Aktion der Mittelbadischen Presse / Ziel: 150.000 Euro

»Leser helfen« startet: Spenden für ein zweites Frauenhaus

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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27. Oktober 2018
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Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, auch in der idyllischen Ortenau nicht. So muss der Trägerverein Frauen helfen Frauen, der das Offenburger Frauenhaus betreibt, jährlich 150 (!) schutzsuchende Frauen aus Platzgründen abweisen. Mit einem zweiten Frauenhaus könnte die Misere gelindert werden – wenn genügend Spenden zusammenkommen.

(Bild 1/3) Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, auch in der idyllischen Ortenau nicht. So muss der Trägerverein Frauen helfen Frauen, der das Offenburger Frauenhaus betreibt, jährlich 150 (!) schutzsuchende Frauen aus Platzgründen abweisen. Mit einem zweiten Frauenhaus könnte die Misere gelindert werden – wenn genügend Spenden zusammenkommen. ©Peter Steffen/dpa

Die Mittelbadische Presse unterstützt mit ihrer 22. Benefizaktion »Leser helfen« das Frauenhaus in Offenburg, das viele Hilfe suchende, misshandelte Frauen aus Platzgründen nicht aufnehmen kann. Deshalb plant der Trägerverein Frauen helfen Frauen Ortenau ein zweites Frauenhaus. Kostenpunkt: 150.000 Euro. Redaktionsleiter Wolfgang Kollmer appelliert deshalb: »Spenden Sie!«

Über drei Millionen Euro haben die Leser der Mittelbadischen Presse in den vergangenen 21 Jahren für wohltätige Zwecke in der Ortenau gespendet. Ob große oder kleine Beträge – alle kamen von Herzen. Dass dies in den kommenden Wochen genauso sein wird, darauf hofft der Förderverein »Leser helfen«, der das Spendenziel von 150 000 Euro zugunsten des Ortenauer Frauenhauses anvisiert hat.

Das Geld geht eins zu eins dem Trägerverein Frauen helfen Frauen Ortenau zu. Der Verein setzt sich seit Jahrzehnten gegen häusliche Gewalt an Frauen und dadurch betroffene Kinder ein. Dazu betreibt er ein Frauen- und Kinderschutzhaus, sowie eine Übergangswohnung. Parallel wird eine Fachberatungsstelle zu häuslicher Gewalt, Zwangsheirat und Stalking unterhalten. 

»Ins Frauenhaus geht niemand freiwillig«, sagt Geschäftsführerin Monika Strauch. Ein oft langjähriges Martyrium gehe voraus, bevor eine Frau den Mut fasse, sich beim Verein zu melden. Umso schlimmer, wenn sie dann keinen Platz mehr findet. Häuser und Beratungsstellen sind bis an die Belastungsgrenze beansprucht. Strauch: »Pro Jahr müssen wir etwa 150 schutzsuchende Frauen, meist mit Kindern, wegen Vollbelegung abweisen.« Das bedeutet, sie in die gefährliche häusliche Situation zurückschicken. 

 

 

Frauenhaus auch Kinderhaus

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Daher hat sich das Frauen-helfen-Frauen-Team ein Herz gefasst und beworben. Die Kapazität des Frauenhauses soll mit Hilfe der Spender auf 20 Plätze für Frauen erweitert werden. Bislang sind es neun Plätze für Frauen und zehn für Kinder. Der Ortenaukreis hat dem Erweiterungsplan zugestimmt. Er übernimmt die laufenden Unterbringungs- und Betreuungskosten, doch der Verein muss für Umbau und Einrichtung zu 100 Prozent selbst aufkommen.

Der große Wunsch: Ausstattung und Möbel für 20 Zimmer, für Gruppenräume und kleine Küchen. Und da ein Frauenhaus auch immer ein Kinderhaus ist, könnte die Spende unserer Leser für Spielräume, Kinderzimmer und für einen Spielplatz im Außenbereich sorgen. Als weiteres Spendenziel wird die Anschaffung von Fahrzeugen genannt. Es gilt jeden Tag Behördengänge, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. Ein bis zwei Fahrzeuge mehr würden das erleichtern. 

Beim Besuch in den Räumen ist weniger als Einfachheit der Einrichtung auszumachen. Da steht etwas verloren ein Kinderbettchen neben dem schmalen Bett der Mutter, Waschmaschinen, Trockner rotieren ununterbrochen. 
Gerade für die Kleinsten, die ganz früh Leid und Angst erfahren, wäre es schön, wenn die Schutzzeit im Frauen- und Kinderhaus eine vielleicht bislang gar nicht gekannte, häusliche Wärme bringt. Ein bisschen wenigstens. Auch hier würde die

Spendenbereitschaft der Leser enorm helfen. Kinder leiden beträchtlich, sie werden Zeuge, wenn der Papa die Mama schlägt, fühlen sich hilflos, verlieren Vertrauen. 

Aus allen Schichten

Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen. Auch in der idyllischen Ortenau nicht, dem Einzugsgebiet des Vereins. Man spricht davon, dass bundesweit jede vierte Frau in ihrem Leben davon betroffen ist. Sie kommt in allen Schichten der Bevölkerung vor.

Damit ein Neuanfang, ein gutes Leben von Familien gelingen kann, dafür steht der Verein Frauen helfen Frauen mit Schutzraum, Beratung, Vorsorge und Begleitung. 
»Ohne das Frauenhaus hätte ich nicht überlebt«, erinnert sich eine ehemalige Bewohnerin. »Ich bin unendlich dankbar für diese Hilfe«, fügt sie an.

Info

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
IBAN DE03 664 900 00 000 2771403

Sparkasse Offenburg/Ortenau
IBAN DE89 664 500 50 0000 530700

Online spenden auf www.leser-helfen.de.

 

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