Sozialausschuss

Kurzzeitpflegeplätze fehlen in der Ortenau

Autor: 
Ines Schwendemann
Lesezeit 3 Minuten
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17. Oktober 2018

Das Landratsamt rechnet mit einem Bedarf von 240 Kurzzeitpflegeplätzen ©dpa

Im Ortenaukreis sollen mehr Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge geschaffen werden. Außerdem fehlt es langfristig an Kurzzeitpflegeplätzen. Das waren unter anderem die Themen im Sozialausschuss. 

Der Sozialausschuss des Kreistags hat am Dienstag einem Konzept der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis (KOA) zugestimmt. Diese möchte mehr Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge schaffen, so das Landratsamt. Landrat Frank Scherer lobte die bisherige Entwicklung in der Ortenau: »Im letzten halben Jahr hat es keinen Netto-Anstieg der Fallzahlen mehr gegeben.« Diese Entwicklung sei nicht nur auf die rückläufigen Zahlen zurückzuführen, sondern vor allem auf den Erfolg der Integration, so Scherer. 

Eine Gefahr bestehe darin, dass die Flüchtlinge, die lange keine Arbeit finden, sich an den Leistungsentzug gewöhnen könnten, bemerkte KOA-Leiter Armin Mittelstädt. Man wolle dem entgegenwirken, indem man das Engagement weiterhin auf hohem Niveau halte. »Unser Konzept richtet sich auch an jene, die aufgrund ihres Bildungsniveaus oder ihrer kulturellen Unterschiede nach Absolvierung aller Sprachkurse nicht in der Lage sind, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden oder andere Maßnahmen aufzunehmen«, berichtete Sozialdezernent Georg Benz. 

Christoph Jopen (SPD) machte den Vorschlag, man solle die Gemeinden bitten, den Flüchtlingen Angebote für Tätigkeiten zu machen. Frank Scherer nahm die Empfehlung  in die Abstimmung mit auf. 

Kurzzeitpflegeplätze rar

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Der Sozialausschuss beschäftigte sich auch mit dem Bedarf an stationären Altenpflegeheimplätzen bis 2025. Der letzte Beschluss sei 2014 gefasst worden, teilte Anskar Hail, der für die Sozialplanung beim Landratsamt zuständig ist, mit. Besonders die Kurzzeitpflegeplätze seien problematisch, es gibt nur wenige. So sind es im Acher-Renchtal 48, im Bereich Kehl 31, in Lahr 66, in Offenburg 64 und im Bereich Kinzigtal 31. Somit ergibt sich für den Zeitraum bis 2025 ein Bedarf von voraussichtlich 240 Kurzzeitpflegeplätzen. Eberhard Roth (FW) merkte an, die Versorgung im Ortenaukreis sei gut, man müsse sich jedoch weiterentwickeln. 

Auch einer Erhöhung der Zuschüsse für die Fachkräfte der Sucht- und Drogenberatung im Ortenaukreis stimmte der Sozialausschuss zu. Der Baden-Württembergische Landesverband für Prävention und Rehabilitation (BWLV) hatte zusätzlich eine halbe Stelle für die Drogenhilfe Lahr sowie eine viertel Stelle für ein Projekt für Kinder von Suchtkranken beantragt. Den Anträgen könne seitens der Verwaltung jedoch nicht entsprochen werden, so das Landratsamt. Man wolle das Thema zu einem späteren Zeitpunkt aufgreifen. Die Stelle für die Kinder von Suchtkranken sehen die Kreisräte als wichtiges Thema an. Christoph Jopen teilte mit, seine Partei sei unzufrieden mit der ablehnenden Haltung gegenüber den Stellen, diese seien dringend nötig.

Das Angebot für Kinder von Suchtkranken sei sehr gering. Er schlägt vor, die Gelder für die beiden Stellen im Haushaltsplan 2019/20 zu berücksichtigen. Georg Benz stellt klar: »Im Landkreis werden 22,75 Stellen gefördert, wir liegen an der Spitze in Südbaden. Man darf nicht vergessen, dass Suchtkranke auch jetzt schon in Betreuung sind, sodass nicht sofort gehandelt werden muss.« Dennoch sei man weiterhin im Gespräch mit der BWLV. Claus Dieter Seufert von den Freien Wählern sagte, es sei sicher, dass die angestrebte Prävention weitaus günstiger für den Landkreis sei als die Folgekosten, die auf den Ortenaukreis zukommen könnten. 

Einem Maßnahmentopf, unter anderem für Menschen mit besonders sozialen Schwierigkeiten, stimmten die Kreisräte zu. Außerdem der Entwicklung eines Teilhabeplans für Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen im Ortenaukreis.

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