Kehl

Kehls OB Toni Vetrano kandidiert nicht für eine zweite Amtszeit

Autor: 
red/ba
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
22. April 2021
Mehr zum Thema

Toni Vetrano tritt bei der Wahl Anfang 2022 nicht wieder an. ©Archivfoto: Erwin Lang

Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano wird nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Das gab der 57-Jährige am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung bekannt.

Oberbürgermeister Toni Vetrano wird sich bei der Anfang 2022 anstehenden OB-Wahl nicht um eine weitere Amtszeit bewerben. Das hat der 57-Jährige am Mittwochabend am Ende der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats bekanntgegeben.

Als Gründe für seine Entscheidung nannte er ausschließlich persönliche Motive, schreibt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung: „Die nun seit mehr als einem Jahr andauernde Corona-Zeit und meine Erkrankung im vergangenen Jahr haben dazu geführt, dass ich einen anderen Blick auf das Leben werfe“, wird Vetrano zitiert. Der 57-Jährige hatte sich im Mai vergangenen Jahres einer Operation unterziehen müssen und verbrachte anschließend mehrere Wochen in Reha.

„Entscheidung nicht einfach gemacht“

- Anzeige -

Diese Entscheidung, die er sich „nicht einfach gemacht und vielfach reflektiert habe“, zu diesem Zeitpunkt offenzulegen, „ist ein Gebot der Fairness, damit sich die politischen Verantwortungsträger frühzeitig Gedanken machen, können, wie es in Kehl weitergehen kann und soll“.

Toni Vetranos Amtszeit als Kehler Oberbürgermeister endet am 30. April 2022. „Bis dahin werde ich meine ganze Kraft – so wie ich es bei meiner Amtsübernahme im Mai 2014 versprochen habe – zum Wohle unserer Stadt einsetzen“, erklärte er bei seiner kurzen Ansprache im Gemeinderat.

Der gebürtige Sizilianer wurde im Februar 2014 zum neuen Oberbürgermeister und Nachfolger von Günther Petry gewählt. Im zweiten Wahlgang erhielt Vetrano 82,5 Prozent der Stimmen. Davor war er 13 Jahre lang Bürgermeister von Durbach.

Zitat

Botschaft an die Kehler Bürger

An die Bürger richtet sich Toni Vetrano mit folgender Botschaft auf der Homepage der Stadt Kehl:

„Liebe Kehlerinnen und Kehler,

noch bin nur von wenigen Menschen mit der Frage konfrontiert worden, ob ich im nächsten Jahr wieder zur OB-Wahl antreten werde. Ich habe stets ausweichend geantwortet.

Ich habe deshalb ausweichend geantwortet, weil ich mit mir selber in einen langen – und ich versichere Ihnen – gewiss nicht einfachen Prozess gegangen bin.

Bürgermeister zu sein und dann Oberbürgermeister von Kehl zu sein, ist für mich der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Und was ich in den vergangenen sieben Jahren in diesem Amt hier in Kehl erfahren durfte, war noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte.

Das heißt nicht, dass alles nur eitle Freude war. Natürlich gab es auch schwierige Phasen. Schwierige Phasen, die eine oder andere Verletzung, die eine oder andere Entscheidung, die ich mir anders gewünscht hätte – natürlich – ja. Aber auch das gehört zum Beruf des Oberbürgermeisters dazu.

Ich blicke mit großer Dankbarkeit und mit Demut auf diese gemeinsam mit Ihnen erlebten sieben Jahre zurück. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, wie Sie, die Bürgerinnen und Bürger, mich in dieser Stadt aufgenommen haben. Das wahre Leben ist Begegnung – und ich durfte viele bereichernde Begegnungen mit Menschen in dieser Stadt erleben. Begegnungen, die mir viel gegeben haben und die ich nicht missen möchte.

Und dennoch:

Die nun seit mehr als einem Jahr andauernde Corona-Zeit und meine Erkrankung im vergangenen Jahr haben dazu geführt, dass ich – ich möchte nicht sagen einen völlig neuen – aber doch einen anderen Blick auf das Leben werfe. Es gibt nicht den einen Grund, den ich Ihnen nennen könnte, es ist eine Entscheidung, die über lange Monate in mir gereift ist. Es ist eine Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht, die ich vielfach reflektiert habe. Eine Entscheidung, die mit mir zu tun hat. Zu einem Zeitpunkt, der für mich der richtige ist.

Und so teile ich Ihnen, liebe Kehlerinnen und Kehler, mit, dass ich mich bei der Oberbürgermeisterwahl 2022 nicht mehr bewerben werde.

Meine Amtszeit endet am 30. April 2022. Bis dahin werde ich meine ganze Kraft – so wie ich es bei meiner Amtsübernahme im Mai 2014 versprochen habe – zum Wohle unserer Stadt einsetzen.

Wir haben in einer finanziell schwierigen Situation einen Doppelhaushalt beschlossen – ich werde gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Verwaltung an seiner Umsetzung arbeiten. Wir haben am Ende eines von mir angestoßenen Prozesses ein Stadtentwicklungskonzept mit großem Potential beschlossen: Lassen Sie uns, liebe Kehlerinnen und Kehler, zügig mit der Umsetzung beginnen, lassen Sie uns gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten beginnen, dieses Konzept mit Leben zu füllen.

Ich kann Sie nur bitten: Lassen wir uns gemeinsam nicht davon bremsen, dass ich keine zweite Amtszeit anstrebe. Im Gegenteil: Lassen Sie uns – das ist mein Appell an Sie – das verbleibende Jahr nutzen. Zum Wohle unserer Stadt.“

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

vor 3 Stunden
Zell am Harmersbach
Bei einem Unfall in Zell am Harmersbach wurden mehrere Personen schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Grund war ein 83-jähriger Fahrer, der auf die Gegenspur gekommen und mit einem entgegen fahrenden Auto kollidiert ist. Die Polizei ermittelt.
Anstelle einer amerikanischen Versteigerung wird es eine Tombola mit hochwertigen Preisen geben.
vor 4 Stunden
Nach Corona-Pause
Das größte Volksfest in der Ortenaus findet nach einer zweijährigen Zwangspause wieder statt. Das Orga-Team des Kehler Messdi stellte am Mittwoch die Programmpunkte der viertägigen Veranstaltung vor.
Das Rathaus in Schwanau – wer tritt die Nachfolge des amtierenden Bürgermeisters Wolfgang Brucker an?
vor 4 Stunden
Bürgermeister gesucht
Cüneyt Kilic, der bei der Schwanauer Bürgermeisterwahl auf dem zweiten Platz landete, will sich nicht wieder bewerben.  Andere Kandidaten hingegen wollen weitermachen.
vor 4 Stunden
Ortenau
Angesichts hoher Energiepreise wären laut SWEG eher teurere Fahrkarten nötig. Stammkunden befürchten überfüllte Busse und Züge.
Das Medizinische Versorgungszentrum im ehemaligen Oberkircher Krankenhaus soll eine internistische Praxis erhalten. Doch die Kassenärztliche Vereinigung stellt sich quer.
vor 6 Stunden
Internistische Praxis in Oberkirch
Mit einer internistischen Praxis soll die medizinische Versorgung in Oberkirch verbessert und der Wegfall des Krankenhauses kompensiert werden. Doch der Weg dahin ist voller Hürden.
vor 6 Stunden
Friesenheim
In unserer Serie „Ortenauer Originale“ porträtieren wir Menschen mit dem gewissen Etwas. Heute (91): Mit der „Tierhilfe Désirée“ ist Désirée Henninger aus Friesenheim Schaltstelle für Menschen und Tiere, die sich gegenseitig suchen. Sie ist unermüdlich im Einsatz.
vor 6 Stunden
Inzidenz und mehr
Wie entwickeln sich die Corona-Infektionszahlen im Ortenaukreis? Unsere Übersicht gibt den aktuellen Stand mit Zahlen vom Land und den Kommunen.
Kristina Paleit vom Landratsamt (links) hat die 25. Auflage der Offenen Gartentür organisiert. Die Eröffnungsveranstaltung am Dienstag fand im Rosengarten von Heidi Walter im hinteren Bottenau statt.
vor 7 Stunden
Aktion startet zum 25. Mal
Nicht zuletzt die Pandemie hat den Wert des eigenen Gartens noch mehr betont. Am Sonntag startet zum 25. Mal die Aktion „Offenes Gartentor“. Besucher freuen sich auf Impulse und Gespräche.
Mit den Bögen zur Kontaktverfolgung in Gaststätten nach der Corona-Verordnung sollten Infektionsketten nachverfolgt werden. Deshalb wurde in Gaststätten und Kneipen das ordnungsgemäße Ausfüllen der Nachverfolgungs-Zettel kontrolliert.
18.05.2022
Kehl
Erneut mussten zwei Kehler Gastronomen vor Gericht, weil sie im Sommer 2021 gegen die geltende Corona-Verordnung verstoßen und Kontaktdaten der Gäste nicht vollständig erhoben hatten.
18.05.2022
Großeinsatz in Offenburger Stadtteil
Ein Großbrand hat in der Nacht auf Mittwoch in Albersbösch mindestens sechs Reihenhäuser zerstört. Verletzt wurde niemand, der Schaden geht wohl in die Millionen. Die Schutterwälder Straße musste stundenlang gesperrt werden.
Der bisherige Eigenbetrieb des Ortenau-Klinikums - hier der Standort Offenburg - soll in eine Kommunalanstalt des öffentlichen Rechts überführt werden.
18.05.2022
Ortenau-Klinikum
Für die Umwandlung des Ortenau-Klinikums in eine Anstalt des öffentlichen Rechts hat die Verwaltung des Ortenaukreises eine Satzung vorgelegt. Sie sieht eine stärkere Einbindung der Mitarbeiter vor.
Offenburgs Polizeipräsident Reinhard Renter geht zum 1. Juni in Pension. Er hinterlässt laut Umfrage eine zufriedene Mannschaft. 
18.05.2022
Polizeipräsident Reinhard Renter hört auf
Polizeipräsident Reinhard Renter geht in Pension. Er hinterlässt ein Offenburger Präsidium, das laut Umfragen die im Vergleich zufriedensten Mitarbeiter hat. Im Interview spricht er über das Polizei-Image, seine größten Erfolge und über Respektlosigkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  •  … oder im Hauseingangsbereich – alles wirkt hell und freundlich.
    29.04.2022
    Seit 1. März hat Kiefer Glas eine neue Adresse in Appenweier
    Seit 1. März hat die Kiefer Glas GmbH eine neue Adresse. Das Unternehmen ist ins neue Gewerbegebiet Langmatt - zwischen Appenweier und Urloffen - umgezogen. In dem großzügigen Neubau wurde die neue Werkstätte für Glasverarbeitung modernisiert und automatisiert.
  • Gediegen essen, feiern und genießen: Das LIBERTY in Offenburg ist die perfekte Location. Das Team präsentiert zur Feier des fünfjährigen Bestehens einen prallvollen Eventkalender. 
    22.04.2022
    Im Jubiläumseventkalender geht es jetzt Schlag auf Schlag
    Hotel, Bar, Tagungsort, Eventlocation: Seit 2017 gilt das LIBERTY Offenburg als der Inn-Treff in der weiten Region. Der fünfte Geburtstag wird zusammen mit den Gästen gefeiert: Im Jubiläumsjahr präsentiert das LIBERTY-Team einen prallvollen Eventkalender
  • Janis Lohmüller (li.) und Sebastian Karcher bieten nun auch in Ohlsbach die Möglichkeit, Lagerräume in verschiedenen Größen kurz- oder längerfristig zu mieten.
    15.04.2022
    Flexibles Konzept: LOKA Selfstorage jetzt auch in Ohlsbach
    Mit der Neueröffnung des zweiten Selfstorage können Janis Lohmüller und Sebastian Karcher – LOKA – nun auch Kunden im Raum Offenburg bedienen. Am 24. April wird von 10 bis 12 Uhr zum Schausonntag eingeladen. Räume und Besichtigungstermine sind jederzeit online buchbar.
  • Sieben Autohäuser stellen beim Kehler Automarkt am Samstag und Sonntag, 23. und 24. April, die neuesten Modelle aus. 
    13.04.2022
    Autopark, verkaufsoffener Sonntag und Bürgerfest locken
    Flanieren, informieren, einkaufen und feiern: Das ist am Wochenende, 23. und 24. April, in der Kehler Innenstadt möglich. Es wird ein Festwochenende hoch drei: Die Kehler laden zum 30. Autopark, zum Ortenauer Bürgerfest und zum verkaufsoffenen Sonntag ein.