Aktion der Mittelbadischen Presse

"Leser helfen" 2020: Das wurde durch die Spendenaktion erreicht

Autor: 
Victoria Hof
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27. Februar 2020
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Überwältigt von der Spendenbereitschaft der Ortenauer (von links): Wolfgang Kollmer (Vorsitzender des Vereins »Leser helfen« und Redaktionsleiter der Mittelbadischen Presse), Bernd Rendler (Vorstand Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg), Inge Rendler (Vorstand Förderverein), Elvira Unruh mit der vier Monate alten Lea, Manuela Bitsch (Vorstand Förderverein), Richard Unruh mit den Kindern Ina und Maik, Hans-Peter Vollet (Vorstand Förderverein, Finanzen), Victoria Hof (Redakteurin). ©Iris Rothe

Äußerst erfolgreich verlief die 23. Benefizaktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse: Die stattliche Summe von  216.300 Euro wird für den Bau eines neuen Elternhauses in Freiburg auch dringend benötigt. Der Neubau wird in unmittelbarer Nähe zur neuen Kinderklinik entstehen – so dass Eltern und Geschwister den krebskranken Kindern Tag und Nacht so nah wie möglich sein können. 

Wir sind von Herzen dankbar«, freute sich Bernd Rendler, Vorstandsmitglied des Fördervereins für krebskranke Kinder, bei der Spendenübergabe in Freiburg. »Ihre Leser haben den Grundstein für das neue Elternhaus gelegt, wir sind überwältigt von diesem großartigen Ergebnis«. Stellvertretend für die zahlreichen Spenderinnen und Spender überreichte Wolfgang Kollmer, Redaktionsleiter der Mittelbadischen Presse, im Elternhaus einen Scheck über 216300 Euro an die Vorstandschaft des Fördervereins für krebskranke Kinder. Über 2100 Einzelspenden waren diesmal zu verzeichnen – das sei »rekordverdächtig«, so Kollmer. Das Besondere an »Leser helfen« sei die große Bandbreite von der Fünf-Euro-Spende bis hin zum 10.000-Euro-Firmen-Scheck, den es diesmal gleich zwei Mal gab: Von der Zimmer Group aus Rheinau-Freistett  sowie von Weber Haus in Linx. 

Für Thema sensibilisiert

»Neben der großartigen Spendensumme hat »Leser helfen« uns durch die intensive Berichterstattung auch geholfen, den Förderverein und die wichtige Arbeit des Elternhauses in der Bevölkerung bekannt zu machen«, so Bernd Rendler. Die Menschen seien für das Thema sensibiliert worden, das habe sich in den vergangenen Monaten auch an direkten Spenden an den Förderverein gezeigt. Neben unzähligen kleinen und großen direkten Geldspenden für »Leser helfen« waren wieder viele altbekannte Vereine und Gruppen bereit, Aktionen zu Gunsten der Benefizaktion auf die Beine zu stellen. Sie verkauften Selbstgebasteltes und -gebackenes, luden zu Sportveranstaltungen wie dem Neujahrsschwimmen in Rheinau-Linx oder dem Silvesterlauf in Durbach ein oder ließen sich anderweitig Originelles einfallen, um den Spendenstand nach oben zu treiben. So stellte eine Leserin Aquarelle aus dem Nachlass einer Freundin zur Versteigerung bereit, und ein Paar nutzte das Abschiedsfest ihrer eigenen Pizzeria dazu, ein Spendenkässchen aufzustellen und für den Förderverein zu sammeln. 

Welche Bedeutung das Elternhaus für Familien mit krebskanken Kindern hat, zeigte das Beispiel der Familie Unruh. Die fünfköpfige Familie war zur Spendenübergabe gekommen und berichtete von den vergangenen vier Monaten, in denen das Freiburger Elternhaus zu einem zweiten Zuhause und Zufluchtsort geowrden war. »Es lässt sich nicht in Worte fassen, wie wichtig das Elternhaus für uns in dieser unfassbar schweren Zeit war«, erzählte Richard Unruh. »Ich weiß nicht, wie wir das alles ohne Elternhaus hätten durchstehen sollen.« Die Familie, deren jüngste Kind Lea bereits am ersten Lebenstag einen seltenen Immundefekt diagnostoziert bekam, war im Herbst Hals über Kopf von Fulda nach Freiburg gezogen. Lea bekam dort eine Chemotherapie sowie eine Knochenmarktransplantation. Dank des Elternhauses war es für die jungen Eltern möglich, sich sowohl um die kleine Lea in der Klinik als auch um deren Geschwister zu kümmern, die in der Geschwisterspielstube nicht nur betreut, sondern einfühlsam begleitet wurden. »So sehr wir uns auch freuen, nun bald die Heimreise antreten zu können, so sehr werden wir das Elternhaus auch vermissen«, beschreibt der dreifache Vaterseine Gefühle. »Unsere Dankbarkeit lässt sich weder in Worten noch in Geschenken ausdrücken.« 

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Profitieren indirekt

Auch Oberärztin Brigitte Strahm betonte bei der Spendenübergabe noch einmal die Bedeutung des Fördervereins für die Kinderklinik. »Indirekt profitieren wir in der Kinderklinik vom Förderverein und dem Elternhaus in hohem  Maße«, sagte sie. Was Eltern krebskranker Kinder aushalten müssten, sei oft grenzwertig. Das Elternhaus helfe Familien entscheidend dabei, diese Zeit gemeinsam mit ihren Kindern durchzustehen.

Doch was genau passiert nun mit den Spendengeldern? Der Bau des neuen Elternhauses in unmittelbarer Nähe zur neuen Kinderklinik wird rund zwölf Millionen Euro kosten, die der Förderverein vollständig durch Spenden aufbringen muss. Der Bauantrag für das Elternhaus, das bereits 2022 fertiggestellt sein soll, ist in diesen Tagen gestellt worden. Der Förderverein hat sich für die Planungen stets die Frage gestellt, wie man Eltern und Kindern gerecht wird, die gerade die schwierigste Zeit ihres Lebens durchmachen. Als Oase für betroffene Familien soll der Neubau unmittelbar neben der neuen Kinderklinik entstehen. Vor allem aber soll sich das Elternhaus deutlich von einem Krankenhaus unterscheiden. Denn Abstand zum Klinikalltag sei unbedingt notwendig, damit Eltern Kraft schöpfen können für den meist monate- oder gar jahrelangen Kampf.

 

 

 
Info

Ausblick: Bewerbung für die nächste Benefizaktion

Nach »Leser helfen« ist vor »Leser helfen«: Die seit 1996 jährlich vor Weihnachten laufende Aktion der Mittelbadischen Presse beginnt aufs Neue, wenn die aktuelle Aktion abgeschlossen ist. Ab sofort können sich Einrichtungen, die im sozialen Bereich tätig sind, für die Aktion 2020/21 bewerben. 

Die Bewerbung kann formlos per Mail oder Post erfolgen, das in Frage kommende Projekt sollte jedoch kurz beschrieben und die Notwendigkeit begründet werden. Kommunale Einrichtungen werden nicht berücksichtigt. Die Mitgliederversammlung des Fördervereins »Leser helfen« sichtet die Bewerbungen und entscheidet nach eingehender Beratung und Recherche, welches Projekt zum Zuge kommt. 
Bewerbungen sind möglich an leser.helfen@reiff.de, Auskünfte unter  0781/504-3533.

Hintergrund

Was bisher realisiert werden konnte:

2019    181 500,-€     Frauen helfen Frauen Ortenau 
2018    146 500,- €    Haus des Lebens Rammersweier
2017    164 000,- €    Jugendrotkreuz Offenburg, DRK-Kreisverband Kehl, Pflasterstube Offenburg 
2016    122 100,- €    CJD-Jugenddorf Offenburg
2015    241 300,- €     Förderverein für nierenkranke  Kinder und Jugendliche
2014    142 330,- €    Spastikerverein Offenburg
2013    222 992,- €     Förderverein für krebskranke Kinder
2012    111 111,- €    Oberlin-Schule Kehl-Kork
2011    100 300,- €     Lebenshilfe Offenburg
2010    131 000,- €    Verein Neurokinder Gengenbach
2009    60 500,- €    3 Tagesstätten für psychisch Kranke
2008    113 400,- €    Nachsorgeklinik Katharinenhöhe Schönwald
2007    79 500,- €    Acht Sozialstationen und Tafel Lahr
2006    88 000,- €    Schulkindergarten für Körperbehinderte Offenburg
2005    70 500,- €    Frauenhaus, Kinderschutzbund, Offenburg
2004    111 000,- €    Haus des Lebens Rammersweier, Hospiz Maria Frieden
2003    375 000,- €    Kinderkrebsklinik Freiburg, Rohbau Anbau Elternhaus
2002    295 300,- €    Elterninitiative »Herzklopfen«,  Schiltachs Partnerstadt Geising
2001    61 800,- €    Kinderschutzbund, Dorflädele Kehl, Mukoviszidosegruppe Acher-Renchtal, Disko auf Rädern Haslach
2000    83 900,- €    Sozialpsych. Dienst Kinzigtal, Kinderkrebsklinik Freiburg, Frauenhaus Offenburg, vier Waisenkinder
1999    122 000,- €    Nachsorgeklinik Tannheim
1998     77 900,- €    Spastikerverein Offenburg, DRK Wolfach, Drobs Kehl, Lebenshilfe
1997    83 500,- €    Hospiz Maria Frieden Oberharmersbach, Kinderkrebsklinik Freiburg, Lebenshilfe Kehl, Club 82 Haslach

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