BO.de-Umfrage
Dossier: 

Große Vorbehalte gegen Geothermie-Bohrungen

Autor: 
Christian Schellenberger
Lesezeit 15 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
29. November 2014

Vor zwei Wochen wollten wir von Ihnen wissen: Wie stehen Sie zum Thema Geothermie? Sehen Sie die geplante Bohrung in Neuried als Chance oder Risiko? Die Online-Redaktion hat Ihre Antworten nun ausgewertet und präsentiert die wichtigsten Zahlen in interaktiven Diagrammen.

Der Oberrheingraben bietet besonders gute Voraussetzungen für die Wärme- und Stromerzeugung aus der Tiefe. Während in Mitteleuropa je 100 Meter Tiefe die Temperatur durchschnittlich umetwa drei Grad Celsius zunimmt, sind es zwischen Karlsruhe und Basel etwa 4.5 Grad Celsius je 100 Meter. Das macht die Region zu einem beliebten Standort für Erdwärmesonden, Wärmebrunnen und Tiefengeothermie-Kraftwerken. Allein in der Ortenau zapfen an knapp 500 Stellen Hausbesitzer und Unternehmen die Wärme aus bis zu 400 Metern Tiefe an. In Neuried und Straßburg soll zudem mehrere tausend Meter tief gebohrt werden. Eine Übersicht der geplanten Tiefengeothermie-Projekte in der Region sehen Sie in unserer Karte.

Insgesamt haben 383 Menschen an unserer nicht-repräsentativen Umfrage zum Thema Geothermie teilgenommen, 271 von ihnen haben angegeben, dass sie in der Ortenau wohnen. Deren Angaben hat die Redaktion vonBO.de ausgewertet. Aus der Sortierung nach Wohnorten wird deutlich: Angestimmt haben vor allem die Menschen, die von einer Erdwärmebohrung nahe des Gewerberparks Basic in Neuried direkt betroffen wären. Mit 140 Teilnehmern sind die Kehler und Neurieder bei unserer Umfrage am Stärksten vertreten.

 

Vor allem die Altersgruppe zwischen 40 und 65 Jahren interessiert sich für das Thema Geothermie-Bohrungen: Knapp zwei Drittel der Teilnehmer ist so alt.

 

 

Wir wollten von Ihnen wissen, wie gut Sie sich über das Thema Geothermie mit seinen Chancen und Risiken informiert fühlen. Der Wert 1 steht dabei für "schlecht informiert", der Wert 5" für "ausreichend" informiert. Nur eine Minderheit fühlt sich folglich schlecht informiert.

 
- Anzeige -

Wie denken Sie über Geothermie als Ernergiequelle für die Zukunft? Fast zwei Drittel der Befragten glaubt, dass die Geothermie keine Technologie für die Zukunft ist. Immerhin etwas mehr als ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer geht davon aus, dass Geothermie neben anderen Energiequellen eine Rolle spielen wird.

 

 

Wir haben Sie gefragt, was Sie von Bürgerinitiativen gegen Geothermiebohrungen halten. Rund die Hälfte der Teilnehmer hat angegeben, dass sie Bürgerinitiativen unterstützenswert findet. Nimmt man den Anteil derjenigen hinzu, die Mitglied einer BI sind, liegt die Akzeptanz von Bürgerinitiativen gegen Geothermiebohrungen bei rund drei Vierteln.

 

Bei der Frage nach der Akzeptanz von Erdwärmebohrungen zeichnet sich ein deutliches Bild gegen diese Technologie ab. Nicht nur in den beiden betroffenen Städten Kehl und Neuried, sondern auch bei der Ortenau-weiten Auswertung liegen die Gegner vorn. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Anteil der örtlich direkt Betroffenen an der Abstimmung vergleichsweise hoch ist.

 

Bei der Auswertung nach Altersgruppen zeigt sich, dass die Skepsis mit zunehmendem Alter wächst. Fast drei Viertel der über 65-Jährigen lehnt Geothermiebohrungen ab, in den Altersgruppen 30 bis 39 und 40 bis 49 sind es dagegen nur rund 45 Prozent.

 

Wie denken die Menschen in Neuried und Kehl über Geothermie-Bohrungen? Klicken Sie auf den Schalter und vergleichen Sie die Diagramme!

 
 

Mehr zum Thema

  • Video: Geothermie - Gefahr oder Nutzen?

Kommentare

Damit Sie Kommentare zu diesem Artikel lesen können, loggen Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten ein.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Achern scheint gerettet
vor 23 Minuten
Die Beratungsgesellschaft Lohfert & Lohfert hat ihr Gutachten zur künftigen Struktur des Ortenau-Klinikums am Donnerstag dem Krankenhausausschuss vorgestellt. Die Berater sehen keine Alternative zu einer Reduzierung der Zahl der Klinikstandorte auf drei oder vier.
Räuberische Erpressung 
vor 2 Stunden
Muss ein 40-Jähriger in die Psychatrie? Über diese Frage wird vor dem Landgericht Offenburg entschieden. Der Angeklagte soll letztes Jahr zwei Mal versucht haben, Bankfilialen zu überfallen und habe sich später selbst gestellt – weil er dringend Hilfe brauche. 
Vor dem Landratsamt in Offenburg hat sich Protest gegen mögliche Klinikschließungen formiert.
Ortenau-Klinikum
vor 7 Stunden
Wie geht es mit den Standorten des Ortenau-Klinikums weiter? Christian Keller, Klinikum-Geschäftsführer, hat am Donnerstagmorgen die Ergebnisse des Gutachtens der Hamburger Klinikberatung Lohfert & Lohfert vorgestellt. Vor allem für einen Standort hatte er gute Nachrichten. 
Umleitung war eringerichtet
vor 8 Stunden
Wegen eines liegengebliebenen Lkws war die Straße nach der B33-Abfahrt bei Berghaupten-Marktscheune am Donnerstag mehrere Stunden gesperrt. Eine Umleitung war eingerichtet.
Schlag gegen Menschenhändler
vor 13 Stunden
Bei der bundesweiten Razzia zur Entdeckung eingeschleuster thailändischer Frauen und Transsexuellen wurde auch ein Club in Offenburg durchsucht. Hinweise auf einen illegalen  Aufenthalt der Mädchen fanden die Beamten nicht, allerdings wollte eine Person aussagen.
Forstwirtschaftliche Vereinigung
vor 17 Stunden
Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald (FVS) traf sich zur Hauptversammlung in Fischerbach. Es ging um nichts Geringeres als die Zukunft des Waldes. 
Ortenau-Reportage
18.04.2018
Maximilian Krones hat eine Nacht im Zelt im Offenburger Wald verbracht. Was die Stunden in der Dunkelheit mit ihm angestellt haben, hat er in einer Reportage aufgeschrieben.
Bordell durchsucht
18.04.2018
Die Bundespolizei geht mit Razzien und Festnahmen gegen die Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu vor. Hunderte Frauen sollen aus Thailand eingeschleust worden sein, um als Prostituierte zu arbeiten. Auch ein Bordell in Offenburg wurde durchsucht.
Fach Deutsch
18.04.2018
In den allgemeinbildenden Gymnasien im Südwesten haben am Mittwoch die Abiturprüfungen begonnen. Etwa 33 500 Schüler starteten mit dem Fach Deutsch. In der Ortenau sind es mehr als 1300 Schüler.
Gut zu wissen
18.04.2018
Nach ein paar Bier über den Durst muss das Auto stehen bleiben, das weiß jeder. Aber wie sieht es beim Fahrrad aus? Auch Radfahrer drohen strafrechtliche Konsequenzen – und schlimmstenfalls kann es sogar den Autoführerschein kosten.
Fußball-Roboter bei der WM
18.04.2018
Im Juni will die Forschergruppe um den Fußball-Roboter »Sweaty« der Hochschule Offenburg seinen zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in Montreal verteidigen. Am Dienstag erläuterte Projektleiter Ulrich Hochberg, mit welchen Neuerungen »Sweaty« an den Start geht.
Realschüler betroffen
17.04.2018
Prüfungsaufgaben bei Lehrern zu Hause – das geht gar nicht. Doch eine Schule in Bad Urach hat das fertig gebracht. Darunter leiden jetzt 40.000 Schüler, die ihre Deutschprüfung statt am Mittwoch mehr als eine Woche später schreiben müssen – auch in der Ortenau.