Warme Temperaturen als Ursache

Das Landratsamt warnt vor Borkenkäfern

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red/lse
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12. Juni 2019
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Vom Gegenhang aus sind die Bäume, die vom Borkenkäfer befallen sind, besonders gut zu erkennen.

Vom Gegenhang aus sind die Bäume, die vom Borkenkäfer befallen sind, besonders gut zu erkennen. ©Archivfoto: Reinhold John

Wegen der frühsommerlichen Temperaturen der vergangenen zwei Wochen hat die Schwärmaktivität der Borkenkäfer stark zugenommen. Damit ist das Befallrisiko insbesondere von Fichten und Tannen in allen Höhenlagen des Schwarzwalds enorm gestiegen. Das Landratsamt warnt und erinnert die Waldbesitzer an ihre Pflichten.

»Die Gefahr einer weiteren massenhaften Vermehrung der Borkenkäfer mit dramatischen Folgeschäden für den Wald ist derzeit außerordentlich hoch«, beschreibt Markus Maise vom Amt für Waldwirtschaft des Landratsamts Ortenaukreis die Lage der heimischen Wälder. Sturmschäden sowie der trockene, heiße Sommer im vergangenen Jahr seien Stress für die Bäume gewesen und hätten für einen Anstieg der  Borkenkäferdichte gesorgt, erläutert Maise laut einer Pressemitteilung des Landratsamts. Den milden Winter hätten die Borkenkäfer gut überstanden und nun beste Bedingungen, sich zu vermehren. Die weitere Entwicklung der Käferpopulation und das Ausmaß der Schäden in den Wäldern seien nun vom Wetter abhängig. 

Landeswaldgesetz verpflichtet

»Alle Waldbesitzer sollten deshalb jetzt die Anlage und Entwicklung der ersten Käfergeneration konsequent bekämpfen. Dazu müssen die gefährdeten Nadelholzbestände in der Hauptschwärmzeit wöchentlich auf frischen Befall kontrolliert werden«, empfiehlt Maise. Befallene Bäume müssten die Verantwortlichen schnell fällen und die sogenannte Aufarbeitung vornehmen – so nennt man in der Fachsprache das Zerteilen gefällter Bäume. Wer Wald besitze, sei dazu verpflichtet, erinnert der stellvertretende Leiter des Amts für Waldwirtschaft an die bestehenden Grundpflichten nach dem Landeswaldgesetz. »Das öffentliche Interesse daran, den Wald für die Allgemeinheit und die Umwelt zu erhalten, steht damit grundsätzlich an erster Stelle vor der Vermeidung von wirtschaftlichen Verlusten durch Käferschäden für den einzelnen Waldbesitzer.« 

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Zur Vermeidung einer weiteren Massenvermehrung von Borkenkäfern gibt der stellvertretende Amtsleiter in der Pressemitteilung einige Tipps: Wichtig sei zunächst, dass die Überwinterungsbäume und die Wind-, Eis- und Schneebrüche aus dem Frühjahr weitgehend aufgearbeitet seien. 

Sechs Wochen Zeit

Anzeichen eines Befalls am lebenden Baum sind braunes Bohrmehl, kreisrunde kleine Einbohrlöcher in der Rinde, Harztröpfchen und »Spechtspiegel« – also Stellen, an denen ein Specht die äußere Rindenschicht weggehackt hat – am Kronenansatz der Bäume, außerdem Vergilben und Rötung der Nadeln oder Baumkronen sowie das Abfallen grüner Nadeln. Befallene Bäume sind in aller Regel bei Tageslicht und vom Gegenhang am besten zu erkennen. 

Die Fällung und Aufarbeitung befallener Bäume sollte bis Ende Juni oder Anfang Juli abgeschlossen sein, weil die Entwicklung von der Eiablage über die Larven- und Puppenstadien bis zum Jungkäfer in der Baumrinde je nach Temperatur etwa sechs bis neun Wochen dauert, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ein übersehener Befallsbaum kann in der Folgegeneration den Befall von bis zu 20 weiteren Bäumen verursachen. Von alten, bereits rindenlosen Käferbäumen geht keine Gefahr aus. Alte Käferbäume sind daher nur einzuschlagen, wenn sie ein Sicherheitsrisiko für Menschen darstellen, teilte das Landratsamt abschließend mit.

Info

Hilfestellung bei Käferbefall

Die örtlichen Revierleitungen im Ortenaukreis stehen bei Fragen zur Aufarbeitung, Sortierung, Lagerung, Abtransport und Vermarktung des Holzes sowie zum Hacken und Verwerten von Restholz und Kronenmaterial bis zum eventuell erforderlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beratend zur Verfügung. Eine Übersicht der Revierleitungen ist unter www.ortenaukreis.de/Themen/Wirtschaft-Ländlicher-Raum/Wald/Revierübersicht?&La=1 zu finden. 

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