Ortenau

Mehr Angebot: Ortenau beantragt 4 Impfzentren beim Sozialministerium

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24. November 2021
Archivfoto.

Archivfoto. ©Patrick Pleul

Das Landratsamt hat am Mittwoch die Einrichtung von vier Kreisimpfzentren im Ortenaukreis beim Sozialministerium beantragt. Rund 5250 Corona-Impfungen wären so künftig täglich möglich.

Der Ortenaukreis plant, in Offenburg, Lahr, Haslach und Oberkirch Kreisimpfzentren einzurichten. Den entsprechenden Antrag hat das Landratsamt am Mittwoch beim Sozialministerium Baden-Württemberg eingereicht. „In der ersten Novemberhälfte hat sich gezeigt, dass die vorhandenen Impfangebote nicht ausreichen“, erklärt Diana Kohlmann, Dezernentin des Ortenaukreises und zuletzt Leiterin der Ende September geschlossenen Kreisimpfzentren in Offenburg und Lahr. Mit dem Antrag greife der Ortenaukreis die am Freitag vom Land eingeräumte Möglichkeit auf, den Bedarf an zusätzlichen Impfkapazitäten zu melden.

„Wenn wir in der Ortenau eine verlässliche Versorgung möchten, müssen wir das Angebot aufstocken und zwar gerne auch flächig, indem wir in Oberkirch und Haslach noch Angebote schaffen“, meint Kohlmann. In Offenburg soll als Erweiterung zu dem am Montag in Betrieb genommenen Kreis-Impfstützpunkt an der Messe ein Kreisimpfzentrum mit 18 Impfstraßen und einem Zehn-Stunden-Betrieb eingerichtet werden. In den anderen Städten sollen jeweils sechs Impfstraßen nach Möglichkeit ebenfalls in einem Zehn-Stunden-Betrieb eröffnet werden. Während in Offenburg 3000 Impfungen pro Tag möglich sein sollen, seien die drei anderen Standorte für jeweils bis zu 750 Impfungen täglich ausgelegt – so viel wie auch zuletzt in den Kreisimpfzentren.

„Als die Impfzentren Ende September geschlossen wurden, hieß es, die niedergelassenen Ärzte und die mobilen Impfteams übernehmen und ich musste mir anschauen, wie die mobilen Angebote förmlich überrannt werden und genauso der Kreis-Impfstützpunkt, der am Montag eröffnet wurde“, beschreibt Kohlmann die Entwicklung.

Aufbau in zwei Wochen

An allen vier potenziellen Standorten könnte der Kreis laut der Projektleiterin Impfen innerhalb von zwei Wochen die bereits bestehenden Strukturen wiederaufbauen und neue Kreisimpfzentren schaffen – und diese auch personell ausstatten.

„Derzeit gibt es viele kleingliedrige Angebote vor Ort. Diese sind sinnvoll, können die Nachfrage nach Impfungen aber nicht erfüllen. Für uns ist es daher zwingend erforderlich, stationäre Kreisimpfzentren aufzubauen, damit möglichst schnell ein großes Impfangebot geschaffen werden kann“, erläutert Kohlmann. Gestartet werden kann, sobald die Finanzierungszusage des Sozialministeriums vorliegt. Die Prüfung der Anträge sei noch für diese Woche zugesichert worden. Dabei will der Kreis in Offenburg erneut auf die Zusammenarbeit mit der Messe Offenburg bauen. Dort könnte, bei einer Zusage von 18 Impfstraßen, wieder eine größere Halle ausgebaut werden. Für das Kreisimpfzentrum in Lahr ist die Rheintal- oder Großmarkthalle vorgesehen, während in Oberkirch auf die Infrastruktur im ehemaligen Krankenhaus zurückgegriffen werden kann. Auch für Haslach gebe es bereits Angebote der Stadtverwaltung.

Dass die geplanten Impfkapazitäten auch gebraucht werden, steht für Kohlmann außer Frage: „Wir haben noch immer eine Impfquote von nur 70 Prozent und im Mai und Juni haben wir einen Großteil der Impfungen durchgeführt.“ Wenn diese Menschen nun alle eine Drittimpfung in Anspruch nehmen wollen, sei der Bedarf enorm. Wir müssen das System für die jetzt anstehenden Booster-Impfungen wieder hochfahren“, betont Kohlmann.

Ausreichend Personal

Bei der personellen Ausstattung setzt der Ortenaukreis einer Mitteilung zufolge auf „seinen bewährten Mitarbeiterpool innerhalb des Landrats­amts“. Zusätzlich könne zumindest teilweise auf das bereits Anfang 2021 eingestellte Personal zurückgegriffen werden. Vonseiten der Ärzteschaft bestehe eine große Bereitschaft, im Kreisimpfzentrum mitzuarbeiten. Auch gebe es Angebote der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes, die bereits die mobilen Impfteams unterstützen.

„Die Organisation mit den mobilen Impfteams, wie wir sie in den letzten Monaten umgesetzt haben und die in dieser Phase auch passend war, bindet in der aktuellen Situation zu viel Zeit und Personal und ist trotz aller Bemühungen nicht ausreichend. Die bewährten Strukturen der Kreis­impfzentren mit ihren großen Impf-Kapazitäten könnten hier Abhilfe schaffen. Ich bin sehr froh, dass viele der bis Ende September 2021 in den Kreisimpfzentren eingesetzten Kräfte schon wieder ihre Mitarbeit signalisiert haben. Das erleichtert die Planungen ungemein“, macht Kohlmann deutlich.

Hintergrund

Unterschied zum Kreis-Impfstützpunkt

„Ob das Kreisimpfzentrum, Kreis-Impfstützpunkt, regionaler Impfstützpunkt oder wie auch immer genannt wird – das alles sind kommunale Impfmöglichkeiten, die wir in unserem Konzept „Impfstützpunkte“ nennen“, erklärt Markus Jox, Sprecher des Landessozialministeriums. Die Impfangebote würden nach Prüfung vom Land finanziert, diese Prüfung laufe auch für den Ortenaukreis.

Der Unterschied zwischen Kreis-Impfstützpunkt und Kreisimpfzentrum ist laut der Projektleiterin Impfen, Diana Kohlmann, dass die Kreis-Impfstützpunkte von den mobilen Impfteams (MIT) betrieben werden. Das Land habe entschieden, dass wenn MIT in stationären Angeboten eingesetzt werden, diese Angebote dann Kreis-Impfstützpunkt heißen.

Hintergrund

Ärzte sprechen sich für Impfzentren aus

Der Vorsitzende der Kreisärzteschaft des Ortenaukreises, Ulrich Geiger, begrüßt die vom Landratsamt beantragte Einrichtung von vier Kreisimpfzentren. „Der Druck ist da, wir müssen das jetzt zügig auf den Weg bringen“, sagt Geiger. Vor der Booster-Kampagne sei er überzeugt gewesen, dass die niedergelassenen Ärzte die nach der Schließung der Impfzentren noch anfallenden Corona-Schutzimpfungen würden leisten können. Er habe die Schließung der Impfzentren zunächst befürwortet, da deren Betrieb einen großen Personalaufwand darstelle „und man mit den Kräften der Ehrenamtlichen haushalten muss“.

Durch die Drittimpfungen werde die jetzige Impfkampagne indes zu „einer ganz anderen Hausnummer“, findet Geiger. „Wir müssen jetzt umdenken.“ Spätestens wenn die Impfpflicht kommt, brauche es die Strukturen mit den Impfzentren wieder.

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