Am 14. Juli verstorben

So war die Beerdigungsfeier von Frieder Burda in Baden-Baden

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as
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25. Juli 2019
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©Museum Frieder Burda

Er schenkte Baden-Baden ein Museum - und vielen Menschen Einblicke in die Kunst: Frieder Burda hat etwas hinterlassen, was bleibt. Seine Sammlung ist auch nach seinem Tod für die Öffentlichkeit zugänglich. Dafür hat er gesorgt.

Ein grün-weißes Blumenmeer aus Rosen, Orchideen, Löwenmäulchen, Olivenzweigen und Hortensien rund um den Sarg. Davor ein großes Schwarz-Weiß-Bild mit dem lachenden Frieder Burda. In der festlich geschmückten Stiftskirche von Baden-Baden, der Grablege der badischen Markgrafen, haben sich am Donnerstag Familie, Freunde und Wegbegleiter von einem der bedeutendsten Kunstsammler und einem großen Mäzen verabschiedet. FriederBurda war am 14. Juli im Alter von 83 Jahren gestorben.

»Du hattest fürwahr ein großes Herz«

In der gut einstündigen bewegenden Trauerfeier zeichneten Freunde und Angehörige vor rund 100 Trauergästen das Bild eines verlässlichen und aufrechten Menschen, der für sich bescheiden, aber zu anderen großherzig war. »Du hattest fürwahr ein großes Herz«, rief ihm sein Freund Bernhard Servatius zu.

Das schlug vor allem für seine Familie: Mit seiner dritten Frau Elke, die vier Kinder mit in die Ehe brachte, fand er ein spätes Glück. Doch zuvor hatte eine andere große Liebe den zweiten von drei Söhnen des Verlegerehepaares Aenne und Franz Burdanach Drucker- und Verlagslehre auf Abwege gebracht: Ein Bild des Malers Lucio Fontana ließ Ende der 1960er Jahre sein Herz schneller schlagen.

Rund 1000 Werke

Das war der Beginn einer Leidenschaft, die in eine der bedeutendsten Privatsammlungen mit heute rund 1000 Werken moderner und zeitgenössischer Kunst mündete - mit Werken unter anderem von Pablo Picasso, Ludwig Kirchner, Jackson Pollock, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

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Für seine Stiefkinder Patricia und Dominic war Frieder Burdanicht nur ein Vorbild, das Werte wie Ehrlichkeit und Anstand vorlebte, wie sie in einer berührenden gemeinsamen Rede schilderten. Er ermunterte sie auch dazu: »Folgt euren Träumen.« Frieder Burda, am 29. April 1936 im badischen Gengenbach geboren, hat dies getan - und damit nicht nur sich selbst, sondern viele Menschen glücklich gemacht.

OB nimmt Abschied

»Frieder Burda hat sich in ganz außergewöhnlicher Weise um die Kunst-, Kultur- und Festspielstadt Baden-Baden verdient gemacht und Projekte realisiert, die beispielhaft sind«, sagt Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU), die sich gerne an den Mäzen erinnert, der auch das Festspielhaus förderte. »Als warmherzigen und bescheidenen Menschen.«

Und einen großzügigen. Schließlich hat er Baden-Baden ein tolles Geschenk gemacht: das im Jahr 2004 eröffnete Museum an Baden-Badens Prachtmeile, der Lichtentaler Allee. Groß war der Widerstand zunächst dagegen - doch noch größer die Begeisterung in der Kurstadt, als sich der lichtdurchflutete Musentempel des Star-Architekten Richard Meier als Touristenmagnet entpuppte: Rund 200 000 Besucher jährlich strömen in das Haus, das immer wieder mit großen Ausstellungen von sich reden macht.

Museum finanziell abgesichert

Dass das Museum abgesichert ist, dafür hat der Mäzen schon zu Lebzeiten gesorgt: Frieder Burda, der keine leiblichen Kinder hat, hat bereits Ende der 1990er Jahre den Großteil seines Vermögens in eine Stiftung eingebracht. Sie soll gewährleisten, dass seine Sammlung auch nach seinem Tod zusammenbleibt und das Museum weiter ohne öffentliche Gelder auskommt. Nach seinem Tod soll nun Stiefsohn Dominic sich verstärkt in der Stiftung engagieren. Eine Richtungsänderung ist damit nicht verbunden, betont eine Museumssprecherin. »Grundsätzlich bleibt alles wie es ist.«

Ganz im Sinne von Frieder Burda. Neben Mozart und Bach liebte er übrigens Frank Sinatra. In der Stiftskirche sang Marc Marshall »Thats's Life«, bevor Frieder Burda auf dem Stadtfriedhof beigesetzt wurde. Freund Bernhard Servatius gab den Trauergästen ein Goethe-Zitat mit: »Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.«

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