»Gesamtstrategie Zuwanderung«

Integration fördern: Kreistag unterstützt weitere Projekte

Redaktion
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11. November 2018

Landrat Frank Scherer (rechts) im Gespräch mit Zuwanderern der vorläufigen Unterkunft am Sägeteich in Offenburg im April 2016. ©Landratsamt Ortenaukreis

Der Kreistag des Ortenaukreises hat die Fortschreibung der »Gesamtstrategie Zuwanderung« in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag, einstimmig beschlossen. Für die umgesetzten und angestoßenen Maßnahmen gab es viel Lob vonseiten der Fraktionen.

Um die zugewanderten Menschen in der Ortenau bestmöglich zu integrieren, hat Landrat Frank Scherer bereits zu Beginn der Flüchtlingswelle, im Herbst 2015, die Erarbeitung des fachübergreifenden Strategiepapiers initiiert. Das teilt das Landratsamt Ortenaukreis mit. Beim Konzept habe der Kreis die Städte und Gemeinden, Verwaltungen und Institutionen im Kreis ebenso wie ehrenamtliche Flüchtlingshelfer mit einbezogen. 

Der fast 100 Seiten umfassenden Gesamtstrategie mit über 60 Projekten und Maßnahmen in den verschiedensten Lebensbereichen stimmte der Kreistag im November 2016 zu. Aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen und zur Kontrolle der Projektumsetzung sei von Anfang an vorgesehen gewesen, die Gesamtstrategie sukzessive fortzuschreiben. 

Arbeitschwerpunkte gewandelt

Die Arbeitsschwerpunkte, insbesondere auch aufgrund des abrupten Rückgangs der Flüchtlingszahlen, haben sich verschoben. Sei zunächst die Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises im Mittelpunkt gestanden, so seien es nun die Integrationsarbeit und die Anschlussunterbringung.

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Die Fortschreibung der »Gesamtstrategie Zuwanderung« umfasst die Unterbringung und Weiterverteilung von Flüchtlingen, die Arbeit der Kreisverwaltung, den Bereich Soziales und Jugendhilfe, die Integration durch Sprache, Bildung und Kultur, die Integration durch Arbeit sowie die medizinische Versorgung.

50.000 Euro zur Verfügung stellen

Wie von den zuständigen Ausschüssen empfohlen, stimmte das Gremium am Dienstag auch drei weiteren Projekten zu: So unterstützt der Kreistag das Projekt »AGH – Maßnahmen (Arbeitsgelegenheit) für Flüchtlinge« und ruft die kreisangehörigen Kommunen sowie gemeinnützigen Träger auf, zusätzliche geeignete Tätigkeiten für Arbeitsgelegenheiten bereitzustellen.

Außerdem sollen die Offenen Treffs zur Integration von Zuwandererfamilien im Ortenaukreis zunächst bis zum Ende des Geltungszeitraums des nächsten Doppelhaushalts gefördert werden. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von jeweils 50.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 werden im Doppelhaushalt bereitgestellt.

Auch für das »Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund am Ortenau-Klinikum« (ProMO), das Flüchtlingen eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe ermöglicht, sollen für diese beiden Jahre je 50.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund

Umgesetzte Maßnahmen im Rahmen der »Gesamtstrategie Zuwanderung«

  • Ämter- und dezernatsübergreifende Zusammenarbeit intensiviert
  • Die Auslastung in der vorläufigen Unterbringung auf 70 Prozent bis Jahresende 2018 erhöht
  • Wohnflächen von zuvor durchschnittlich 4,5 Quadratmeter auf sieben Quadratmeter angepasst
  • Berücksichtigung sozialer Vorbelastungen und der sozialen Ausgewogenheit bei der Weiterverteilung der Menschen in die Anschlussunterbringung
  • Sicherheitskonzept in Zusammenarbeit mit der Polizei erstellt
  • Einführung einer Rückkehrberatungsstelle in Kooperation mit dem DRK Freiburg zum 1.September 2018
  • Soziale Betreuung durch das Landratsamt mit einem durchschnittlichen Betreuungsschlüssel von 1:110
  • Einrichtung einer Anlauf-, Beratungs- und Koordinationsstelle für Ehrenamtliche durch eine Integrationsbeauftragte
  • Anbindung größerer Gemeinschaftsunterkünfte über den ÖPNV oder Einzelvertragsfahrten zu Schulen sowie Unterstützung für Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf
  • Dezentrale Unterbringungsstrategie für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in stationären und betreuten Gruppen zur Beschleunigung der Integration
  • Kooperation der Jugendhilfe mit Organisationen des Migrationsbereichs zur Wahrnehmung der Aufgaben der Jugendhilfe
  • Dezentrale und flächendeckende VABO-Klassen (»Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse«), die Erhöhung der Beschulungskapazitäten im Bereich VABO sowie die Einrichtung von VABO-Klassen für Analphabeten
  • Einsatz von Bildungskoordinatoren
  • Ausbau der Bildungsangebote für Zuwanderer (Deutschkurse) sowie Kursangeboten für ehrenamtliche Helfer durch die VHS
  • Sicherstellung der medizinischen Vorsorge sowie Impfvorsorge durch zusätzliche, vom Land finanzierte medizinische Fachangestellte

Die »Gesamtstrategie Zuwanderung« steht Bürgern und Interessierten hier im Bereich des Migrationsamts unter dem Suchbegriff »Gesamtstrategie Zuwanderung« zur Verfügung.

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