Ortenau

Matthias Bürkle neuer Dekan

Autor: 
Reinhard Reck
Lesezeit 3 Minuten
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14. November 2007
Foto: Privat - Der neue Dekan Matthias Bürkle.

Foto: Privat - Der neue Dekan Matthias Bürkle.

Der 49-jährige Pfarrer Matthias Bürkle, Leiter der Seelsorgeeinheit Offenburg-Ost, wurde gestern in Gengenbach zum Dekan des neuen katholischen »Großdekanats« Offenburg/Kinzigtal gewählt. Ein wichtiges Anliegen ist ihm die grenzüberschreitende Kooperation mit Straßburg.
Ortenau. Gegen zwei weitere Kandidaten konnte sich Matthias Bürkle gestern bei der Dekanwahl durchsetzen. Beworben hatten sich ebenfalls die Pfarrer Friedbert Böser, Leiter der Seelsorgeeinheit Schutterwald-Neuried, und Martin Wetzel, Leiter der Seelsorgeeinheit Offenburg-Südwest. Der Leiter eines Großdekanats hat im Prinzip Anrecht auf zwei Stellvertreter, wobei diese Stellen aber von der Erzdiözese genehmigt werden müssen. Diese sollen später – wohl im Februar – gewählt werden. Die offizielle Amtseinführung durch den Freiburger Domkapitular Wolfgang Sauer ist für den 18. Januar 2008 terminiert. Bei der erstmals nach einem neuen Modus durchgeführten und von Regionaldekan Bernhard Pfaff geleiteten Wahl waren nicht nur– wie bisher – Priester und Diakone stimmberechtigt. Auch vier Laien aus dem Vorstand der beiden Dekanatsräte sowie Pastoral-, Gemeinde- und Jugendreferenten waren beteiligt. Das Dekanat Kinzigtal wird bis Ende des Jahres von Helmut Steidel (Haslach) geleitet werden. Für das bisherige Dekanat Offenburg war nach dem Weggang von Peter Schnappinger 2006 kein Nachfolger gesucht worden. Die Amtszeit des neuen Dekans dauert sechs Jahre. Bürkle, der in Achern aufgewachsen ist, steht somit dem Dekanat Offenburg/Kinzigtal vor, das vom Durchmesser her gesehen das größte der Erzdiözese Freiburg ist. Es reicht von Schenkenzell im Schwarzwald bis zum Rhein. Es umfasst 16 Seelsorgeeinheiten mit 56 Pfarreien, in denen rund 121 000 Katholiken leben. Die Fusion der bislang selbstständigen Dekanate Kinzigtal und Offenburg wird offiziell zum Januar 2008 vollzogen, wenn Bürkle sein neues Amt antritt. Ferner gibt es die Dekanate Lahr und Acher-Renchtal. Der 49-jährige Geistliche hat in Freiburg und Paris studiert. Nach seiner Kaplanstätigkeit in Konstanz war er zunächst in Salem als Gemeindepfarrer und Schülerseelsorger im Internat des Schlosses Salem tätig, bevor er nach Karlsruhe kam. Im vergangenen Jahr wurde er Leiter der Seelsorgeeinheit Offenburg-Ost, wozu die Pfarreien Hl. Kreuz, Hl. Dreifaltigkeit, Weingarten und Herz-Jesu (Rammersweier) zählen. »Ich freue mich auf die neue Aufgabe«, erklärte gestern Bürkle gegenüber der Mittelbadischen Presse. Ein Dekan habe zwischen der Erzdiözese und den katholischen Gemeinden vor Ort zu vermitteln. Da sehe er auch eine große Chance. Allerdings sei er sich bewusst, dass sich die Lage in einer Schwarzwaldgemeinde möglicherweise ganz anders darstelle als in Kehl. Ein großes Anliegen ist dem frankophilen Geistlichen die Zusammenarbeit mit Straßburg. Schon heute werde er sich mit Vertretern der dortigen Kirche treffen. Für wichtig hält es Bürkle, sich um die Seelsorger zu kümmern. Die Zuständigkeitsbereiche für viele Priester hätten sich in den vergangenen Jahren erweitert und somit die Belastung vergrößert. Es gelte, die Geistlichen vor Ort zu unterstützen. Nach dem neuen Dekanatsstatut sind die Vollmachten der Dekane erweitert worden. Sie werden »vom Klassensprecher zum Rektor« befördert. Sie sind Dienstvorgesetzte der hauptamtlichen Mitarbeiter im Dekanat und leiten die Konferenzen der Einrichtung. Vertrauen stärken Engagieren will sich der Dekan für »niederschwellige Angebote«, um Gläubigen, die der traditionellen Liturgie weniger verbunden sind, ein Forum zu bieten. Dazu zählt Bürkle den Offenburger »C-Punkt«. Angesichts der Tatsache, dass die Dekanatsfusion besonders im Kinzigtal auf Kritik stieß, will er auf die dort lebenden Katholiken zugehen, um ein Zusammenwachsen der vorher getrennten Einheiten zu fördern. Überhaupt biete ein Großdekanat als relativ starke »mittlere Ebene« Möglichkeiten für die Gestaltung des Kirchenlebens.

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