Ortenau

Hilfe neben der ärztlichen Kunst

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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31. Dezember 2014

(Bild 1/2) ©Ulrich Marx

Die »Leser-helfen«-Aktion für nierenkranke Kinder und Jugendliche ist erfolgreich wie selten,  das Ultraschallgerät finanziert. Dank Ihrer Spenden ist jetzt auch Geld da für weitere Projekte. Die Mittelbadische Presse stellt sie in drei Teilen vor. Heute: die Sozialpädagoginnen.

Ortenau. »Unsere Sozialpädagoginnen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Therapie«, sagt Martin Pohl, Leiter der Kinder-Dialyse an der Universitäts-Kinderklinik in Freiburg. Die Ärzte können zwar behandeln, doch damit ist längst nicht alles getan.

Kristina Feil (Diplom-Sozialpädagogin) und Silvia Bächle (Sozialarbeiterin) sind neben allen medizinischen Fragen ein wichtiger Anker für die Eltern. Sie fangen nicht nur Sorgen und Ängste um das kranke Kind auf, sondern zeigen einfühlsam wie realitätsbewusst Wege auf, wie nierenkranke Kinder trotz ihrer Handicaps und die Eltern selbst ein möglichst normales Leben führen können.

Abseits von Diagnosen und Therapien müssen die Kinder beispielsweise in Kindergarten, Schule oder in die Lehre. Gleichzeitig müssen aber Patienten wie Träger auf die besonderen Anforderungen vorbereitet werden, weil sonst die Integration nicht funktioniert.

Hannes Amann (16) aus Gengenbach ist nur ein Beispiel für viele andere. Er befindet sich in Ausbildung, kann Sport treiben, am Leben teilhaben, und das, obwohl er vor der Einschulung 14-mal operiert werden musste.

»Wichtiger Aspekt«

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Kristina Feil und Silvia Bächle hatten daran großen Anteil, wie bei vielen anderen auch. »Ein ganz wichtiger Aspekt unserer Vereinsarbeit sind diese beiden Kräfte, die für unsere betroffenen Kinder und die Familien da sind«, sagt Elke Grösser-Litterst aus Neuried-Altenheim, Vorsitzende des Freiburger Fördervereins »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche«.

Die Sozialpädagoginnen kümmern sich außerdem um die Betreuung während der Dialyse-Zeiten (an drei Tagen bis zu je fünf Stunden), helfen bei sozialrechtlichen Fragen und Bewältigung der Krankheit im Alltag. Sie unterstützen ohnehin schon genug belastete Eltern im Paragraphen-Dschungel, beispielsweise bei Behördengängen und Anträgen bei der Krankenkasse, organisieren medizinische wie sozialrechtliche Fortbildungen für Eltern.

Vertrauenspersonen

Sie sind Vertrauenspersonen für Eltern, die sich mit allen Sorgen und Ängsten an sie wenden. Sie sind die erste Anlaufstelle für die Fragen: Wie geht es weiter, warum gerade unser Kind? Sie stehen außerdem in engem Kontakt mit den behandelnden Ärzten und bieten gleichzeitig Perspektiven, für Kinder wie Eltern.

Diese wertvolle Arbeit wird weder von der Klinik noch vom Staat finanziert. Dafür muss der Förderverein »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche« ständig um Spenden kämpfen.
Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben über die Weihnachtsaktion der Mittelbadischen Presse dafür gesorgt, dass diese Aufgabe zumindest für ein weiteres Jahr finanziert ist.

Nächste Folge: Elternwohnung
(bisher erschienen Ferienfreizeit)

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