Kreisräte zollen Respekt

Entscheidung über Zukunft des Oberkircher Krankenhauses ist gefallen - prev

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14. Mai 2021
Die Zukunft des Oberkircher Krankenhauses ist besiegelt. 

Die Zukunft des Oberkircher Krankenhauses ist besiegelt.  ©ULRICH MARX

Der Kreistag hat in seiner gestrigen Sitzung das Aus des Oberkircher Krankenhauses zum 30. September dieses Jahres beschlossen. Dagegen stimmten nur sechs Kreisräte – darunter Lukas Oßwald und Jana Schwab (beide Lilo) sowie Karlheinz Bayer (FDP). Aus dem Krankenhaus soll das Zentrum für Gesundheit Oberkirch werden.

Die Entscheidung fiel auch mit der Stimme des Oberkircher Oberbürgermeisters Matthias Braun. „Für mich ist das keine einfache Entscheidung“, machte er deutlich. Er betonte aber: „Für uns im Renchtal gibt es nur den Weg, an der Nachnutzung mitzuarbeiten.“ Braun hatte lange gegen die Schließung des Krankenhauses angekämpft. Als sich abzeichnete, dass das vergeblich sein würde, hatte er zusammen mit anderen Kreisräten aus dem Renchtal unter anderem durchgesetzt, dass der Kreis, falls sich keine andere Lösung findet, für eine Notfallpraxis aufkommt, falls die kassenärztliche Vereinigung keinen entsprechenden Sitz einrichtet.

Respekt gezollt

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Für seine Haltung zollten ihm die Kollegen Respekt. „Es ist bemerkenswert, wie Matthias Braun und die Kreisräte aus dem Renchtal mit dem Wegfall umgehen“, fand etwa der Ettenheimer Bürgermeister Bruno Metz. Für die Bevölkerung sei es sehr wichtig, dass es ein Angebot in der Notfallversorgung gebe.
Alfred Baum, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, wandte sich in seiner Rede an die Mitglieder des Fördervereins des Krankenhauses und des Runden Tisches Oberkirch. Baum warnte, beide würden sich auf einem schmalen Grat bewegen. Druck aufzubauen und zu versuchen, die Schließung möglichst lange herauszuzögern, sei zwar verständlich. Auf der anderen Seite müssten die Mitglieder aber darauf achten, dass „man nicht gleich wieder alles schlechtredet und so eine schlechte Ausgangsbasis für die Anschlussverwendung schafft“.

Die besteht unter anderem aus einem Pflegeheim mit bis zu 44 Plätzen. Außerdem sollen dort Genesungsbetten entstehen – ein Angebot, das sich vor allem an ältere Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt richtet. In das Gebäude soll auch das medizinische Versorgungszentrum einziehen, das es in Oberkirch bereits gibt. Geknüpft ist die Umsetzung des Konzepts an die Bedingung, dass eine Notfallsprechstunde eingerichtet werden kann und die schriftliche Erklärung der Berufsgenossenschaft über die Zulassung eines Durchgangsarztes vorliegt. Die ist laut Landrat Frank Scherer mittlerweile eingetroffen.

2023 bezugsfertig

Der Umbau des Krankenhauses soll laut der Sitzungsvorlage bereits im August starten. Die Kreistagsverwaltung geht davon aus, dass die MVZ-Praxis bereits diesen Oktober ihren Betrieb aufnehmen kann. Das Pflegeheim sei dann voraussichtlich ab März 2023 bezugsfertig.

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