E-Busse

Grüne Landtagsfraktion besuchte SWEG in Lahr

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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08. Oktober 2019

Vertreter des Arbeitskreises Verkehr der grünen Landtagsfraktion zu Besuch bei der SWEG, Johannes Müller, Vorstand SWEG (links), Thomas Marwein MdL aus Offenburg (Dritter von links), Verkehrsminister Winfried Hermann (Vierter von links) und Sandra Boser MdL aus Lahr (Fünfte von links). ©Endrik Baublies

Wie sieht die Zukunft des ÖPNV auf der Straße und auf der Schiene aus? Mitglieder des Arbeitskreises Verkehr der grünen Landtagsfraktion waren in den vergangenen Tagen im Ortenaukreis unterwegs. Station machten die Abgeordneten auch bei der SWEG in Lahr.

Johannes Müller, kaufmännischer Vorstand der SWEG, stellte den Betrieb vor, der in Baden-Württemberg an verschiedenen Verkehrsverbünden beteiligt ist: Die noch junge Landesverkehrs AG ist nach dem Zusammenschluss der SWEG mit der Hohenzollernlandesbahn (HzL) entstanden. Der gesamte Betrieb, weiterhin mit Hauptsitz in Lahr, hat nun 1350 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Das Unternehmen hat 400 Busse – die meisten fahren nach der Euro 6 Norm – und 130 Schienenfahrzeuge. Müller erklärte anhand von Beispielen, wie sich der ÖPNV und die Landesverkehrs AG in Zukunft entwickeln würden. Eine Herausforderung sei dabei eine notwendige Abkehr von den dieselgetriebenen Fahrzeugen. Laut Müller haben die Städte da klare Signale gesetzt, dass es in der Zukunft bei den Fahrzeugen auf der Straße eine Alternative geben werden muss. Das Handikap derzeit seien die Reichweite und die noch deutlich höheren Kosten bei der Anschaffung. Ein Bus, der mit Batterie angetrieben wird, hat eine Reichweite von 150 Kilometern. Daimler habe erklärt, dass man bis im Jahr 2022 eine Reichweite – nur mit Batterien – von 200 Kilometern als möglich anpeilt. Mehr sei nach dem derzeitigen Wissen nicht zu erreichen. 

Die SWEG habe mit elektrischen Versuchsfahrzeugen – unter anderem im Lahrer Stadtverkehr – gute Erfahrung gemacht, ergänzte Müller. Diese seien zuverlässig, aber die geringe Reichweite und die derzeit noch deutlich höheren Kosten bei der Anschaffung der E-Busse müssten bezahlt werden. Hersteller wie Daimler oder die SWEG seien bereits in der Lage den Betrieb zu garantieren. Es sei jedoch eine Frage, was Kommunen, Landkreise oder auch Verkehrsverbünde dafür in Kauf nehmen würden.

Winfried Hermann, grüner Verkehrsminister des Landes und bis vor einem Jahr Aufsichtsratsvorsitzender der SWEG, ergänzte, dass gerade die Firma Daimler sich bei der Frage nach der E-Mobilität und ÖPNV bewegt habe. Die Städte haben da allerdings klargemacht, so der Verkehrsminister, dass man künftig genau darauf oder auf andere Alternativen setzen würde

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Keine Elektrifizierung

Müller konnte ergänzen, dass die SWEG ein wasserstoffbetriebenes Schienenfahrzeug in Winter bis nach Bad-Peterstal getestet hatte. Auch da müsse in Zukunft einiges geschehen, darin waren sich alle Anwesenden einig. Vor allem, da es auf den Nebenstrecken teilweise keine Elektrifizierung gibt – und auch in der näheren Zukunft nicht geben wird.

Eingeladen zum Besuch hatte Thomas Marwein, der Abgeordnete des Wahlkreises Offenburg. Unter den Besuchern bei der SWEG waren auch Sandra Boser, die Abgeordnete des Lahrer Wahlkreises, und Hermino Katzenstein als Vorsitzender des Arbeitskreises. 

Info

Doppelt so viele Busse erforderlich

Am Beispiel der Stadt Lörrach hat die SWEG errechnet, was eine komplette Umstellung auf Busse, die mit Batterien angetrieben sind, erfordern würde. Aufgrund der Reichweite bräuchte man anstelle von sieben bis acht dieselgetriebenen Fahrzeugen elf bis zwölf Busse mit einem reinen Elektroantrieb. 
Dazu kommen überdies notwendige Anschaffungen in der gesamten Infrastruktur.

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