Landgericht Offenburg

Investmentbetrüger angeklagt: 1,6 Millionen Euro Schaden

Autor: 
red/ba
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07. Dezember 2018
Falsche Versprechen soll ein 52-Jähriger wissentlich mehreren Ortenauer Anlegern gemacht haben. Der Schaden ist hoch.

Falsche Versprechen soll ein 52-Jähriger wissentlich mehreren Ortenauer Anlegern gemacht haben. Der Schaden ist hoch. ©Symbolfoto: FocusStocker/shutterstock.com

Ein 52-Jähriger soll jahrelang private Anleger betrogen und so einen Schaden von rund 1,6 Millionen Euro verursacht haben. Der Mann habe seinen Opfern vorgegaukelt, das Geld in rentable Solaranlagen in Italien zu investieren – was jedoch nie geschehen sein soll. Jetzt muss er sich vor dem Offenburger Landgericht verantworten.

Ein 52-Jähriger muss sich ab Mittwoch, 19. Dezember, vor dem Landgericht in Offenburg verantworten. Ihm wird Betrug in 57 Fällen vorgeworfen, davon ein Großteil aus dem Ortenaukreis. Der Angeklagte habe die Taten eingeräumt und befindet sich seit Juli 2018 in Untersuchungshaft, schreibt das Landgericht in einer Pressemitteilung.

Der Mann soll mehrere Jahre lang vor allem im südbadischen Raum Darlehen von privaten Kapitalanlegern nach Art eines betrügerischen Schneeballsystems zur Verfügung gestellt bekommen, dabei jedoch einen Schaden von mehr als 1,6 Millionen Euro verursacht haben.

Angebliche Investition in Solaranlagen

Den Privatanlegern soll der Angeklagte vorgegaukelt haben, die Darlehensbeträge in hochrentable Solaranlagen in Italien zu investieren und dabei Zinsen von 10 bis 35 Prozent jährlich bei Anlagefristen von 14 Tagen bis zu einem Jahr zahlen zu können. Eine Rückzahlung sei garantiert gewesen. Der 52-Jährige habe sich als seriöser Geschäftsmann ausgegeben, teilweise auch als Millionär. Damit sei es ihm gelungen, die privaten Anleger zu täuschen.

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Tatsächlich sei der Mann aber bereits seit 2002 in finanziellen Schwierigkeiten gewesen. Die Gelder habe er nicht in Italien angelegt. Stattdessen soll er sie teilweise für seinen eigenen Lebensunterhalt verwendet und teilweise ihm bekannten Dritten überlassen haben, die ihrerseits dem Angeklagten vorgegaukelt hätten, die Gelder rentabel für ihn anzulegen.

Bis zu 150.000 Euro in bar erhalten

Laut Landgericht soll dem Angeklagten bei Abschluss der Verträge klar gewesen sein, dass er die ihm überlassenen Darlehen samt Zinsen nur dann zurückzahlen kann, wenn er weitere Personen findet, die Kapital investieren, das dann zur Erfüllung der Zinsversprechen und der Rückzahlungsansprüche eingesetzt werden könnte – ein klassisches Schneeballsystem.

Angeklagt sind 57 Fälle, in denen Anleger dem 52-Jährigen in der Zeit von Juli 2014 bis Oktober 2018 teilweise wiederholt hohe Bargeldbeträge überlassen haben sollen – bis zu 150.000 Euro, wie das Landgericht schreibt. Der Angeklagte habe insgesamt Gelder von mehr als 1,6 Millionen Euro vereinnahmt. Zwar habe er Rückzahlungen leisten können, dennoch sei den Anlegern ein Verlust von mehr als einer Million Euro entstanden.

Sieben Verhandlungstage sind laut Pressemitteilung des Landgerichts angesetzt, der letzte am 1. Februar 2019.

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