Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Feuerlöschboot vereint seit zehn Jahren Kehl und Straßburg

Autor: 
red/sab
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15. März 2019
Das Feuerlöschboot mit dem Namen »Europa 1« musste vergangenes Jahr zu zwei Großeinsätzen am Rhein ausrücken.

Das Feuerlöschboot mit dem Namen »Europa 1« musste vergangenes Jahr zu zwei Großeinsätzen am Rhein ausrücken. ©Landratsamt Ortenaukreis

Das deutsch-französische Feuerlöschboot »Europa 1« ist ein gutes Beispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Rhein. Die Mitglieder des Zweckverbands feierten kürzlich sein zehnjähriges Bestehen.

Das deutsch-französische Feuerlöschboot »Europa 1« ist vergangenes Jahr zehn Jahre alt geworden. Wie das Landratsamt Ortenaukreis in einer Pressemitteilung berichtet, würdigten die deutschen und französischen Mitglieder des grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverbands Feuerlöschboot »Europa 1« den »runden Geburtstag« im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung. 

»Das Feuerlöschboot ist eine echte deutsch-französische Maßarbeit und damit ein Musterbeispiel grenzüberschreitender Kooperation«, wird der Landrat des Ortenaukreises Frank Scherer in der Mitteilung zitiert. »Mit der Europa 1 wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit täglich gelebt.« 

Zwei Großeinsätze

Thierry Carbiener, Verbandsvizepräsident und Präsident des Verwaltungsrats der französischen Brand- und Rettungsdienste für das Département Bas-Rhin hob die Wichtigkeit des deutsch-französischen Feuerlöschbootes hervor. Dieses habe sich nicht zuletzt bei Straßburger Großeinsätze im Sommer 2018 gezeigt, so Carbiener. Im Juli war ein Feuer in einem Industriegebäude der Firma Suprema ausgebrochen und im September brannte im Stadtteil Neuhof ein Müllberg.

Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die »Europa 1« insgesamt 20 Einsätze, bei denen der Alarm entweder von der deutschen oder von der französischen Seite ausgelöst wurde, heißt es weiter. Verglichen mit den beiden Vorjahren ist die Anzahl der Einsätze nach Angaben des Landratsamts leicht gestiegen. 

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»Europa 1« nahm im Januar 2008 den Betrieb auf. Seine grenzüberschreitenden Aufgaben seien die Personenrettung, die Brandbekämpfung und die Wasserversorgung von Einheiten an Land bei großen Bränden im Bereich des mittleren Oberrheins. 

Grenzüberschreitend

Die Realisierung war der Pressemitteilung zufolge nur durch die Beteiligung zahlreicher Akteure auf beiden Seiten des Rheins und die finanzielle Unterstützung mehrerer Beteiligter möglich (siehe Hintergrund-Kasten). Getragen wird der Zweckverband auf deutscher Seite vom Ortenaukreis und weiteren Partnern wie der Stadt Kehl, dem Hafen Kehl, dem Landkreis Raststatt und der Stadt Rheinau. Sowie auf der französischen Seite vom Departement du Bas-Rhin mit seiner Feuerwehr- und Rettungswache (SDIS 67), schreibt das Landratsamt.

Die »Europa 1« ist 23 Meter lang, 6,20 Meter breit, 40 Stundenkilometer schnell und mit acht Mann Besatzung voll einsatzfähig. Der operative Betrieb des Feuerlöschboots wird laut Mitteilung von den Feuerwehren des SDIS 67 und der Stadt Kehl übernommen. 

Die Besatzung besteht aus einem Schiffsführer und einem Maschinisten als Schiffspersonal sowie sechs Feuerwehrleuten als Einsatzkräfte, die gemäß einem Rufbereitschafts- und Bereitschaftsdienst abwechselnd von den jeweiligen Rettungskräften gestellt werden. Der Bereitschaftsdienst am Tag wird von den französischen Kräften von 7 bis 19 Uhr gewährleistet, während die deutschen Teams den Bereitschaftsdienst in der Nacht von 19 bis 7 Uhr und an den Wochenenden sicherstellen. 

Hintergrund

Eigentümer und Finanzierung der »Europa 1«

Durch die Eigentumsübertragung des Bauherrn Baden-Württemberg ist der grenzüberschreitende örtliche Zweckverband (GÖZ) »Europa 1« zum Eigentümer des Feuerlöschbootes geworden, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts. Damit ist er für den Betrieb zuständig. 
Da sein Sitz bei der Feuerwehr- und Rettungswache des Départements Bas-Rhin (SDIS 67) in Straßburg-Wolfisheim angesiedelt ist, unterliegt das Boot dem französischem Recht. Dem GÖZ gehört die Feuerwehr- und Rettungswache (SDIS) des Departements Bas-Rhin, der Generalrat des Departements Bas-Rhin und der Ortenaukreis an.
An der Finanzierung des 2,5 Milllionen Euro teuren deutsch-französischen Feuerlöschbootes haben sich zahlreiche Partner beteiligt:

  • Europäische Union, Programm Interreg III-A: 1 Million Euro
  • Land Baden-Württemberg als Bauherr: 750 000 Euro
  • Generalrat des Departements Bas-Rhin: 300 000 Euro
  • Französischer Staat: 290 000 Euro
  • Region Elsass: 75 000 Euro
  • Hafen Straßburg: 50 000 Euro
  • Feuerwehr- und Rettungswache SDIS des Departements Bas-Rhin: 35 000 Euro.

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