Offenburg

Hochschule Offenburg will Batterien verbessern

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red/klk
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30. Juni 2019
Bei der Einweihung der neuen Anlage (von links): Kanzler Bülent Tarkan, Rektor Winfried Lieber, Günter Westermann (W-Quadrat GmbH), Wolfgang Bessler, Björn Weißhar (Leclanché GmbH) und Elmar Bollin bestaunen die neue Gloveboxen.

Bei der Einweihung der neuen Anlage (von links): Kanzler Bülent Tarkan, Rektor Winfried Lieber, Günter Westermann (W-Quadrat GmbH), Wolfgang Bessler, Björn Weißhar (Leclanché GmbH) und Elmar Bollin bestaunen die neue Gloveboxen. ©Marvin Walter

Die Hochschule Offenburg hat ein neues Labor eröffnet - und will dort an wichtigen Themen für die Zukunft forschen.

An der Hochschule Offenburg ist im Beisein regionaler Industrievertreter ein neues Labor zur Erforschung von Batterien und Photovoltaikzellen eingeweiht worden. Das schreibt die Hochschule in einer Pressemitteilung. Im »Diagnostischen Batterie- und Photovoltaiklabor für Energiefragestellungen der Industrie 4.0«, kurz Enerlab, sollen insbesondere die elektrochemischen und materialwissenschaftlichen Eigenschaften von Lithium-Ionen-Batterien untersucht und verbessert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die neue Anlage mit rund 750 000 Euro gefördert. 

Neue Möglichkeiten

»Das Enerlab bietet uns ganz neue Forschungsmöglichkeiten. Bisher konnten wir die Zellen nur von außen untersuchen, beispielsweise Stromstärken und Spannungen messen. Nun können wir auch in die inneren Bestandteile hineinsehen«, freute sich Projektleiter Prof. Wolfgang Bessler vom Institut für Energiesystemtechnik. Am Labor sind neben ihm auch Daniel Kray, Dirk Velten, Elmar Bollin und Bernd Spangenberg beteiligt. Rektor Winfried Lieber bezeichnete das neue Labor als herausragende Möglichkeit, um Innovationen im Rahmen von Forschung, Lehre und Wissenstransfer regional zu entwickeln. 

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Bei einem Rundgang durch das zwei Räume umfassende neue Enerlab 4.0 erläuterte Prof. Bessler den Gästen die apparative Ausstattung für die sogenannte in-operando Diagnostik (Untersuchung von Batterien und Zellen während des Betriebs) und die sogenannte post-mortem Diagnostik (Untersuchung der inneren Bestandteile nach Ende der Lebensdauer). So laufen in mehreren Temperaturprüfschränken bereits erste Langzeittests zum Verhalten von Batterien bei bestimmten Temperaturbedingungen. 
Mit Hilfe von elektrischen Zyklierern kann das Laden und Entladen von Zellen unter definierten Leistungsbedingungen simuliert werden. In zwei sogenannten Gloveboxen werden verbrauchte Batterien unter Schutzgasatmosphäre geöffnet und die inneren Bestandteile zu Forschungszwecken und zum Recycling »geerntet«. Und mit einer speziellen Schleif- und Poliermaschine werden Batterie- und Zellproben für die Untersuchung unter dem Licht- und Rasterelektronenmikroskop präpariert.

Präzise vermessen

Diese Kombination aus Energietechnik und Materialanalytik ermöglicht es den Offenburger Forschern, Probleme wie Alterung und Betriebssicherheit bei Energiespeichern und -erzeugern zu lösen. Zudem können im Enerlab 4.0 die neuartigen Solarmodule, die im Photovoltaik-Labor der Hochschule hergestellt werden, nun nach internationalen Standards präzise vermessen und die elektronische Lebensdauer von Solarwafern und- zellen ermittelt werden.

Durch die Einbindung von regionalen Batterie- und Photovoltaikproduzenten sowie Heimspeicherherstellern, die das neue Labor ebenfalls gefördert haben, besteht ein starker Praxisbezug, der laut Prof. Bessler dazu beitragen soll, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern. 
 

Info

Enerlab 4.0

Das Enerlab 4.0 bewegt sich an der Schnittstelle von zwei Forschungsschwerpunkten der Hochschule Offenburg: Energie und Industrie 4.0. Es geht um Energieversorgung einer Industrie 4.0. Andererseits geht es um den Einsatz von Methoden der Industrie 4.0 in der Batterie- und Photovoltaikproduktion.

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