Start in schwierigen Zeiten

Haus des Jugendrechts in Offenburg zieht erste Bilanz

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
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01. Juli 2020

Das Haus des Jugendrechts in der Straßburger Straße startete kurz von der einschränkenden Corona-Pandemie. Trotzdem sind die Verantwortlichen mit dem bisher Erreichten zufrieden. ©Ulrich Marx

Das Offenburger Haus des Jugendrechts zieht eine positive Zwischenbilanz. So schreiben Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Offenburg sowie das Landrats­amt Ortenaukreis in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Das Haus des Jugendrechts in Offenburg hat am 17. Februar seine Arbeit aufgenommen. Der Einrichtung liegt eine Kooperationsvereinbarung der drei Projektpartner Staatsanwaltschaft, Polizeipräsidium und Landratsamt und Amtsgericht Offenburg zugrunde. Seither arbeiten dort Fachleute wie Jugenddezernenten aller drei Einrichtungen zusammen.

Das Haus ist zuständig für Straftaten unter 18-jähriger Jugendlicher mit Wohnort in Offenburg sowie der Gemeinde Durbach – allerdings nicht für Sexual- und Tötungsdelikte oder schwere Rauschgiftdelikte, Wohnungseinbrüche, Staatsschutzdelikte und Verkehrsunfallsachen. Diese bleiben in der Zuständigkeit der Spezialdezernate der jeweiligen Polizeidienststellen und der Staatsanwaltschaft Offenburg. Unabhängig vom Wohnort ist das Haus des Jugendrechts Offenburg auch zuständig für „jugendliche Intensivtäter“.

Die Bündelung der Ressourcen soll das Ziel des Jugendstrafverfahrens besser ermöglichen, erzieherisch auf den jugendlichen Straftäter einzuwirken – damit er künftig keine Straftaten mehr begeht. Herwig Schäfer, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwalt Offenburg, betont daher: „Um dieses Ziel zum Erfolg werden zu lassen, ist es besonders wichtig, dass möglichst alle am Verfahren beteiligten Stellen eng und intensiv zusammenarbeiten.“

Nur so könne möglichst passgenau reagiert werden. Dazu sollen die anfallenden Vorgänge in Fallkonferenzen bewertet und das weitere Vorgehen im Einzelfall abgestimmt werden. Einbezogen werden auch die Erziehungsberechtigten und auch externe Organisationen, etwa die Diakonie oder die Soziale Rechtspflege Ortenau.

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Polizeipräsident Reinhard Renter pflichtet dem bei: „Die durch das Haus des Jugendrechts geschaffenen kurzen Drähte optimieren nicht nur die Zusammenarbeit unter den beteiligten Behörden und Projektpartnern, sondern auch die Interventionsmöglichkeiten gegen die Jugendkriminalität.“ Die Akteure des Hauses des Jugendrechts haben es sich insbesondere zum Ziel gemacht, Kriminalität durch Prävention zu vermeiden und den Opferschutz zu stärken.

Prävention aufnehmen

Polizeihauptkommissar Stephan Krämer, Koordinator des Hauses des Jugendrechts beim Polizeirevier Offenburg, gibt zu bedenken: „Die Prävention an Schulen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Sie kann leider derzeit aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht umgesetzt werden.“ Man wolle das aber so schnell wie möglich wieder aufnehmen.

Oberamtsanwalt Andreas Wurth, Jugenddezernent bei der Staatsanwaltschaft Offenburg, betont, man sei wenige Wochen nach Aufnahme des Betriebes des Hauses des Jugendrechts durch die Covid-19-Pandemie ausgebremst worden. Gleichwohl bewertet er bereits jetzt die gemeinsame enge und intensive Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Polizei und des Jugendamts als gewinnbringend. „Wir haben bereits arbeitsteilig verschiedene Aufgaben und Ziele in Angriff genommen und Überlegungen zu künftigen Projekten, wie beispielsweise einem Opferschutzfonds und zur Ausweitung möglicher Einsatzstellen für die Ableistung von Arbeitsstunden angestellt.“ Informationsflüsse und Arbeitsabläufe seien optimiert.

Derzeit laufen erste Fallkonferenzen an, die es neben zeitnahen strafprozessualen Maßnahmen ermöglichen, seitens des Jugendamts einen Hilfebedarf des Jugendlichen zu prüfen. Landrat Frank Scherer erklärt: „Die Jugendhilfe im Strafverfahren begleitet und berät junge Menschen, gegen die ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Der regelmäßige Austausch und die guten Absprachen gewährleisteten abgestimmte Lösungen im Sinne der Jugendlichen und ihrer Familien. Eine Besonderheit des Offenburger Haus des Jugendrechts ist die direkte Einbindung des örtlichen Jugendamts, die sich darin zeigt, dass das Landratsamt Ortenaukreis als Träger der Jugendhilfe vor Ort räumlich vertreten ist. 

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