Nachruf

Historischer Verein Mittelbaden: Klaus G. Kaufmann verstorben

Autor: 
Martin Schwendemann
Lesezeit 3 Minuten
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27. Januar 2020

Klaus G. Kaufmann ©privat

Der langjährige Vorsitzende der Historischen Vereine von Mittelbaden und Haslach, Klaus G. Kaufmann, ist am vorvergangenen Sonntag im Alter von 75 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Region eine große Historikerpersönlichkeit.

Der gebürtige Bühler war gelernter Elektromechaniker. Nach seinem Studium im Bereich des Sozialwesens arbeitete er in einem heilpädagogischen Kinderheim in Dachau, zuletzt als Leiter des Heimes. Seine Frau Christa, eine Haslacherin, hatte er während des Studiums kennengelernt. 1987 baute er zusammen mit ihr das Anwesen seiner Schwiegereltern in der „Neuen Eisenbahnstraße“ um und nahm kurz darauf eine Anstellung als Leiter des „Schwarzwaldwohnstiftes“ in Haslach an, wo er bis zu seiner Verrentung den Bewohnern viel Gutes tat.

1989 beigetreten

Bereits 1989 war er in den „Historischen Verein für Mittelbaden“ eingetreten und engagierte sich in Bühl und vor allem in der Haslacher Ortsgruppe. Seine historischen Interessen waren vielfältig, seit 1996 spezialisierte er sich auf die Erforschung des Scharfrichterwesens in der Region, Grund hierfür war auch seine Familiengeschichte – einer seiner Vorfahren war der letzte Scharfrichter in der Klosterherrschaft St. Blasien. 2005 übernahm Klaus Kaufmann von Manfred Hildenbrand den Vorsitz der Ortsgruppe Haslach im Historischen Verein für Mittelbaden, im gleichen Jahr wurde er Vizepräsident des Gesamtvereins, den er seit 2011 als Präsident leitete. „Die Ortenau“ als Publikation des Historischen Vereins für Mittelbaden erfuhr von ihm wichtige Impulse für die Zukunft.

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In Haslach selbst war Kaufmann maßgeblicher Initiator und treibende Kraft beim Aufbau des „Hauses Theres“ als Darstellung der Alltagsgeschichte im letzten kleinbürgerlichen Gebäude der Haslacher Altstadt. Die Aktivitäten der „Arbeitsgruppe KZ-Gedenkstätte Vulkan“ im Ortsverein förderte er stets und schätzte sie sehr hoch ein. Auch der Aufbau des „Weg des Erinnerns“ durch eine Jugendarbeitsgruppe war ihm ein wichtiges Anliegen. Seine Berichte in der „Ortenau“ spiegelten diese wichtigen Aktivitäten regelmäßig. Im Fokus seiner ehrenamtlichen Arbeit war zudem die Vermittlung heimatgeschichtlicher Themen: Klaus Kaufmann hat im „Alten Kapuzinerkloster“ Dutzende von Vorträgen kompetenter Referenten zu regional wichtigen Geschichtsthemen organisiert und so zahlreichen Menschen Lokal – und Regionalgeschichte nahegebracht. In Erinnerung bleiben wird auch die 100-Jahresfeier des Historischen Vereins von Haslach: 2012 wurde anstelle der zu solchen Anlässen üblichen redengeprägten Feierlichkeiten dank der Initiative von Klaus Kaufmann ein „Bilderbogen aus der Geschichte Haslachs“ aufgeführt. 

Überzeugter Europäer

Seine freundschaftlichen Kontakte zu Historikern und Geschichtsvereinen im Elsass wiesen ihn als echten und überzeugten Europäer aus. Er war im Kreise seiner Forscherkollegen ein gefragter Experte für Handschriften, engagierte sich als Bergwerksführer im Schnellinger Besucherbergwerk „Segen Gottes“ und war darüber hinaus aktives Mitglied der „Haslacher Hirtensänger“. Sein jahrzehntelanges Engagement als Organisator, Sänger und langjähriger „Sterndriller“ der „Haslacher Dreikönigssänger“ war ihm eine Herzensangelegenheit.

Im September 2018 wurde er für seine großen Verdienste gewürdigt: Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zeichnete ihn im Rahmen der „Heimattage Baden Württemberg“ in Waldkirch mit der Heimatmedaille des Landes aus. 
Die Beerdigung findet am Freitag, 31. Januar, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Haslach statt.
 

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