Ortenau

»Leser helfen«: Walkinggruppe Ebersweier 15 Jahre dabei

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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28. Dezember 2015

©Archivfoto Ulrich Marx

Seit 15 Jahren geht der Erlös des Walking- und Nordic-Walking-Silvesterlaufes des FV Durbach-Ebersweier an die Aktion »Leser helfen«. Weshalb der Silvesterlauf über eine derart lange Distanz in jedem Jahr erfolgreicher wird, erklärt Organisator Helmut Rößler.

Durbach-Ebersweier. Keine Frage, zuerst ist diese Veranstaltung eine sportliche Leistung. Denn beim Silvesterlauf der Walkinggruppe des FV Ebersweier wird der Erlös für »Leser helfen« mit Beinarbeit erwirtschaftet. Die Strecke ist anspruchsvoll mit Steigungen und Gefälle. Doch je nach Fitness können die Teilnehmer eine Vier-, Sechs- oder Sieben-
Kilometer-Route auswählen. Das Startgeld, jeweils fünf Euro, fließt in den Spendentopf.

In diesem Jahr lässt die Walkinggruppe die Sache bereits zum 15. Mal in Folge steigen. Und damit ist sie die treueste »Leser helfen«-Gruppe. Rund 10 000 Euro sind bislang zugunsten der sozialen Projekte erlaufen worden, bilanziert Organisator Helmut Rößler. Der 64-Jährige kann rechnen, er ist im Hauptberuf der Kämmerer der Gemeinde Durbach.

Die Walkinggruppe entstand 1998 im Fußballverein Ebersweier. Von Beginn an ging der Erlös des Silvesterspektakels an soziale Einrichtungen, seit 2002 an »Leser helfen«. Helmut Rößler sagt: »Wir fühlen uns angesprochen, hier finanzielle Unterstützung zu leisten.« Welche Ausdauer braucht es, die Leute über eine derart lange Distanz bei Stange zu halten?

Fester Helferkern

Kein Problem, erklärt Chefmotivator Rößler: »Wir sind ein fester Kern von etwa zehn Helfern, und nicht zuletzt organisiert meine Frau Monika die Logistik des Lauftages.« Zudem sei das Silvesterwalking ein Selbstläufer geworden, freut er sich. Waren es zu Beginn etwa 40, treffen sich heute bis zu 150 Spendenläufer. Um Rekorde, sportliche oder finanzielle, geht es nicht, versichert Rößler. Das olympische Motto zähle, »dabei sein ist alles«.

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Dennoch ist der sportliche Mann seit Tagen im Gelände unterwegs. Die Hinweisschilder an der Strecke müssen angebracht werden, die Laufstrecke führt vom Sportplatz Ebersweier hinauf zur Kreuz­ebene. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird erledigt, schließlich warten Leute aus der gesamten Ortenau, darunter etliche Walkinggruppen, auf das sportliche Spenden.

»Tausend« Sachen zu tun

»Tausend« Sachen müssen besorgt werden, Tische, Bänke, Getränke und etwas zum Futtern. Denn alle Teilnehmer bekommen etwas zurück, darauf legt die Walkinggruppe Wert. Zum Abschluss wird ein Durbacher »Risecco« gereicht, Neujahrsbrezeln und Hefezöpfe sponsern hiesige Unternehmen. Spaß wird von der Walkinggruppe extra geliefert. »Unser Aufwärmtraining zum Beispiel«, erzählt Rößler.

Da muss man sich vorstellen, dass sich alle en bloc bei fetziger Musik aufwärmen, dehnen und strecken. Danach wird der Durbacher Bürgermeister Andreas König sein Grußwort sprechen und den Startschuss abfeuern. Der Lauf findet bei jedem Wetter statt. »Meist bleibt es trocken«, weiß Helmut Rößler aus Erfahrung. Die Urgesteine des Silvesterlaufs freuen sich in jedem Jahr über die bunte Walkinggruppe aus allen Generationen.

Ehrensache ist für den FV Ebersweier etwa, dass vom Vorstand bis zu den Jugendlichen eine starke Mannschaft an den Start geht. Alle Läufer erhalten ein Zertifikat, das sie ihrer Krankenkasse als Bonusgutschein einreichen können. Dazu das doppelte Glücks­gefühl, nämlich fit ins neue Jahr zu starten und im alten noch Gutes getan zu haben

Stichwort

Silvesterwalking

Der 18. Silvesterlauf der Walkingruppe des FV Ebersweier beginnt am Donnerstag, 31. Dezember, um 10.30 Uhr n der Halle am Durbach mit einem Aufwärmtraining. Drei Strecken stehen zur Verfügung, vier, sechs und sieben Kilometer lang. Startgebühr: fünf Euro. Anmeldungen bis Mittwoch, 30. Dezember, bei Helmut Rößler, Durbach-Ebersweier, • 07 81 / 4 26 23
(helmutroessler@t-online.de) oder am Silvestertag direkt an der Halle am Durbach.

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