Ortenau

Heiz-Desaster im Offenburger Frauenhaus

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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24. November 2018
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Weil der Heizkessel im Offenburger Frauenhaus seinen Geist aufgegeben hat, mussten die 13 Kinder mit Wärmeflaschen geschützt werden. Geschäftsführerin Monika Strauch war dabei als Krisenmanagerin gefragt. ©Frauen helfen Frauen Ortenau e.V.

Mitten in unsere Weihnachtsaktion »Leser helfen« zugunsten eines erweiterten Frauenhauses platzte am Donnerstag die Hiobsbotschaft: Die Heizung ist »hinüber«. Glücklicherweise hat die Offenburger Heizungsbaufirma Straube schnell reagiert und eine neue aufgebaut und dazu noch 500 Euro gespendet. Dennoch sind Spenden für das große Ziel nötiger denn je: 150  000 Euro werden benötigt, 20 000 sind erreicht.
 

»Auch das noch…«, seufzt Monika Strauch ganz tief. Nun ist die Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen nicht eine, die in Zuckerwatte gepackt ist. Eine, die Herausforderungen von Berufs wegen nicht bewältigen kann. Aber dass nun die gesamte Heizungsanlage im Frauenhaus zusammengebrochen ist, das bringt sie trotz der beißenden Kälte zu nahezu panischen Schweißausbrüchen.

Der 20 Jahre alte Heizkessel hatte Haarrisse, das Öl tropfte in die Bodenwanne, die gesamte Heizanlage musste vor fünf Tagen abgeschaltet werden.  Da war nichts mehr zu machen, der Heizungsbauer wurde umgehend alarmiert. Und – der kam sofort! Die Firma Sanitär und Heiztechnik Straube aus Offenburg hat die Not sofort erkannt und  alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst schnell eine neue Heizung zu ordern, einzubauen und in Betrieb nehmen zu können. »Nach Rücksprache mit Herrn Straube erhalten wir zu dieser schnellen Hilfe zudem eine Spende von 500 Euro«, freut sich Monika Strauch. 

Zum Glück. Denn derzeit ist das Frauenhaus mit 13 Kindern belegt, darunter sind die allermeisten Kleinkinder, mit einem acht Monate alten Baby und einer hochschwangeren Frau. Es herrscht dazu Vollbelegung, wie immer. »Wir versuchen, uns in der Ausfallzeit so gut wie es eben geht zu behelfen.« Hauswirtschafterin Karin Homberg hat Wärmflaschen eingekauft, Fachberaterin Anna Staiger brachte einen Radiator von zu Hause mit. Decken, Socken, Pullover und Wärmflaschen sind im Einsatz, jede Mitarbeiterin hat etwas Wärmendes mitgebracht. Das Baby hat es also warm im Bettchen.

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Ausfall der Heizung problematisch

In der Not war eine ganz besondere Art des Aufwärmens im Einsatz. »Wir haben Plastikflaschen mit heißem Wasser befüllt, die man an den Körper legen kann«, erzählt Monika Strauch. Der Ausfall der Heizung ist nicht nur wegen der frostigen Temperaturen problematisch. Auch der Jahresetat des Vereins Frauen helfen Frauen bekommt kalte Füße. Er schwächelt regelmäßig zum Jahresende hin. Rund 11.000 Euro stehen auf dem Kostenvoranschlag des Heizungsbauers, und die müssen gestemmt werden. 

Wärme und Hoffnung in das ganze Unglück bringen die Spender der Aktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse, die noch bis Dreikönig läuft und für eine dringend benötigte Erweiterung des Frauenhauses gedacht ist. »Wir freuen uns so sehr über jeden Betrag der Leser«, dankt Monika Strauch. Doch statt für die Einrichtung von 20 Zimmern, Aufenthaltsraum, Küchen, Anschaffung von Spielgeräten und Spielplatz draußen und zwei Fahrzeugen »werden wir einen Teil der Spenden nun in die Heizung investieren müssen«, so Strauch. 

Info

Die aktuellen Spender

Uwe Zeibig, Georg Schmid, Ernest und Erika  Holtzhauer, Stefan Leithi, Margareta Kreiner, Lydia Bayer, Giesela Lammche, Gerhard und Brigitte Zeeb, Bianka Kempf, Hedwig Matt-Disch, Manfred und Ilse Doll, Karl und Ursula Benz, Christiane Heinze, Waltraud Huber, Hans-Otto und Monika Schaub, Kurt Weber, Raiffeisen-Kraftfutterwerk Kehl GmbH, Günther und Gabriele Appenzeller, Norbert Häring, Hansjörg und Herta Stürze, Familie Kipper und Jakob, Erna und Gert Bornhäuser, Ingrid Werner, Frauengemeinschaft Herz-Jesu, Sabine Hasler, Ute Villing, Beate Schütt, Ursula Maier, Monique Hezel-Reyntjens, Rita Spinner, Norbert und Christa Hertle, Maria Schillinger, Annedorle Schick-Wanjek, Dr. Dieter Petri, Ines und Edmund Benz, Kurt und Patricia Fischer, Elisabeth Übel, Petra Braun, Karlheinz und Barbara Hillenbrand, Gemeinschaftspraxis Dr. Stephen Müller und Michael Schulze (Oberkirch), Rainer Plöger (Kehl-Auenheim).

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