Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg

Junge Forscherin ausgezeichnet für Studien zu Leukämie

Autor: 
Victoria Hof
Lesezeit 3 Minuten
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21. Juni 2021
Gemeinsam gegen den Krebs bei Kindern (von links): Bernd Rendler, Vorstand des Fördervereins für krebskranke Kinder, Preisträgerin Miriam Erlacher sowie Wolfgang L. Obleser, Vorstand Förderverein, bei der Übergabe des Forschungspreises am Freitagabend im Europa-Park. 

Gemeinsam gegen den Krebs bei Kindern (von links): Bernd Rendler, Vorstand des Fördervereins für krebskranke Kinder, Preisträgerin Miriam Erlacher sowie Wolfgang L. Obleser, Vorstand Förderverein, bei der Übergabe des Forschungspreises am Freitagabend im Europa-Park.  ©Linda Schüle / Förderverein krebskranke Kinder

Der Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg hat seinen mit 10 000 Euro dotierten Forschungspreis an die Freiburger Krebsforscherin Miriam Erlacher verliehen.

Der drückenden Hitze zum Trotz war der Andrang im Ballsaal des Europa-Parks am Freitagabend groß: Zum insgesamt dritten Mal wurde der mit 10 000 Euro dotierte Forschungspreis vom Kuratorium des Fördervereins für krebskranke Kinder in Freiburg verliehen. In diesem Jahr ging der Preis an Nachwuchsforscherin Miriam Erlacher. Ihre Studien und experimentellen Arbeiten zum sogenannten „programmierten Zelltod“ und dessen Zusammenhang mit der Entstehung einer Leukämie habe die Forschung ein großes Stück vorangetrieben, hieß es zur Begründung.

Vor der Bekanntgabe der Preisträgerin stellte Vorstandsmitglied Bernd Rendler die Arbeit des Fördervereins und die Idee des Forschungspreises vor. Er bedankte sich bei seinem langjährigen Vorstandskollegen Wolfgang L. Obleser, der das Preisgeld anlässlich seines Rückzugs aus dem Vorstand privat gestiftet habe. Ziel und Hoffnung des Fördervereins sei es, Krebserkrankungen bei Kindern eines Tages ganz zu beherrschen, so Rendler. In ihrer Laudatio betonte Charlotte Niemeyer, Direktorin der Kinderkrebsklinik, besonders die Beharrlichkeit der Preisträgerin Miriam Erlacher. Trotz Rückschlägen habe diese ihre Forschungsziele immer weiter vorangetrieben. Forschungsergebnisse seien zwar immer Teamarbeit, doch brauche es Mediziner wie Erlacher als treibende Kraft, um derartige Erfolge erreichen.

„Auf den Kopf gestellt“

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Miriam Erlacher, die in einem Dorf in Südtirol aufgewachsen ist, habe schon während ihres Studiums an der Universität Innsbruck ihre Leidenschaft für experimentelle Laborarbeit entwickelt. Ihre bereits ausgezeichneten Forschungsergebnisse hätten längst auch das Interesse internationaler Fachmagazine geweckt. „Miriam Erlacher geht keine ausgelatschten Wege, sondern stellt gängige Vorstellungen auf den Kopf“, so Niemeyer in ihrer Rede. Die junge Ärztin sei nicht nur eine exzellente Forscherin und verantwortunsgbewusste Kinder- und Jugendmedizinerin, sondern habe auch stets bemerkenswertes Sitzfleisch, Resilienz und Zielstrebigkeit an den Tag gelegt.

In einem anschaulichen Vortrag stellte die Preisträgerin schließlich ihre Forschungsarbeit vor. Im Labor war die Wissenschaftlerin der Frage nachgegangen, wie der „programmierte Zelltod“ mit der Entstehung einer Leukämie zusammenhängt. Erlacher beschrieb vereinfacht, wie sie zunächst an Mäusen und später auch in menschlichem Blut erkennen konnte, dass Leukämiezellen – anders als bislang angenommen – nicht immer resistent gegen den Zelltod seien. Gezieltes Hemmen des „programmieten Zelltodes“ könnte die Entstehung einer Leukämie sogar verhindern. „Wir können unsere Arbeit im Labor nur machen, weil Sie uns unterstützen“, richtete sich ihr Dank an den Förderverein für krebskranke Kinder.

Der Forschungspreis war vor zwei Jahren an den Freiburger Mediziner Friedrich Kapp verliehen worden, der mit seinen Forschungen an Zebrafischen die Wissenschaftswelt überrascht hatte. Preisträgerin 2016 war die US-amerikanische Medizinerin Akiko Shimamura, die sich unter anderem mit den genetischen Grundlagen der Leukämie auseinandersetzt hatte.

Zur Person

Abschied aus dem Vorstand

Wolfgang L. Obleser, langjähriges Vorstandsmitglied des Fördervereins für krebskranke Kinder, hat sich in Rust altersbedingt aus dem Vorstand verabschiedet. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er vom Förderverein mit einer Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Vorstandsmitglied Bernd Rendler lobte seinen Mitstreiter für dessen große Menschlichkeit im Einsatz für die Familien. Obleser habe dem Förderverein ein Gesicht und eine Stimme verliehen, sowie mit Charme und Beharrlichkeit für kontinuierlichen Mitgliederzuwachs gesorgt. Obleser, der bereits Träger der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ist, wird außerdem eine weitere Ehre zuteil werden: Der Kreativraum im neuen Elternhaus soll seinen Namen tragen. 

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