmenprogramm, das von piano vocal exzellent gestaltet wurde und, wie dem Beifall aller Altersschichten zu entnehmen war, neue Freunde gefunden hat.
Viele Berufe
Wie vielschichtig das Handwerk ist, zeigen auch die unterschiedlichen Ausbildungsberufe. Im Bau- und Ausbaugewerbe gibt es 55 neue Gesellinnen und Gesellen, im Metallgewerbe 18, im Holzgewerbe 14 und im Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe 3. Die Gruppe im Nahrungsmittelgewerbe stellt 67 neue Gesellinnen und Gesellen, die Gesundheits- und Körperpflege mit 60 Frisören die zweitstärkste Gruppe, und die Gruppe der Glas-, Papier-, keramischen und sonstigen Gewerbe war mit 30 jungen Menschen vertreten.
Wie erfolgreich die Ortenau in der praktischen Ausbildung ist, zeigte sich beim Leistungswettbewerb auf Kammerebene: 20 Berufsbeste werden in einer separaten Feierstunde am 25. Oktober in der Offenburger Gewerbeakademie ausgezeichnet.

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STICHWORT
Förderpreise
Die Besten des Handwerksjahrgangs 2007 erhielten Förderpreise: Von der Sparkasse Offenburg/Ortenau Viktor Staigerwald, Maler- u. Lackierer, Note: 1,3 (Ausbildungsort: Lahr); von der Volksbank Offenburg Linda Ott, Raumausstatterin, 1,4 (Achern); von der IKK Ortenau Alexander Seifermann, Bäcker, 1,7 (Sasbachwalden); vom Versorgungswerk der Innungen Annabell Gaiser, Glaserin, 1,7 (Appenweier-Urloffen); von der Gewerbeakademie Offenburg Melanie Bergmann, Friseurin, Note: 1,7 (Offenburg) und Alexander Moßmann, Friseur, Note: 1,7( Sasbach).

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