"Leser hefen"

Erstes Ziel: Ein Neunsitzer-Bus für das Haus des Lebens

Autor: 
Ursula Gross
Lesezeit 3 Minuten
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11. November 2017
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Das Kinderhaus ist das Herz des Haus des Lebens, 29 Kinder erfüllen es mit Leben (von links): Sabrina mit dem kleinen Ben und Ines mit Mia samt Schnuller. ©Ulrich Marx

5610 Euro beträgt der Spendenstand eine Woche nach dem Start von »Leser helfen« für das Haus des Lebens. Das ist eine gute Grundlage, um das erste Etappenziel zu erreichen – einen dringend benötigten Neunsitzer-Bus für 40 000 Euro. Die 29 Kleinen im Kinderhaus, das wir besucht haben, wären die Hauptnutznießer.

Im Kinderhaus des Haus des Lebens werden 29 Kleine rundum von Fachkräften versorgt. Für die oft noch jungen Mütter bleibt Raum, eine verantwortungsvolle und enge Beziehung zur ihren Kindern aufzubauen und sich eine neue Perspektive durch eine Ausbildung zu schaffen.

Das Kinderhaus ist das Herz im Haus des Lebens. Es schlägt ganz schön kräftig, denn derzeit werden dort 29 Kleine im Alter bis etwa vier Jahren betreut. Was auf den ersten Blick wie ein Kindergarten aussieht, ist weit mehr. Nicht nur von 7 bis 17 Uhr ist das Zentrum offen. Sondern, und das ist die Besonderheit, die Mamas sind integriert, spielen mit ihren Kindern, lesen vor, wickeln oder nehmen ihr Kleines in den Arm, um es zu trösten. 

Die Nähe der Mütter ist gewollt, sie ist Teil des Konzepts des Lebenshauses. »Mutter und Kind sollen genug Zeit miteinander verbringen. In den ersten Lebensjahren eines Kindes ginge es viel um Beziehung und Bindung«, erläutert Manuela Blümel vom Fachbereich Wohnen. Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen, auch dazu wird hier von den Fachkräften angeleitet. 

Das alles nun muss von den meisten Müttern tatsächlich erlernt werden. Sie kommen aus Familien, in denen es wenig Zuwendung gab, gar Misshandlung oder grobe Vernachlässigung. Freilich machen es die Kinder ihren Mamas leicht. Sie lachen, brabbeln, kuscheln sich unbefangen an. Im Kinderhaus ist trotz der quirligen Kinderschar eine wohltuende Atmosphäre der Ruhe und der Freude spürbar. 

Das Kinderhaus in der Mitte der Gebäude ist in drei Bereiche unterteilt. Die Säuglinge sind im »Binsenkörbchen« untergebracht. Das ist der Raum mit den Wiegen. In die »Arche Noah« oder zum »Regenbogen« wechseln sie ab etwa acht Monaten und bleiben dort, bis sie drei sind. Manchmal bis zum vierten Lebensjahr, »das wird flexibel gehandhabt«, so Andrea Bitsch-Doll, Fachbereichsleiterin Kinderhaus. 

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Doch nicht alle Kinder haben ihre Mütter den Tag über um sich. Für die Bewohnerinnen gibt es einiges zu tun. Und das ist wie im richtigen Leben, Mama geht zur Schule, zum Praktikum, macht eine Ausbildung im Haus zur Hauswirtschafterin oder zur Alltagsbegleiterin im Altenpflegebereich. Oft beherrschen Arzttermin oder Behördengänge den Tagesablauf.

Währenddessen betreuen rund 15 Fachkräfte, darunter Hebammen, Praktikantinnen, Kinderkrankenschwestern, Sozial- und Heilpädagoginnen die Kinderkrippen. Zwei Ausbildungsplätze für Erzieherinnen sind belegt. 

Auch leidvolle Momente

Das Kinderhaus wird im Sinne der Montessori-Pädagogik geführt. »Hilf mir, es selbst zu tun« ist der Ansatz, der für Kinder und Mütter gilt.  Die Vernetzung zu Schulen und Kindergärten außerhalb funktioniere gut. Während des Gesprächs klopft es zaghaft an der Tür. Dann aber stürmt Nicole ins Zimmer.  »Es klappt«, sie habe eine Stelle gefunden, könne mit ihrem einjährigen Justin bald selbstständig wohnen. »Ich habe keine Familie«, sagt sie unvermittelt. Sie hat eine im Haus des Lebens gefunden, gibt allen, die sich dort mit ihr freuen, ein dickes Dankeschön. Das sind sicher die schönen Momente in diesem Haus.

Es gibt allerdings auch leidvolle. Schwanger geworden, meist ganz jung, keine Ausbildung, allein dastehen mit dem Kind, wer hilft mir?  Das habe die Gründerin, Franziskaner- Ordensfrau Schwester Frumentia, schon früh gesehen. Unter Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde St. Ursula ist daraus das Haus des Lebens entstanden.

Kontakt zu »Leser helfen«: leser-helfen@reiff.de

HIER können Sie direkt spenden.

Info

Danke! Die Leser haben gespendet

Andrea Ritter, Bernhard Zefferer, Barbara Wüst, Karl und Anette Haase, Sonja Kern, Susanne Hefner, Thomas Frey, Maria Tittel, Helga Berger, Christel Weber, Edmund Köchlin, Heidrun Sänger, Bernd und Angelika Karsch, Hans Büschges, Manfred Sauer, Edeltraut Söll, Jule Vergin, Beate Schwab, Paul und Maria Schoch, Heinz Hauser, Egon und Klara Ernst, Markus Wurster, Marie-Christin Kiefer, Franz und Klaudia Zircher, Ursula und Rudolf Hobt.

Außerdem haben sich die Ersten gemeldet, die Veranstaltungen zugunsten »Leser helfen« organisieren«. So Angelas Blumenwerkstatt in Berghaupten mit ihrer Weihnachtsausstellung am 25./26. November. Der Verkaufserlös von Speis und Trank kommt dem Haus des Lebens zugute.

Spenden für »Leser helfen«

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