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Offenburg

Hier gibt es noch freie Ausbildungsplätze

Agentur für Arbeit und die Kammern sehen gute Chancen für Schulabgänger
01. September 2013
&copy Iris Rothe

Selten war der Ausbildungsmarkt für Schulabgänger so gut. Die Agentur für Arbeit meldet 430 noch unversorgte junge Menschen. Gleichzeitig gibt es 705 nicht besetzte Lehrstellen. Mit etwas Flexibiliät lässt sich also durchaus etwas finden.

Wenn Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenburger Agentur für Arbeit, den Lehrstellenmarkt ansieht, zieht eine für Bewerber positive Bilanz: »Der Ausbildungsmarkt in der Ortenau ist so günstig wie lange nicht mehr. Rein rechnerisch kommen auf jeden unversorgten Bewerber 1,6 unbesetzte Ausbildungsstellen«, sagt er gegenüber der Mittelbadischen Presse.

Einige Betriebe haben Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen. »Wir tun uns schwer, Auszubildende zur Fachverkäuferin Lebensmittelhandwerk/Fleischerei zu finden«, sagt Jens Decker (Deckers Frische-Center in Oberkirch).

Der Beruf habe bei Jugendlichen vielleicht ein schlechtes Image, doch würden hier keine Tiere mehr geschlachtet und zerlegt. Dabei biete der Beruf viele Chancen: »Denn auf dem freien Stellenmarkt gibt es selten ausgebildete Fachverkäuferinnen.« Auf Noten achte der Betrieb bei Azubis weniger als auf die Einstellung zur Sache, also ob jemand arbeiten, vor allem aber verkaufen möchte.

Auch Jürgen Schillinger, Inhaber von Colibri-Reiseservice in Offenburg, tut sich schwer, die Ausbildungsstelle zum Touristikkaufmann zu besetzen. »Die Bewerber müssen Englisch können und komminikativ sein«, erklärt er. Außerdem sollten sie 18 Jahre alt sein, damit sie im ersten Lehrjahr im Betrieb arbeiten und im zweiten in die Berufsschule gehen können. Wunschkandidaten seien für Schillinger Abiturienten oder Absolventen der Realschule, die ein Berufskolleg absolviert haben.

Johannes Silberer, Bereich Berufsbildung bei der Indus-trie- und Handelskammer, teilt mit, dass es noch rund 100 offene Lehrstellen gibt, vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe, Lagerlogistik und Berufskraftfahrer.

Die Handwerkskammer Freiburg meldet, dass es nahezu in allen Gewerken und Branchen noch freie Ausbildungsplätze hat. Besonders schwer falle es den Betrieben der Nahrungsmittelhandwerke, Auszubildende zu finden. Aber auch im Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerk, im Bauhandwerk oder im Elektrohandwerk sind noch zahlreiche Unternehmen auf der Suche. Um passende Bewerber zu finden, haben die Betriebe und Handwerksorganisationen Projekte gestartet, etwa »Kompetenz und Vielfalt«. Sie sensibilisieren für Themen wie Migration oder Inklusion und bieten Hilfe bei der Suche nach Bewerbern und deren erfolgreicher Ausbildung, teilt Projektleiterin Heike Schierbaum mit.

Das geht in die Richtung, die die Agentur für Arbeit propagiert. »Viele Firmen öffnen sich für Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht die erste Wahl sind.« Die Arbeitsagentur unterstützt sie durch Förderung in überbetrieblichen Ausbildungsplätzen, mit begleitenden Hilfen, berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, gestufter Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung.

 

Offene Lehrstellen:

Die Offenburger Agentur für Arbeit listet einige Beispiele auf, in welchen Gegenden der Ortenau welche Ausbildungsplätze zu vergeben sind (alle männlich/weiblich).

Offenburg: 23 Restaurantfachleute, 20 Köche, 6 Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk, 2 Friseure, je 3 Kaufleute Einzelhandel sowie Versicherung/Finanzen, 6 Konditoren, 2 Kfz-Mechatroniker, 1 Mechatroniker, 1 Metallbauer, 1 Rechtsanwaltsfachangestellte, 4 zahnmedizinische Fachangestellte, 6 Kraftfahrer, 5 Maurer, 6 Bäcker.

Achern/Oberkirch: 10 Altenpfleger, 5 Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk, 4 Hotelfachmann/frau, 1 Kaufmann Groß und Außenhandel, 1 Kraftfahrzeugmechatroniker, 2 Bäcker,
8 Köche, 3 Maurer.

Hausach: 1 Gärtner (Garten/Landschaftsbau), 6 Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk, 7 Altenpfleger, 3 Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizung und Klimatechnik, 2 Fleischer, 3 zahnmedizinische Fachangestellte.

Lahr: 3 Restaurantfachleute, 2 Köche, 2 Hotelfachleute, 4 Maurer, 1 Tiefbaufacharbeiter, 1 Beton/Stahlbetonbauer, 1 Tischler, 1 Bodenleger, 1 Anlagenmechaniker SHK,
1 medizinische Fachangestellte, 5 zahnmedizinische Fachangestellte, 3 Altenpfleger, 8 Verkäufer, 1 Fachverkäufer Bäckerei, 2 Fachverkäufer Fleischerei, 6  Verfahrensmechaniker, 1 Mechatroniker, 1 Schornsteinfeger, 1 Schilder- und Lichtreklamehersteller.

Kehl: 1 Restaurantfachmann, 2 Maurer, 1 Glaser, 1 Dachdecker, 1 Anlagenmechaniker SHK, 2 zahnmedizinische Fachangestellte, 1 Zahntechniker, 3 Alten-
pfleger, 1 Verkäufer, 2 Fachverkäufer Fleischerei, 1 Verfahrensmechaniker, 2 Medientechnologen, 1 Zweiradmechaniker, 1 Fachkraft Veranstaltungstechnik.

Weitere Infos gibt es bei Ines Rothmeier, Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit, Telefon  0781 /  93 93-532.

Autor:
Thomas Reizel

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