Ortenau

»Mich beruhigen Pflanzen«

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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04. Dezember 2015

Niklas Emser liebt Pflanzen über alles. Der 18-Jährige aus Kappel-Grafenhausen wird im Christlichen Jugenddorf (CJD) zum Gartenbaufachwerker im Bereich Zierpflanzenanbau ausgebildet und lebt im Internatshaus Kehl, nach dessen Vorbild das Haus Gengenbach umgebaut werden soll. Das ist der große Wunsch des CJD. ©Ulrich Marx

Niklas Emser kommt aus Kappel-Grafenhausen und ist im Christlichen Jugenddorf (CJD) im Bereich Zierpflanzenanbau in Ausbildung. »Leser helfen« unterstützt in diesem Jahr das CJD.

Offenburg. »Diese Pflanzen brauchen Licht für die Photosynthese« erklärt Niklas Emser, als er seinen Ausbildungsplatz im Bereich Zierpflanzenanbau im Christlichen Jugenddorf vorstellt. In seiner Arbeitskleidung – grüne Hose, feste Schuhe – mit Schere, Pikierstab und Stecklingsmesser bewaffnet, macht der 18-Jährige aus Kappel-Grafenhausen einen kompetenten Eindruck.

Doch Niklas ist im ersten Ausbildungsjahr zum Gartenbaufachwerker in der Fachrichtung Zierpflanzenbau. In den großen Gewächshäusern des Christlichen Jugenddorfes lernt er alles über Aufzucht, Pflege und Fertigmachen der Pflanzen, auf die bereits viele Abnehmer warten.

Im Augenblick ist Hochsaison für Weihnachtssterne. »Ich mag meinen Beruf sehr«, versichert Niklas lächelnd. »Mich beruhigen die Pflanzen. Es hat mich schon immer ins Grüne und vor allen Dingen in Gewächshäuser gezogen.«

»Eine neue Erfahrung«

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Als Niklas noch jünger war, habe ihn seine Mutter mit in den Baumarkt genommen, was er zuerst total langweilig fand. »Aber dann stand ich zwischen den ganzen Pflanzen, Blumen und Stauden. Da gab es eine Venusfliegenfalle und Weihrauch«, erinnert er sich. Für Niklas, der wegen seiner Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) schon immer Schwierigkeiten hatte, sich zu konzentrieren, eine neue Erfahrung.

Nach seinem Abschluss auf einer Förderschule hat Nik­las die Sonderberufsfachschule (SBFS) und eine Berufsvorbereitung im Jugenddorf absolviert. Seit er seine Ausbildung begonnen hat, wohnt er im Internatshaus Kehl. »Es ist schön, dass ich ein Zimmer nur für mich habe. Ich brauche Zeit alleine, um mich wohlzufühlen und um den Tag zu verarbeiten«, erklärt er.

Auch Niklas’ Mutter bestätigt, dass sich ihr »Kleiner«, Niklas ist das jüngste von drei Geschwistern, im Jugenddorf wohlfühle. »Ja, sicher«, bestätigt Niklas, »hier bekomme ich Unterstützung, ich habe hier Freunde gefunden und ich kann mich voll auf meinen Unterricht konzentrieren«.
»Nehme viel persönlich«
Was Niklas Emser besonders gefällt ist, dass seine Lehrer und Ausbilder sehr rücksichtsvoll mit ihm umgehen, wenn er etwas noch nicht so gut kann: »Wenn ich Kritik höre, nehme ich mir die ganz schnell zu Herzen, auch wenn ich gar nicht gemeint war, oder ich nehme Korrekturen meiner Arbeit persönlich. Ich lasse dann lieber die Finger davon, als es nochmal zu probieren. Die Ausbilder hier verpacken das für mich aber immer als Vorschläge oder Tipps. Damit komme ich viel besser klar und mache gute Fortschritte.« Niklas möchte weiter an sich arbeiten und die Zeit im Jugenddorf nutzen. Er genieße es, in einem Umfeld, in dem er sich wohlfühlt, gefordert und gefördert zu werden.

Nach der Ausbildung träumt Niklas Emser von einem Arbeitsplatz in einem Park oder auf einem Friedhof: »So viel Grün wie möglich um mich herum, das macht mich glücklich. Genau wie hier auf dem Gelände.« Dafür strengt er sich auch beim Pauken der lateinischen Pflanzennamen an, berichtet das Christliche Jugenddorf. Den Weihnachtsstern – Euphorbia pulcherrima – und 20 andere hat er schon drauf.

Hintergrund

CJD-Jugenddorf Offenburg

Das CJD-Jugenddorf Offenburg ist eine Einrichtung des Christlichen Jugendwerk Deutschlands (CJD)e.V. Seit der Gründung im Jahr 1983 haben in Offenburg mehr als 2500 junge Menschen mit unterschiedlichsten Förderbedarfen ihre Ausbildung in einem von 25 anerkannten Berufen erfolgreich absolviert. Weitere 2500 Teilnehmer haben sich in Bildungsmaßnahmen auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet. Rund 100 Teilnehmer, die nicht zu Hause wohnen können, werden im »Lernort Wohnen« untergebracht, in den Häusern Achern, Kehl, Oberkirch und Gengenbach. Letzteres muss dringend barrierearm umgebaut werden. Dafür bittet »Leser helfen« um Spenden. Vorsitzender Thomas Reizel erteilt weitere Infos unter Tel.  07 81 / 504-4311.tom

Hintergrund

Joro Türen Renchen spendet 5000 Euro

Renchen (tom). Die Firma Joro Türen GmbH in Renchen wird 5000 Euro für »Leser helfen« spenden. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Die Scheckübergabe ist für Freitag, 11. Dezember, terminiert. »Wir haben ›Leser helfen‹ schon einmal unterstützt, da wissen wir, wo das Geld hingeht«, begründete Joro Türen das Engagement. Weitere 3000 Euro werden an den Renchener Verein »Wirbelwind« gehen, der sich im ghanaischen Ort Adaklu für den Bau einer Küche in einem Kindergarten einsetzt. Das Renchener Unternehmen stellt unter anderem Brand-, Einbruchs- und Schallschutztüren her, unter anderem für Hotelanlagen.
Joro hat sich auf die Produktion von Türen für große Objekte spezialisiert, an die ganz besondere Anforderungen gestellt werden. Die Kunden kommen nach Firmen­angaben aus ganz Europa.

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