Serie "Wir sind systemrelevant"

J. Schneider Elektrotechnik hält den Strom im Fluss

Michael Hass
Lesezeit 3 Minuten
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05. Juni 2020
370 Mitarbeiter des Familienunternehmens J. Schneider Elektrotechnik fertigen am Standort Offenburg Produkte für die industrielle Stromversorgung – für Windräder, Fotovoltaikanlagen oder Papierfabriken.

(Bild 1/2) 370 Mitarbeiter des Familienunternehmens J. Schneider Elektrotechnik fertigen am Standort Offenburg Produkte für die industrielle Stromversorgung – für Windräder, Fotovoltaikanlagen oder Papierfabriken. ©J. Schneider Elektrotechnik

Serie „Wir sind systemrelevant“ – Ortenauer Firmen, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind. Teil 22: Die J. Schneider Elektrotechnik aus Offenburg stellt Transformatoren her.

Die J. Schneider Elektrotechnik GmbH hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem führenden Anbieter industrieller Stromversorgungen weltweit entwickelt. Ob Transformatoren für Bahnanwendungen oder Photovoltaikanlagen, unterbrechungsfreie Stromversorgungen für Windkraftanlagen, Hochspannungs-Stromversorgungen für Beschichtung von Brillengläsern, Serviceleistungen an Antrieben in Freizeitparks oder Papierfabriken – das im Jahre 1939 gegründete Unternehmen ist ohne Zweifel systemrelevant.

Notstromversorgung

Transformatoren von J.   Schneider sind in Windrädern zu finden, sorgen in Straßenbahnen und Eisenbahnen für die richtige Spannung und bringen Systeme für Wasseraufbereitung und Schmutzwasserreinigung zum Laufen. Zudem sorgt das Unternehmen, das seinen Sitz in Offenburg hat, für unterbrechungsfreie Stromversorgungen in Krankenhäusern und hält damit die Notstromversorgung aufrecht. Auch Brandmeldeanlagen werden von Schneider-Anlagen versorgt, damit sie im Notfall einwandfrei funktionieren.

Gegründet wurde das Unternehmen 1939 von Johann Schneider als Reparaturwerkstatt für Motoren. Unter Seniorchef Karl Schneider wurde der Wandel vom Handwerksbetrieb zum modernen Industriebetrieb vollzogen. Mit der Neustrukturierung um die Jahrtausendwende hat er das Unternehmen für die Zukunft erfolgreich neu aufgestellt. Heute leiten Tochter Bettina Schneider als Geschäftsführende Gesellschafterin und Geschäftsführer Rolf Anti das Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Transformatoren, Unterbrechungsfreie / Hochspannungs- und Plasma-Stromversorgungen und dem Service-Center Elektrische Antriebe. 370 Mitarbeiter beschäftigt J. Schneider in drei Werken in Offenburg. 

Hier entwickeln und fertigen sie Geräte für die sichere und konstante Stromversorgung – vom Transformator bis zur elektronischen Stromversorgung. Außerdem warten und reparieren 30 Facharbeiter Antriebe und Motoren und entwickeln moderne Antriebskonzepte für die Kunden in aller Welt.

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Was hat sich beim Unternehmen J. Schneider in Elgersweier mit der Corona-Krise verändert? „Wir haben frühzeitig eine Kommission gebildet, die sich ständig mit der sich verändernden Situation auseinandergesetzt und die entsprechenden Maßnahmen veranlasst hat“, so Bettina Schneider und zählt die Maßnahmen auf: Einhaltung von Hygieneregeln sowie Abstandsgebots, Entzerrung der Arbeitsplätze durch Homeoffice und Schichtbetrieb, Änderung der Arbeitszeiten, um ein Aufeinandertreffen der Schichten zu vermeiden, Schließung der Kantinen bis hin zur Maskenpflicht, wenn Mitarbeiter die 1,5 Meter Abstandsregel nicht einhalten können.

„Derzeit haben wir für das Service-Center Elektrische Antriebe Kurzarbeit eingeführt, da wir hier zum einen etliche Kunden im Elsass haben, die im Moment nicht bedient werden können. Außerdem gehören zu unseren Kunden viele regional ansässige Automobilzulieferer, die sich derzeit selbst in Kurzarbeit befinden.“

Für die anderen Geschäftsbereiche hat J. Schneider Kurzarbeit vorbereitet und angemeldet, falls es zu Engpässen in der Lieferkette oder aber zu Absatzproblemen kommen sollte. 

Familiäre Werte

Trotz der Krise sorgt das mittelständische Familienunternehmen für gute Ausbildung. „Nur mit gut aus- und weitergebildeten Mitarbeitern können wir innovative Produkte entwickeln und produzieren sowie Dienstleistungen erbringen“, ist sich Rolf Anti sicher und betont die Weitergabe und Einhaltung familiärer Werte wie den respektvollen und partnerschaftlichen Umgang miteinander. Maßnahmen für Betriebliches Gesundheitsmanagement wie Präventionskurse, Wasserspender, Bike-Leasing, Grippeschutzimpfungen und Desinfektionsspender, die bereits vor Corona eingeführt wurden, kommen den Mitarbeitern zu Gute. Bettina Schneider ist sich sicher: „Die Wirtschaftskrise ist zwar ein tiefer Einschnitt. Wettbewerbsvorteile vor der Krise werden aber auch Stärken nach der Krise sein.“
 

Info

J. Schneider Elektrotechnik GmbH

◼ Geschäftsführung: Geschäftsführende Gesellschafterin Bettina Schneider, Geschäftsführer Rolf Anti
◼ Beschäftigte: 370
◼ Auszubildende: 25
◼ Gründungsjahr: 1939
◼ Standort: Offenburg
www.j-schneider.de

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