Nach Ausschreitungen in Kehl

Freibäder: Vetrano fordert mehr Polizei - auch aus Frankreich

Autor: 
red/maj
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01. Juli 2019
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Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano.

(Bild 1/2) Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano. ©CDU

"Unhaltbar" seien die Zustände in den Kehler Freibädern, entstehen würden sie "vor allem durch große Gruppen unangepasster Jugendlicher aus Straßburg" - Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano hat sich in einer Pressemitteilung zu den Vorfällen in den Kehler Schwimmbädern geäußert. Er fordert mehr Polizei von Innenminister Thomas Strobl und auch von der Straßburger Präfektur. Am 10. Juli will sich die Stadt Kehl mit den Nachbarn aus Frankreich treffen.

Die Kehler Freibäder kommen nicht aus den Schlagzeilen. Erneut wurden sie am Sonntag wegen Überfüllung geschlossen. Nun hat sich Oberbürgermeister Toni Vetrano gemeldet, wie die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Er hat sich in zwei Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl und an den Präsidenten der Eurométropole de Strasbourg, Robert Herrmann, gewendet.

Zustände "unhaltbar"

In den Schreiben bezeichne Vetrano die Zustände in den Bädern als "unhaltbar". Er fordere deshalb Unterstützung von der Landespolizei sowie der französischen Polizei. In der Pressemitteilung wird der Oberbürgermeister wie folgt zitiert: "Wir können nicht unsere grenzüberschreitenden Projekte feiern, Probleme, die in unserem gemeinsamen Lebensraum entstehen, aber ignorieren."

Bereits vor einer Woche habe es ein Telefongespräch zwischen Vetrano und Herrmann gegeben, in der es um die Zustände in den Kehler Bädern ging, die "vor allem durch große Gruppen unangepasster Jugendlicher aus Straßburg entstanden sind". Konkretere Angaben zu diesen Gruppen - woher sie stammen, wer sie sind - wollte die Stadt Kehl auf Nachfrage von Baden Online nicht geben. Wegen der Vorkommnisse wird es am 10. Juli ein Treffen zwischen der Stadt Kehl und der Straßburger Präfektur geben. Die Präfektur ist auch zuständig für die französische Nationalpolizei.

OB will mehr Polizei

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Um das Thema Polizei gehe es Vetrano auch im Schreiben an Innenminister Strobl. In der Pressemitteilung der Stadt Kehl heißt es, dass der OB, wie bereits sein Vorgänger Günther Petry, seit vielen Jahren fordert, dass Kehl aus polizeilicher Sicht nicht als ländlicher Raum betrachtet wird. OB Vetrano in der Pressemitteilung: "Die Kehler Polizei ist, das bemängeln wir seit Jahren, personell bei weitem nicht so ausgestattet, wie sie es wäre, wenn Straßburg keine französische, sondern eine deutsche Großstadt wäre. Wir erleben gerade eine Situation, die deutlich zeigt, dass diese Position realitätsfremd und unhaltbar ist."

Europa-Park als Vorbild

Vetrano nutzt den Europa-Park als Beispiel. Wenn es dort möglich sei, einen deutsch-französischen Polizeiposten zu installieren, "so muss es auch bei uns möglich sein, dass uns die Polizei – am allerbesten in deutsch-französischer Kooperation – unterstützt". Im Kehler Freibad ist seit 2000 ein Mediator aus Frankreich tätig. Er soll Konflikte mit Franzosen schlichten.

 

Hintergrund

CDU/FDP-Fraktion äußert sich

Am Montagnachmittag hat sich auch die neu gegründete Fraktion aus CDU und FDP des Kehler Gemeinderats zu den Geschehnissen in den Bädern geäußert. In einer Pressemitteilung wendet sich die Fraktion an OB Vetrano. In dieser fordert sie "den sofortigen Einsatz von Bereitschaftspolizisten" in den Freibädern. Die Beispiele Offenburg und Freiburg hätten deutlich gezeigt, dass es mit zusätzlichen polizeilichen Kräften möglichwar, die gegebene Eskalation weitgehend zu befrieden. Ohne diese Maßnahme sei es nicht möglich, die Situation in den Griff zu bekommen. Konkret fordet die Fraktion, den neitnahen Einsatz von zehn bis zwölf Bereitschaftspolizisten beim Innenministerium zu beantragen.

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