Systemrelevant

Firma Schnitzer: Intelligent ernähren in Coronazeiten

Autor: 
Michael Haß
Lesezeit 4 Minuten
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29. April 2020

Die Firma Schnitzer in Offenburg nimmt derzeit ihren Versorgungsauftrag sehr ernst, weil Menschen mit Glutenunverträglichkeit und Zöliakie nicht auf andere Lebensmittel ausweichen können. ©Aleksander Avsar/Schnitzer

„Wir sind systemrelevant“ – Ortenauer Firmen, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind: Die Firma Schnitzer in Offenburg produziert Lebensmittel für die gesunde Ernährung.

Ein gesunder Lebensstil ist die Grundlage für Wohlbefinden. Ein wesentlicher Schritt, um der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, ist, auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung zu achten. Das Offenburger Unternehmen Schnitzer produziert und vermarktet hochwertige glutenfreie Brotprodukte und Feinbackwaren in Bioqualität, Haushaltsgetreidemühlen und braut glutenfreies Bier.

Zusätzlich arbeitet Schnitzer über ein sogenanntes Partnerbäckerlizenzsystem mit über 80 Handwerksbäckereien zusammen, die Brote und Backwaren nach Schnitzer Rezeptur aus täglich frisch vermahlenem Getreide herstellen

Seit 50 Jahren ist Schnitzer als erfolgreiches Unternehmen im Bereich gesunder Ernährung aktiv und als Lebensmittelhersteller systemrelevant. „Bezogen auf das Marktsegment, in dem Schnitzer tätig ist, nämlich die Nische der haltbaren Bio-glutenfreien Backwaren, wäre ein Ausfall der Produktion für viele Verbraucher schwer bis überhaupt nicht zu kompensieren“, verdeutlicht Geschäftsführer Matthias Niemann. 

Daher nimmt Schnitzer seinen Versorgungsauftrag sehr ernst und tut alles dafür, den Menschen mit Glutenunverträglichkeit und Zöliakie, die nicht auf andere Lebensmittel ausweichen können, ein breites Sortiment in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.

Die Auswahl an glutenfreien Produkten ist groß. Verschiedene Brotsorten, körnige Paninis, fruchtige, süße und schokoladige Naschereien, nussige Riegel sowie würzige Snacks. Schnitzer sorgt dafür, dass Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeit glutenfrei genießen können. Die Produktpalette beinhaltet außerdem laktose-, soja-, nuss-, ei- und hefefreie Produkte.
Weil das Offenburger Unternehmen großen Wert auf qualitativ hochwertige Zutaten legt, spürt die Produktion in Zeiten der Coronakrise Engpässe bei den Zulieferern.

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„Ob Rohstoffe oder Halbfertigware. Der Markt wird enger, die Nachfrage trifft auf ein reduziertes Angebot. Es finden regelrechte „Kämpfe“ um Rohstoffe statt“, so Matthias Niemann und erzählt, dass die Produktion am Limit arbeitet. Denn aufgrund fehlender Kinderbetreuung und Schulschließungen hat Schnitzer als familienfreundliches Unternehmen den Mitarbeitern viel Flexibilität eingeräumt, was wiederum zu Personalengpässen führte. „Mit Kreativität, enger Abstimmung auf Führungsebene und engagierten Mitarbeitern konnten wir der Krise bisher die Stirn bieten.“

Sehr lange Haltbarkeit

Hamsterkäufe sorgten zusätzlich für Druck auf das Unternehmen. Denn die Produkte von Schnitzer richten sich an Menschen, die keine Wahl haben und sich glutenfrei ernähren müssen. Matthias Niemann weiß auch: „Seit einigen Jahren greifen auch Menschen zu glutenfreien Produkten, die durchaus glutenhaltige Backwaren verzehren könnten, sich aber mit einer glutenfreien Ernährung deutlich besser fühlen.“ Zudem werden in der Krise Schnitzer-Produkte besonders gerne gekauft, weil es sich um Lebensmittel mit sehr langer Haltbarkeit handelt- noch dazu in Bioqualität, ohne Zusätze und ohne Konservierungsstoffe. „Durch Hamsterkäufe haben nun leider auch die Menschen, die an Zöliakie leiden, oft leere Regale vorgefunden.“ Es ging sogar so weit, dass sich die Deutsche Zöliakiegesellschaft (DZG) an die Hersteller glutenfreier Produkte wandte und um ein Statement gebeten hat. „Wir haben sofort reagiert und im Online-Shop Kunden einen Sonderrabatt auf Kartonware eingeräumt, um die schwierige Situation der Menschen etwas zu entspannen und sie mit ihren täglich notwendigen Brotprodukten zu versorgen.“ Steigen die Preise aufgrund der Lieferengpässe? Matthias Niemann geht davon aus. Der Warenfluss sei bereits jetzt empfindlich gestört. „Schnitzer als Hersteller von Spezialernährung ist auf glutenfreie Rohstoffe der höchsten Qualität angewiesen.“ 

Die Rohstoffe stammen teilweise aus Ländern in Kleinasien und Südamerika, die die Krise sehr hart getroffen hat. Aber auch Länder wie Italien, als Reis-Exporteur sehr wichtiger Lieferant für glutenfreie Hersteller, ist in Bedrängnis. „Es braucht nicht viel Weitsicht um vorauszusehen, welche Auswirkungen dies auf die Preise haben wird.“

Wir-Gefühl ist spürbar

Als IFS-Food zertifizierter Lebensmittelproduzent hat Schnitzer einen hohen Sicherheits- und Hygienestandard. Das gesamte Team gibt sein Bestes, um das Unternehmen möglichst unbeschadet durch die Krise zu bekommen. „Wenn dann noch Mitarbeiter aus Verwaltung und Geschäftsführung in der Produktion mithelfen und einen Eindruck bekommen, was gewerbliche Mitarbeiter täglich leisten, dann entsteht ein sehr emotionales Wir-Gefühl. Das ist einer der positiven Aspekte, die ich dieser Situation abgewinnen kann.“

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