Förderverein »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche«

»Mir gefällt es hier sehr gut«

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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08. April 2015

(Bild 1/4) ©Silvia Bächle

Der Förderverein »Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche« hat das erste Ziel nach der »Leser-helfen«-Aktion mit einer Ferienfreizeit am Schluchsee bis Karfreitag umgesetzt. Die Mittelbadische Presse war einen Tag dabei.

Schluchsee-Faulenfürst. Lebhaft geht es zu im Haus »Herrenhof«. Rund 20 nierenkranke Kinder im Alter von acht bis fünfzehn Jahren tun das, was andere Kinder auch tun: Sie toben, spielen und basteln. Sie sind ohne ihre Eltern da. »Für unsere Kinder ist eine Freizeit oft die einzige Möglichkeit, wegzufahren. Sie sind sonst immer abhängig von der Klinik oder den Eltern«, erläutert Sozialarbeiterin Silvia Bächle.

An einem Tisch bemalen Kinder T-Shirts, an einem anderen flechten sie Lederschnüre zu Schlüsselanhängern, an einem dritten Tisch schlagen sie in eine Holzplatte nach bestimmten Mustern kleine Nägel, die später mit Fäden umwickeln werden, bis eine Art Gespinst entsteht.
Amelie Breuer aus Offenburg zeigt stolz einen Schlüssel­anhänger: »Ich mache noch einen zweiten«, sagt sie und geht mit Freude an ihr Werk. Unterdessen wartet Max Trahasch aus Lahr darauf, einen Platz am Nagelbrett zu ergattern.

Kaum wird einer frei, zeichnet Max einen Stern auf die Platte und hämmert los. »Mir gefällt es hier sehr gut, ich gehe jeden Tag woanders hin«, erzählt er. Einmal hätten die Kinder ein Bild gezeigt bekommen und mussten den Gegenstand dann im Haus »Herrenhof« suchen und bestenfalls finden.

Dann klatscht Laura Strudel in die Hände und ruft: »So, jetzt machen wir Pause und trinken einen Schluck!« Sie ist eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen aus Freiburg, die die Freizeit begleiten: »Es ist anstrengend, macht aber unglaublich viel Spaß.«

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Die Krankheit soll für die Kinder nicht im Vordergrund stehen, auch wenn die meisten peinlich genau ihre Medikamente einnehmen müssen. Oder, wie Semir Gashi aus Schwanau-Ottenheim, dreimal nach Freiburg mit dem Taxi zur Dialyse müssen. »Dann stimmen wir das Programm so ab, dass er nicht das Gefühl hat, etwas zu verpassen«, berichtet Silvia Bächle. Dann fahren die Kinder nach Freiburg, holen Semir nach der Blutwäsche ab und gehen gemeinsam Süßigkeiten »shoppen«. Das weitere Programm enthielt unter anderem eine Schnitzeljagd, Besuch im Badeparadies bis hin zu Kino mit viel Popcorn.

1000 Euro pro Kind

Eberhard Grösser-Litterst, Ehemann der Fördervereinsvorsitzenden Elke aus Neuried-Altenheim, erklärt, dass die Freizeit am Schluchsee pro Kind und Woche rund 1000 Euro kostet. Denn das Team muss für alle gesundheitlichen Eventualitäten gewappnet sein. Eine Ärztin, zwei Schwestern und Sozialarbeiterin Silvia Bächle werden von der Freiburger Uni-Kinderklinik zwar freigestellt, doch die Kosten muss der Förderverein tragen.

Diese Freizeit kostet den Förderverein dieses Mal kein Geld. Dank der Spenden der »Leser-helfen«-Aktion 2014/15 der Mittelbadischen Presse ist sie finanziert. Übrigens: Auch das wichtigste Ziel, das Ultraschallgerät, ist in Sicht. Silvia Bächle sagt: »Wir haben eines bestellt, doch die Lieferzeit ist relativ lang.«

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