Ortenau

"Leser helfen": Jeder Euro mehr ist gut angelegt

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
09. Dezember 2014

(Bild 1/3) Unnötige Strapazen für nierenkranke Kinder und Jugendliche an der Uni-Kinderklinik Freiburg haben ein Ende. »Leser helfen« hat das mobile Ultraschallgerät finanziert, damit die Patienten nicht mehr durch endlos lang erscheinende Gänge zum einzigen stationären Gerät geschoben werden müssen.

Die »Leser-helfen«-Aktion ist so früh wie noch nie am Ziel. Das 80 000 Euro teure Ultraschallgerät ist finanziert, dafür muss nicht mehr gespendet werden. Trotzdem wäre jeder Euro mehr gut angelegt.

Ortenau. Elke Grösser-Litterst aus Neuried-Altenheim, Vorsitzende des Freiburger Fördervereins »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche«, ist begeistert: »Dass wir das Ultraschallgerät bekommen, hätte ich nie für möglich gehalten.« Das war ihr sehnlichster Wunsch für die nephrologische Abteilung der Uni-Kinderklinik in Freiburg.

Der Grund: Es steht nur ein stationärer Ultraschall zur Verfügung, Kinder, zum Teil frisch operiert oder an Infusionen hängend, müssen bisher durch endlos lange Gänge geschoben werden. »Diese Strapazen möchten wir den Kindern ersparen«, hatte Oberarzt Martin Pohl zu Beginn der Aktion gesagt. Kinder, die ambulant kamen, mussten wegen dringenderen Fällen sogar heimgeschickt werden.

Die Sparzwänge im Gesundheitswesen führen dazu, dass die Kostenträger keine 80 000 Euro investieren. Diesem Missstand ist Dank der enormen Spendenbereitschaft von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, abgeholfen.

Doch der Verein »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche« kann darüber hinaus jeden Euro gebrauchen. Elke Grösser-Litterst tut sich schwer, weitere Wünsche zu formulieren. Nicht, weil es die nicht gäbe, sondern weil sie nicht als »undankbar« erscheinen möchte.

- Anzeige -

Der kleine Verein mit rund 300 Mitgliedern hat weitere Lasten zu stemmen. Der größte Brocken sind Ferienfreizeiten für die kleinen Patienten. Gehen 25 bis 30 Kinder rund eine Woche auf die Reise, kostet das bis zu 30 000 Euro. Es müssen Quartiere ausgewählt werden, in denen im Falle von Komplikationen ein Nierenzentrum in 30 Minuten erreichbar ist. »Es müssen auch zwei bis drei Pflegerinnen und Pfleger von der Uni-Kinderklinik mitreisen, weil die Kinder nur zu ihnen Vertrauen haben«, erklärt Elke Grösser-Litterst.

Die Klinik stelle das Personal zwar frei, doch den Lohnausfall muss der Verein übernehmen. Acht bis zehn Betreuerinnen und Betreuer für die Kinder, der Reisebus und weitere Kosten summieren sich zusätzlich. Außerdem finanziert der Verein zwei Sozialpädagoginnen.

Silvia Bächle und Kristina Frei leisten wertvolle Arbeit, wenn es darum geht, optimale Betreuung während der Dialysezeiten zu gewährleisten, für sozialrechtliche Fragen in Kindergarten, Schule oder um Lehrstellen zu organisieren. Schließlich hat der Verein eine Wohnung gemietet, damit Eltern und Geschwister in unmittelbarer Nähe sein können. »Wir wären schon froh, wenn wir die Wohnung so gestalten könnten, dass sie anstatt zwei Familien drei nutzen können.«

Wie es in Zukunft weitergeht, kann sie nicht einschätzen. Die Uni-Kinderklinik wird in naher Zukunft in einen Neubau ziehen, sofern das Land die Finanzierung sichert. »Dann ist unsere Wohnung fast zu weit entfernt und wir müssen eine neue, vielleicht viel teurere mieten.« Elke Grösser-Litterst wäre froh, dann ein Polster zu haben. Aber sie sagt auch: »Mehr als das Ultraschallgerät dürfen wir eigentlich nicht erwarten.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Unterkörper entblößt
vor 3 Stunden
Ein Bahnreisender hat sich am Donnerstagmorgen in der Regionalbahn zwischen Freiburg und Offenburg im Intimbereich vor einer Frau entblößt. Zur Tatzeit soll der Exhibitionist blaue Kleidung getragen haben – die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Vorwurf des sexuellen Missbrauchs
vor 6 Stunden
Im Prozess vor dem Baden-Badener Landgericht um den Schwimmlehrer, der mutmaßlich knapp 40 Mädchen sexuell schwer missbraucht haben soll, haben die ersten Zeugen ausgesagt. Außerdem wurde eine Erklärung des Angeklagten verlesen. In dieser sagte der 34-Jährige, er sei genötigt worden, Bilder der...
Ortenau-Reportage
vor 19 Stunden
Zeitungaustragen ist ein ruhiger, aber auch selbstständiger und ausgewogener Job. Volontär Dominik Kaltenbrunn hat eine Zustellerin in Haslach im Kinzigtal auf ihrer Tour begleitet – und eine zugleich erfrischende und beruhigende Erfahrung gemacht.
Archivfoto: Manfred Eckstein versteigert im Offenburger Bahnhof wieder Fundräder.
101 Fundräder
vor 23 Stunden
101 Fundräder kommen bei einer Auktion am Freitag am Bahnhof in Offenburg unter den Hammer. Versteigert werden Räder, Inliner, City Roller und Kinderwagen, die zwischen dem 23. Dezember und 20. Juni auf den Bahnhöfen oder in Zügen gefunden wurden.
Der Angeklagte und sein Verteidiger.
Prozess in Baden-Baden begonnen
19.09.2018
40 Mädchen in 192 Fällen - am Mittwoch hat in Baden-Baden der Prozess gegen einen seit heute 34-jährigen Schwimmlehrer begonnen. Ihm wird der zigfache schwere sexuelle Missbrauch von Mädchen im Raum Baden vorgeworfen. Allein in Achern soll er sich an 15 Mädchen vergangen haben.
Immobilienbesitzer gesucht
19.09.2018
Mit den Hausbesichtigungstagen will die Ortenauer Energieagentur zeigen, wie energetisches Sanieren geht. Noch fehlen allerdings Immobilienbesitzer, die bereit sind, ihre Türen zu öffnen.
Veranstaltung des Landratsamts
19.09.2018
Das Landratsamt bietet eine Familienbildungsfreizeit in Schramberg an. Es steht unter dem Motto "Mut tut gut". 
Die Angeklagte wollte beim Prozessauftakt für die Öffentlichkeit unerkannt bleiben.
Landgericht Offenburg
18.09.2018
Eine Pflegerin soll Ende März versucht haben, die Bewohnerin eines Altenheims zu ersticken. Seit Dienstag muss sich die 49-Jährige nun vor dem Offenburger Landgericht verantworten. Zu den Vorwürfen schweigt die Angeklagte bislang.
Nachgehakt
18.09.2018
Der Lachs ist wieder zurück in der Kinzig. In dem Fluß gibt es wieder eine Population, die sich ohne Hilfe des Menschen vermehrt.
Zu viel Alkohol?
18.09.2018
Die gefährliche Alkoholfahrt eines 64-Jährigen auf der L 103 bei Kappel und im weiteren Verlauf auf der A 5 hat am Montagnachmittag zum Anruf eines besorgten Autofahrers und zu einem Polizeieinsatz geführt.
In Offenburg und Neuried
18.09.2018
Unter Drogeneinfluss, aber ohne Fahrerlaubnis - Verkehrsteilnehmer mit dieser Kombination haben Polizisten des Offenburger Präsidiums am Montag und in der Nacht auf Dienstag in Offenburg und Neuried gleich mehrfach erwischt. 
Handtuch auf Gesicht gedrückt?
18.09.2018
Vor dem Landgericht Offenburg muss sich von heute an, Dienstag, eine Altenpflegerin wegen versuchten Mordes verantworten. Der 49-Jährigen wird vorgeworfen, im März nachts einer damals 87-Jährigen in einem Altenheim in Kehl ein Handtuch auf das Gesicht gedrückt zu haben, um die im Bett liegende...