Leser helfen-Aktion

Eva verdankt dem Haus des Lebens den Start ins Leben

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
26. November 2017

Eva (32) hat es maßgeblich der Unterstützung, die sie im Haus des Lebens erfahren hat, zu verdanken, dass sie den Start ins Leben geschafft hat. ©Ulrich Marx

Eine ehemalige Bewohnerin vom Haus des Lebens schildert ihr Schicksal. Sie war 17, schwanger und ohne Ausbildung. Heute ist sie ausgebildete Hauswirtschafterin und hat eine große Familie. Den Start ins Glück verdankt sie auch dem Haus des Lebens.

»Manchmal schaue ich mit Laura die Fotoalben an«, erzählt Eva (32). Laura als Baby, später als kleines Mädchen überall umringt von vielen Kindern. Eva und Laura an Ostern, an Weihnachten, im Hof, im Spielzimmer: Die vielen Bilder, die in der Zeit im Haus des Lebens entstanden sind, erzählen eine ganz besondere Geschichte. 

Eva war mit 17 hochschwanger, hatte keine Ausbildung. Zu Hause wären alle überfordert gewesen, erinnert sie sich. Ihre Mutter musste ganztags arbeiten, dann waren da noch der kleine Bruder zu versorgen, die Wohnverhältnisse beengt. Über den Vater des Kindes möchte die junge Frau nicht viel sagen. Vermutlich sei er nach Chile zurückgekehrt. Das Jugendamt und Schwester Frumentia haben ihr damals empfohlen, ins Haus des Lebens zu ziehen. Sie blieb fast vier Jahre, bis 2007. In dieser Zeit wurde Laura geboren, bekam Zähnchen, machte ihre ersten Schritte – und ihre Mama, die hat die Ausbildung zur Hauswirtschafterin geschafft. 

Schöner Dankesbrief 

Als Eva erzählt, streicht sie fast zärtlich über Möbel und Türen des Hauses des Lebens. »Hat sich nix verändert«, lacht sie ihre ehemalige »Chefin« Birgit Spengler an. Die schmunzelt zurück. »Dein Dankesbrief war der schönste, den ich je bekommen habe.« Spürbar ist eine große Verbindung zum Haus, eine Dankbarkeit, die Eva noch immer strahlen lässt, wenn sie an die gute Zeit hier zurückdenkt. An die riesige Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen. 

- Anzeige -

Wie ging es denn weiter? Eva hat als ausgebildete Hauswirtschafterin sofort Anstellungen bekommen – anfangs auf Mini-Job-Basis; später arbeitete sie lange Zeit in einem Privathaushalt als Hauswirtschafterin. »Und dann kamen die Kinder, die eigene Wohnung, das Zusammenziehen mit meinem Mann, die Arbeit als Hauswirtschafterin in Teilzeit«, beschreibt sie ihren weiteren Lebenslauf. 

Anstrengende Ausbildung

Im Moment ist sie noch in Mutterschutz; die kleine Lena ist acht Monate alt. Eva ist eine patente, handfeste und klar sprechende Frau. Sie weiß mit den Anforderungen ihres Berufs umzugehen. »Wir haben das alles ja regelrecht im Haus des Lebens in der dualen Ausbildung gelernt.« Praxis bei Fachbereichsleiterin Birgit Spengler, Theorie in den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen: Nahrungszubereitung, Ernährungslehre, Fachrechnen, Wäschepflege, Reinigung standen auf dem Lehrplan. »Bei der Prüfung kamen Fachrechnen und Hemdenbügeln dran – meine Angstfächer. Wenn es damals das Haus des Lebens nicht gegeben hätte, dann wüsste ich nicht, was aus mir und meiner Kleinen geworden wäre«, werden nun doch die Augen der Ehemaligen ein bisschen feucht. 

Heute Großfamilie

Etwas ist ihr wichtig zu erwähnen. »Die Mutter hat mich während der ganzen Zeit sehr unterstützt.« Nun zeigt sie die Bilder ihrer heutigen Familie. Eine Großfamilie, zu der ihr Mann, Laura (14), Lea (5), Lars (2) und Lena (acht Monate) gehören. Aus Laura ist ein hübscher Teenie mit dunklen, ausdrucksvollen Augen geworden. »Sie ist gut in der Schule, lieb und hilfsbereit«, sagt die stolze Mama. Lauras Berufswunsch: »Sie möchte eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin machen.«

Hintergrund

Leser helfen

Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich der Förderverein »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse in der Region. In all den Jahren war die Spendenbereitschaft unserer Leser mit zusammen fast 2,9 Millionen Euro riesig und kam von Herzen. Deshalb erhofft der Förderverein mit der diesjährigen Aktion das ehrgeizige Spendenziel von 150 000 Euro zugunsten des Haus des Lebens zu erreichen.  
Benötigt wird das Geld unter anderem für einen Kleinbus, der die Bewohner von den Wohngruppen ins Kinderhaus und zu Freizeitaktivitäten bringen soll. Außerdem sind die 20 Zimmer im Gebäude an der Offenburger Weinstraße arg in die Jahre gekommen und sollen saniert werden. Dringend ersetzt werden müsste auch die betagte Küchenzeile im Besucherraum. Sollte das Geld reichen, soll auch noch ein Kleinwagen für Besorgungen angeschafft werden.

Spenden für »Leser helfen«

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 21.03.2019
    In Friesenheim-Oberschopfheim
    Klasse statt Masse und Lebensmittel aus der Region – dieser Lebensstil ist nicht erst seit gestern immer mehr Menschen wichtig. Doch für viele ist es schwierig, diese Produkte vor Ort zu finden. Abhilfe schaffen hier kleinere Lebensmittelläden, wie „Xaver‘s Landmarkt“ in Oberschopfheim. Das Angebot...
  • 20.03.2019
    Eröffnung am 30. März
    Beim Grillen wird es jetzt richtig heiß: Der Obi Markt in Offenburg eröffnet am Samstag, 30. März, seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« – und macht sich zur Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. Zur...
  • 19.03.2019
    Kehl
    Zum 29. Mal können Gäste am Wochenende des 30. und 31. März in der Kehler Innenstadt den Kehler Autopark besuchen. Eingerahmt ist er in ein Frühlingsfest, der Sonntag ist außerdem verkaufsoffen.
  • 28.02.2019
    Kehl-Kork
    Traumhafte Bäder in den verschiedensten Varianten, zugeschnitten auf die individuellen Wünsche des Kunden - dafür stehen die Experten von Badtraum in Kehl-Kork seit 11 Jahren. Das Besondere dabei: Badtraum liefert alle Leistungen aus einer Hand und steht den Kunden von der Planung bis zum Einbau...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

vor 7 Stunden
Am Freitag geht es los
Die Forst Live feiert in Offenburg ihr 20-jähriges Bestehen: In Kombination mit der Wild & Fisch hat sich die Messe zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Auch für die aktuelle Ausgabe werden wieder über 33.000 Besucher erwartet.
vor 8 Stunden
Kehl
89 Shisha-Bars gab es in Kehl noch vor wenigen Monaten, inzwischen hat sich ihre Zahl auf 47 verringert. Grund sind die Auflagen, die sich aus der im November von der Stadt erlassenen Allgemeinverfügung ergeben. 
vor 9 Stunden
Europa-Park
Die neue Wasserwelt »Rulantica« des Europa-Parks in Rust eröffnet am 28. November. Das bestätigte ein Parksprecher am Montag der Mittelbadischen Presse. Auch zu den Eintrittspreisen gibt es jetzt konkrete Zahlen.
Peter Weiß (CDU) und sein französicher Kollegen Antoine Herth aus Selestat im Gespräch mit Schülern aus Lahr und Erstein.
vor 17 Stunden
Berufsmesse "Beruf und Co."
»Grenzgänger« ist ein Projekt, dass den Austausch beiderseits des Rheins erleichtern soll. Viele Tipps aus der Praxis unterschiedlicher Berufe rundeten das Angebot am Samstag bei der Messe »Beruf & Co.« ab.  
vor 17 Stunden
Mobilen Pflegedienst aufgebaut
Rolf Küderle ist tot. Der Unternehmer hatte Offenburgs ersten mobilen Pflegedienst aufgebaut. Die Familie möchte das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen.  
vor 17 Stunden
Rust
Ein Großfeuer hat im vergangenen Jahr Teile des Europa-Parks zerstört. Ein Jahr danach sollen abgebrannte Gebäude wieder stehen. Weitere Neubauten folgen. Die Behörden haben den Plänen zugestimmt.
vor 18 Stunden
Wetter
Auf strahlenden Sonnenschein am Wochenende folgt ein verregneter Montag in der Ortenau. Aber das graue Wetter hält nicht lange – schon Mitte kommender Woche ist die Sonne wieder da.
vor 21 Stunden
Ortenau
Spargel- und Erdbeerbauer im Ortenaukreis machen sich zunehmend Sorgen um ihre Betriebe. Grund dafür sind fehlende Erntehelfer, der steigende Mindestlohn und die Konkurrenz aus dem Ausland.
vor 22 Stunden
Achern
Ausbildungsbotschafter werben und informieren in Schulen für einen bestimmten Beruf. Im Acherner Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe wurden kürzlich 20 Auszubildende zu solchen Botschaftern weitergebildet – darunter auch zwei vom Ortenau-Klinikum.
24.03.2019
Kehl
Bei einer mehrstündigen Großkontrolle an der B28 bei Kehl sind der Polizei am Freitag diverse Verstöße aufgefallen. Es gab auch drei Festnahmen.
Unproblematisch kann der Jahrgang 2018 abgefüllt werden: Die Ortenauer Weinerzeuger scheinen nicht unter den knapper werdenden Flaschen zu leiden. Weil Glashütten die Wannen warten, kommt es andernorts zu Engpässen.
24.03.2019
Wein-Jahrgang 2018
Vorgesorgt haben die Winzergenossenschaften und Weingüter der Ortenau in Sachen Glasflaschen. Während die Branche über Lieferengpässe klagt, können sich die Betriebe in der Region auf ihre Großhändler verlassen. Nur Sonderformen sind nicht spontan erhältlich. 
Zum Verband des Bunds Heimat und Volksleben gehören rund 200 Vereine, die das Brauchtum durch das Tragen der etwa 500 verschiedenen Trachten auch heute noch lebendig halten.
24.03.2019
Renaissance des Brauchtums
Der badische Bund Heimat und Volksleben hat sich in der Friesenheimer Sternenberghalle zur Mitgliederversammlung getroffen. Neben einem Ausblick und zwei angekündigten Abschieden gab es zahlreiche Ehrungen für einzelne Vereine des Verbands.