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Google Traffic: Rechnen fürs Durchkommen

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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29. September 2016

Ersetzen immer mehr das Navi: kostenlose Echtzeitroutenplaner, die auch übers Handy abgerufen werden können. Google Traffic mischt bei der Aufholjagd mit. ©dpa

Verkehrslagennachrichten in Echtzeit werden immer beliebter. Nachdem Google Traffic bereits 2011 in einer Version auf den deutschen Markt kam, ist inzwischen die Aufholjagd zu den kostenpflichtigen Navigationssystemen gelungen.

Der größte Vorteil von Google Traffic ist vermutlich, dass man es am Bildschirm von Computer, Laptop oder Handy nutzen kann. Für die Routenplanung dasselbe System nutzen zu können wie dann bei der Navigation via Handy, ist für viele Nutzer der einfachste Weg, um um den nächsten Stau herumzukommen.

»Google Traffic hat als Anbieter von Verkehrsnachrichten in Echtzeit kräftig zugelegt«, steht für Christian Schellenberger, Onlineredakteur bei Reiff Medien, fest. Seine Info gibt Google Traffic über ein Farbsystem weiter: Während rot-schwarz Stopp and Go bedeutet, ist rot zähfließender Verkehr. Strecken mit erhöhtem Verkehrsaufkommen sind gelb markiert. Und wenn eine Straße grün eingefärbt ist, heißt das natürlich freie Fahrt.

Neuberechnung

Zumindest für den Moment. Denn wenn sich die Verkehrslage ändert, bekommt das Google Traffic sofort mit: Es passt seine Berechnungen an. Der Nachteil: Google Traffic funktioniert nicht ganz zuverlässig. »In Abschnitten, in denen die Funkverbindung schlecht ist, schwächelt auch Google Traffic«, so Schellenberger. Im Schwarzwald zwischen Oppenau und Bad Peterstal beispielsweise ist kaum an verlässliche Infos heranzukommen.

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Dennoch: »Selbst die Polizei nutzt Google Traffic«, weiß Schellenberger. Für die Beamten sind vor allem die Informationen interessant, die sich auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen beziehen und Staus, die ohne ersichtlichen Grund entstehen. Denn: Während die Beamten die Behinderungen, die in der Folge von Unfällen entstehen, genau im Blick haben, können sie die anderen Problemstellen nicht selbst orten.

GPS liefert Grundlage

Um den Service bereitstellen zu können, nutzt Google Traffic die Daten von Handynutzern: Über Androidgeräte erhält das System durch die GPS-Ortung Infos darüber, wo sich die Fahrzeuge wie schnell bewegen. Dadurch werden dann »rein rechnerisch« Rückschlüsse auf Strömungen und Hindernisse gezogen. »Über einen Algorithmus werden Eventualitäten wie das Postauto, das ständig wieder anhält, herausgerechnet«, erklärt Schellenberger.

Ausgewertet werden diese Daten laut dem Unternehmen allerdings nicht. »Google sagt, dass sie daraus keine Rückschlüsse auf die Handys ziehen würden«, ergänzt der Onlineredakteur.