Offenburg

Leser helfen: »Kein Spielraum für Umbau«

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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04. November 2015
Das Internatsgebäude »Haus Gengenbach« im CJD Jugenddorf Offenburg war Anfang der 1980er ein Meilenstein. Heute genügt es nicht mehr den Anforderungen von Menschen mit Behinderungen und muss innen umgebaut werden.

Das Internatsgebäude »Haus Gengenbach« im CJD Jugenddorf Offenburg war Anfang der 1980er ein Meilenstein. Heute genügt es nicht mehr den Anforderungen von Menschen mit Behinderungen und muss innen umgebaut werden. ©Ulrich Marx

Die Mittelbadische Presse bittet in ihrer Leser-helfen-Aktion um Spenden für das Christliche Jugenddorf in Offenburg. Es geht darum, Zimmer im Internatsgebäude Haus Gengenbach zu sanieren und mit teilweise barrierefreien neuen Bädern auszustatten.

Vor 32 Jahren wurde das CJD Jugenddorf Offenburg eröffnet. Damals entstanden auch Gebäude für Internatsteilnehmer, von denen eines, Haus Kehl, im Jahr 2009 behindertengerechter umgebaut worden ist. Doch im Haus Gengenbach konnte dieser notwendige Umbau noch nicht angegangen werden.

Silvia Müller, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Rehabilitation, erklärt, warum die momentane Situation nicht mehr aktuellen Anforderungen entspricht. Eingangstüren und Treppen stellen für mobilitätseingeschränkte Menschen ein großes Hindernis dar.

Rund 200 000 Euro

Hinzu kommt, dass sich zwei Doppelzimmer eine »Nasszelle« teilen müssen. Im Haus Gengenbach gibt es zwölf Zimmer, von denen »Leser helfen« die Hälfte sanieren möchte. Zudem sollen die Eingangstüren durch Schiebetüren ersetzt und im Hausinneren eine Senk- und Hebebühne installiert werden, damit die Zimmer im Untergeschoss ohne Probleme zu erreichen sind. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 200 000 Euro. Silvia Müller, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Rehabilitation, beschreibt, weshalb auch Zimmer umgebaut werden müssen.

»Früher war der pädagogische Ansatz, für die Bewohner des CJD eine Familienstruktur im Sinne einer Wohngemeinschaft zu schaffen«, erklärt sie. Heute aber sei die Tendenz die, dass einige Bewohner, etwa Menschen mit Epilepsie oder Autisten, neben den Gemeinschafts- und Kreativangeboten auch reizarme Rückzugsmöglichkeiten bekommen.

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Es sei auch nicht mehr tragbar, dass sich vier Menschen mit Einschränkungen ein kleines Bad teilen müssen. Hinzu kommt, dass einige Duschen mit kleinen Mauern ausgestattet sind, die Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen nicht überwinden können.
»Auch der pflegerische Anteil im Wohnbereich wird immer größer«, erläutert Silvia Müller und verweist auf Altenpflegeheime, die auch Doppelzimmer in Einzelzimmer umwidmen müssen: »Die Persönlichkeitsrechte stehen heute in einem anderen Kontext als Anfang der 1980er-Jahre.«

100 Bewohner

Im Wohnbereich des Christlichen Jugenddorfs leben rund 100 Menschen. »Wir sind voll ausgelastet«, sagte die Fachbereichsleiterin. Das Einzugsgebiet des CJD Offenburg umfasst ganz Südbaden und Teile aus anderen Regierungsbezirken in Baden-Württemberg.
Die Namen der Häuser auf dem Gelände des CJD stammen übrigens von Städten, die Patenschaften übernommen haben. Es sind Offenburg (Verwaltungsgebäude), Achern, Gengenbach, Lahr, Kehl und Oberkirch. »Wir wollten möglichen Vorbehalten der Nachbarn entgegenwirken und für Akzeptanz in der Region werben«, ergänzt Jochen Nordau, Leiter des CJD. Deshalb wurden die Städte gebeten, Patenschaften zu übernehmen.

Die Leser-helfen-Aktion der Mittelbadischen Presse bittet darum, für Haus Gengenbach zu spenden. Die Bundesagentur für Arbeit als Kostenträger habe die institutionellen Zuschüsse gekürzt, sodass das Geld wohl für die pädagogische Arbeit und kleinere energetische Sanierungen reicht, aber keinen größeren Spielraum für solche Umbauten lasse.

Hinweis: »Leser helfen« verschickt ab einer Höhe von 200 Euro Spendenbescheinigungen. Voraussetzung ist, dass die Anschrift auf dem Überweisungsträger vermerkt ist. Jeder Spender wird zudem im Spendenzähler genannt (ohne Betragsangabe). Wer nicht erwähnt werden möchte, vermerkt dies bitte.

Stichwort

CJD Jugenddorf

Das CJD Jugenddorf Offenburg ist eine Einrichtung des Christlichen Jugendwerks Deutschlands e. V. Seit der Gründung im Jahr 1983 haben mehr als 2500 junge Menschen mit unterschiedlichsten Förderbedarfen ihre Ausbildung in einem von 25 anerkannten Berufen erfolgreich absolviert. Weitere 2500 Teilnehmer haben sich in verschiedenen Bildungsmaßnahmen auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet. Rund 100 Teilnehmer, die nicht zu Hause wohnen können, leben im »Lernort Wohnen« in den Häusern Achern, Kehl, Oberkirch und Gengenbach. Letzteres muss dringend so barrierefrei wie möglich umgebaut werden. Dafür bittet »Leser helfen« um Spenden. Vorsitzender Thomas Reizel erteilt gerne weitere Informationen unter Telefon 07 81 / 504-4311.

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