Problem nach wie vor groß

Landkreis engagiert sich im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen

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red/js
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02. Dezember 2019

Gewalt gegen eine Frau. ©dpa - Mikko Stig/Lehtikuva/dpa

Das Landratsamt beteiligt sich am Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. Er unterstützt dabei unter anderem den Trägerverein des Ortenauer Frauenhauses finanziell

Der Ortenaukreis hat sich in diesem Jahr an der Aktion der internationalen Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ und am vergangenen Montag vor dem Landratsamt in Offenburg die weithin sichtbare blaue Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamts hervor. „Die Zahlen des Bundeskriminalamts sind schockierend und alarmierend. Häusliche Gewalt gegen Frauen kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor“, sagt Scherer. „Deswegen ist es wichtig, Flagge zu zeigen und häusliche Gewalt gegen Frauen öffentlich zu thematisieren. Denn nur wer hinsieht, kann handeln“, betont der Landrat.

Eine Form der Gewalt

Für Pascale Simon-Studer, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises ist „geschlechtsspezifische Gewalt eine Form der Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung, die eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern verhindert“. Sie würde es sehr begrüßen, wenn durch die Fahnenaktion vor dem Landratsamt die Öffentlichkeit wachgerüttelt werde. „In der Gesellschaft muss ein Umdenken stattfinden“, so Simon-Studer. 

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Als Träger des Frauenhauses Offenburg und der Fachberatungsstelle Häusliche Gewalt sei der Verein „Frauen helfen Frauen Ortenau“ seit fast vier Jahrzehnten Jahren in der Ortenau aktiv, wenn es darum geht, Frauen und deren Kinder, die häusliche Gewalt erleben, zu beraten und zu schützen. „Deshalb unterstützt der Ortenaukreis den Verein finanziell mit 65 000 Euro jährlich“, informiert Scherer. 

Besonderer Schutz

„Kinder sind das schwächste Glied in Familienbeziehungen und benötigen einen besonderen Schutz“, weiß Simon-Studer. Im Landratsamt habe es deshalb bereits sehr gut besuchte Fachtage zu „Kinder und häusliche Gewalt“ gegeben, organisiert von dem Arbeitskreis „Opferberatung im Ortenaukreis“ in Kooperation mit der „Arbeitsgemeinschaft Häusliche Gewalt Offenburg“ und dem Verein „Frauen helfen Frauen“. „Dabei wurden eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Schutz und zur Unterstützung von Kindern in und nach Fällen häuslicher Gewalt sowie verstärkte Maßnahmen zur Prävention vereinbart“, sagt Ullrich Böttinger, Leiter des Arbeitskreises Opferberatung. „Viel zu oft wird das Thema noch totgeschwiegen, sodass Kindern der Weg zu Unterstützung aus Angst, Scham und Unwissenheit versperrt bleibt“, so Böttinger.

„Angebote wie das Hilfetelefon ’Gewalt gegen Frauen’ sind enorm wichtig“, sagt Simon-Studer. In einer Telefon- oder Online-Beratung helfen mehr als 60 qualifizierte Beratende dabei gewaltbetroffenen Frauen, Personen aus deren sozialem Umfeld und Fachkräften – kostenlos, anonym und vertraulich, in 17 Fremdsprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache (• 08000 / 11 60 16 oder www.hilfetelefon.de). 

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