Windrad angedacht

Hochschule Offenburg will sich selbst mit Energie versorgen

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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04. Februar 2020

PV-Anlagen sollen eine tragende Rolle spielen: Bis in fünf Jahren wollen Professor Wolfgang Bessler, Professor Niklas Hartmann, Professor Elmar Bollin, Matthias Günther, Ulrich Kuttruff, Professor Michael Schmidt und weitere Kollegen mit studentischen Projekten die Energiewende an der Hochschule Offenburg schaffen. ©privat

Die Hochschule will Vorreiter bei der Energiewende sein: Bis in fünf Jahren will man möglichst viel Energie selbst erzeugen und auch selbst nutzen. Die Herausforderung: saisonale Schwankungen auszugleichen. 
 

Je früher, desto besser: Die Hochschule Offenburg will Tempo machen und bereits in fünf Jahren möglichst viel ihrer benötigten Energie selbst erzeugen. Baden-Württemberg strebt über das Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes bis zum Jahr 2050 eine Minderung des CO2-Ausstoßes im Land um 90 Prozent an – und öffentliche Gebäude sollen hierfür Beispiel geben. Unter dem Titel „Zero Emission Campus 2025“ (ZEC 2025) plant eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Matthias Günther nun, die Hochschule so auszustatten, dass sie sowohl wenig Energie aus dem Netz beziehen muss als auch wenig ins Netz einspeist.

Strom vom Dach

„Der erste Schritt heißt für uns Photovoltaik (PV) aufs Dach“, sagt Günther. Am einfachsten sei es, die Dächer der Gebäude D und E damit auszustatten. Die wichtigste Fläche ist aber der Parkplatz: „Auf ihm soll möglichst viel PV untergebracht werden.“ Nächste Woche hat Günther einen weiteren Vor-Ort-Termin mit einem Unternehmen,  das die Möglichkeiten einer PV-Belegung des Areals begutachten soll. „Mit der Nutzung des Gelände lebt oder stirbt die Idee“, bis 2025 mit dem Projekt schon fertig zu sein: „Über die PV-Anlage auf dem Parkplatz könnten bis zu etwa 40 Prozent der erforderlichen Energie erwirtschaftet werden“, sagt Günther. 

Möglich soll die Realisierung von ZEC2025 auch werden, weil Erkenntnisse aus den Forschungsgruppen der Hochschule einfließen. Beispielsweise sollen an der Hochschule entwickelte, besonders umweltfreundliche PV-Paneele zum Einsatz kommen – ohne Plastik und Kleber. Zudem wird darüber nachgedacht, einen Teil der Module die Sonne verfolgen zu lassen: Je nach Lichteinfall kann sie sich positionieren, um möglichst viel Licht zu absorbieren.

Gravierende Schwankungen

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Sobald dann auch die Dächer von D- und E-Gebäude eine PV-Anlage haben, lohnt sich eine Speicherbatterie. „Denn selbst wenn die Erträge den Bedarf der Hochschule rein rechnerisch decken, gibt es ja tägliche, und – gravierender noch – saisonale Schwankungen“, so der Projektleiter. Rund 1,7 Gigawattstunden Strom benötigt der Hauptcampus der Hochschule jährlich, dazu zwei Gigawattstunden Wärme. 

Fassaden verkleiden: „Beide Parameter werden sich allerdings verschieben“, so der Experte. Man hofft, nach der Sanierung der Gebäude B und C nur noch die Hälfte an Wärme zu brauchen. Zudem sollen auch die Fassaden der beiden Gebäude mit PV verkleidet werden – außer vielleicht im Norden. Sie könnten also einen Teil der erforderlichen Energie für sich selbst liefern.

Steigender Strombedarf

„Andererseits rechnen wir mit einem steigenden Strombedarf“, so Günther. Unter anderem deshalb, weil man auch auf Wärmepumpen setzt oder Wasserstoff gewinnen will. Beides soll helfen, den Winter zu überbrücken. Denn während man im Sommer vermutlich reichlich Energie bekommt, wird es in der sonnenarmen Jahreszeit schwieriger. Insbesondere die gasförmige Speicherung der Energie scheint hierfür interessant.

Aus Sicht der ZEC-2025-Arbeitsgruppe könnte auch ein kleineres Windrad sinnvoll sein, um den Wind durch Rhein- und Kinzigtal zu nutzen und gerade auch im Winterhalbjahr mehr Energie zu erzeugen. Inwieweit und in welcher Form dies realisierbar ist, muss aber noch untersucht werden.

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