Interview

»Leser helfen«: Jetzt kann man sich bewerben!

Autor: 
Matthias Jundt
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. Mai 2016
Silvester-Walking, Verkauf von historischen Ausgaben des Offenburger Tageblatts, Neujahrsschwimmen – seit 20 Jahren werden kreativ Spenden gesammelt. Den Vorsitzenden Thomas Reizel (kleines Bild)freut es.

Silvester-Walking, Verkauf von historischen Ausgaben des Offenburger Tageblatts, Neujahrsschwimmen – seit 20 Jahren werden kreativ Spenden gesammelt. Den Vorsitzenden Thomas Reizel (kleines Bild)freut es. ©Ulrich Marx

Die Aktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse sammelt Spenden für Projekte in der Region. In diesem Jahr feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen. Thomas Reizel, seit 2000 Vorsitzender des Vereins, spricht im Interview mit unserer Zeitung über die Höhepunkte der vergangenen zwei Jahrzehnte und über den weiteren Fahrplan für dieses Jahr.

Die »Leser helfen«-Aktion feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Wie wird gefeiert?
Thomas Reizel: Es gibt eine ganze Reihe von Ideen, aber jetzt schon konkrete Termine zu nennen, wäre noch zu früh. Was ich aber sagen kann, ist, dass es wieder eine Reihe von guten Bekannten geben wird. Die Unbekannten Musiker ohne Zukunft  werden eine Oldie-Party veranstalten, der FV Ebersweier wieder einen Silvesterlauf und Weber Haus das Neujahrsschwimmen in der ›World of Living‹. Da wird es etwas Besonderes geben, weil Organisator Hans-Dieter Rahner dieses Neujahrsschwimmen dann vor 30 Jahren ins Leben rief, damals aber noch nicht mit Weberhaus, sondern mit ein paar Freunden.

Es gab viele Spendenaktionen – wie der Verkauf der historischen Ausgaben des Offenburger Tageblatts im vergangenen Winter. Was war ihr Höhepunkt?
Reizel: Für mich ist schön zu sehen, dass viele Freiwillige jedes Jahr mithelfen, Geld für den guten Zweck zu sammeln, sei es durch Aktionen auf Weihnachtsmärkten oder Festen. Ein Highlight gibt es in dem Sinne für mich nicht, weil jede Aktion anders und am Ende immer ein Erfolg war. Gehen wir aber von reinen Zahlen aus, dann war es 2002/2003 mit 375 000 Euro für die Erweiterung des Elternhauses an der Universitäts-Kinderkrebs-Klinik. Dahinter lag vor zwei Jahren mit rund 241.000 Euro der Förderverein für nierenkranke Kinder und Jugendliche.

Worin liegt der Reiz einer »Leser-helfen«-Aktion?
Reizel: Der große Vorteil bei »Leser helfen« ist, dass die Menschen sehen können, dass das Geld in der Region bleibt. Sie können auch nachvollziehen, was mit den Spenden umgesetzt wurde. So wurden für das Aids-Hospiz, Sozialstationen und den Spastikerverein Autos finanziert, die mit Leser-helfen-Logo ausgestattet wurden. Medizinische Geräte, Spielplätze, der Sinnesgarten für die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch sind weitere Beispiele. Das alles hilft den Betroffenen nicht nur einmal, sondern viele Jahre. 

- Anzeige -

Wie sieht der Fahrplan bis zum Auftakt der Aktion aus?
Reizel: Jetzt geht es darum, dass sich Vereine und Institutionen in den nächsten Wochen um die Aufnahme für das Projekt bewerben können, die Kranke, Menschen mit Behinderungen oder Menschen in Not unterstützen. Die Mitglieder von ›Leser helfen‹ entscheiden dann, welches Projekt zum Zuge kommt. Gefördert werden keine kommunalen, sondern gemeinnützige Vereine, die keine Fördermittel für ihre Projekte bekommen. Wichtig ist, dass die Projekte auf Dauer angelegt sind. Es geht also nicht um die Übernahme von laufenden Betriebskosten. 

Ein Baustein ist der Spendenzähler. Warum?
Reizel: Er ist ein Beitrag zur Transparenz. Jeder kann so sehen, ob die eigene Spende und wieviel Geld insgesamt angekommen ist.

Welche waren die außergewöhnlichsten Spenden der vergangenen 20 Jahre?
Reizel: Wir hatten schon Überweisungen von 99 Cent. Da hat vielleicht ein Kind sein Sparschwein geplündert und wollte etwas Gutes tun. Die größte Spende gab es vor zwei Jahren für den Förderverein Nierenkranke Kinder von einer Person, die anonym bleiben wollte über 50 000 Euro. Übrigens: Seit dem vergangenen Jahr kann man auch online spenden.

Wie viele Spenden sind denn insgesamt seit 1996 eingegangen?
Reizel: Bislang konnten wir Vereinen und Institutionen mit rund 2,8 Millionen Euro unterstützen. Es waren rund 40 Projekte.

Kommentare

Damit Sie Kommentare zu diesem Artikel lesen können, loggen Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten ein.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Achern scheint gerettet
vor 16 Minuten
Die Beratungsgesellschaft Lohfert & Lohfert hat ihr Gutachten zur künftigen Struktur des Ortenau-Klinikums am Donnerstag dem Krankenhausausschuss vorgestellt. Die Berater sehen keine Alternative zu einer Reduzierung der Zahl der Klinikstandorte auf drei oder vier.
Räuberische Erpressung 
vor 2 Stunden
Muss ein 40-Jähriger in die Psychatrie? Über diese Frage wird vor dem Landgericht Offenburg entschieden. Der Angeklagte soll letztes Jahr zwei Mal versucht haben, Bankfilialen zu überfallen und habe sich später selbst gestellt – weil er dringend Hilfe brauche. 
Vor dem Landratsamt in Offenburg hat sich Protest gegen mögliche Klinikschließungen formiert.
Ortenau-Klinikum
vor 7 Stunden
Wie geht es mit den Standorten des Ortenau-Klinikums weiter? Christian Keller, Klinikum-Geschäftsführer, hat am Donnerstagmorgen die Ergebnisse des Gutachtens der Hamburger Klinikberatung Lohfert & Lohfert vorgestellt. Vor allem für einen Standort hatte er gute Nachrichten. 
Umleitung war eringerichtet
vor 8 Stunden
Wegen eines liegengebliebenen Lkws war die Straße nach der B33-Abfahrt bei Berghaupten-Marktscheune am Donnerstag mehrere Stunden gesperrt. Eine Umleitung war eingerichtet.
Schlag gegen Menschenhändler
vor 13 Stunden
Bei der bundesweiten Razzia zur Entdeckung eingeschleuster thailändischer Frauen und Transsexuellen wurde auch ein Club in Offenburg durchsucht. Hinweise auf einen illegalen  Aufenthalt der Mädchen fanden die Beamten nicht, allerdings wollte eine Person aussagen.
Forstwirtschaftliche Vereinigung
vor 17 Stunden
Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald (FVS) traf sich zur Hauptversammlung in Fischerbach. Es ging um nichts Geringeres als die Zukunft des Waldes. 
Ortenau-Reportage
18.04.2018
Maximilian Krones hat eine Nacht im Zelt im Offenburger Wald verbracht. Was die Stunden in der Dunkelheit mit ihm angestellt haben, hat er in einer Reportage aufgeschrieben.
Bordell durchsucht
18.04.2018
Die Bundespolizei geht mit Razzien und Festnahmen gegen die Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu vor. Hunderte Frauen sollen aus Thailand eingeschleust worden sein, um als Prostituierte zu arbeiten. Auch ein Bordell in Offenburg wurde durchsucht.
Fach Deutsch
18.04.2018
In den allgemeinbildenden Gymnasien im Südwesten haben am Mittwoch die Abiturprüfungen begonnen. Etwa 33 500 Schüler starteten mit dem Fach Deutsch. In der Ortenau sind es mehr als 1300 Schüler.
Gut zu wissen
18.04.2018
Nach ein paar Bier über den Durst muss das Auto stehen bleiben, das weiß jeder. Aber wie sieht es beim Fahrrad aus? Auch Radfahrer drohen strafrechtliche Konsequenzen – und schlimmstenfalls kann es sogar den Autoführerschein kosten.
Fußball-Roboter bei der WM
18.04.2018
Im Juni will die Forschergruppe um den Fußball-Roboter »Sweaty« der Hochschule Offenburg seinen zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft in Montreal verteidigen. Am Dienstag erläuterte Projektleiter Ulrich Hochberg, mit welchen Neuerungen »Sweaty« an den Start geht.
Realschüler betroffen
17.04.2018
Prüfungsaufgaben bei Lehrern zu Hause – das geht gar nicht. Doch eine Schule in Bad Urach hat das fertig gebracht. Darunter leiden jetzt 40.000 Schüler, die ihre Deutschprüfung statt am Mittwoch mehr als eine Woche später schreiben müssen – auch in der Ortenau.