Schwere räuberische Erpressung

Nach Festnahme: 31-jähriger Oppenauer kommt in Offenburger JVA

dpa/Redaktion
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20. Juli 2020
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©Stefan Hättich

Nach der Festnahme des gesuchten 31-Jährigen in Oppenau kam er am Samstag vor den Haftrichter – der erließ einen Untersuchungshaftbefehl und der Mann wurde ins Offenburger Gefängnis gebracht. Die Hauptverhandlung soll laut Staatsanwaltschaft Ende des Jahres beginnen.

Nachdem am Freitag gegen 17.17 Uhr die vorläufige Festnahme des in Oppenau gesuchten 31-Jährigen erfolgte, wurde er am Samstagmittag nach der Vorführung im Amtsgericht Offenburg in die Offenburger Justizvollzugsanstalt gebracht. Das teilen die Staatsanwaltschaft Offenburg und das Polizeipräsidium Offenburg in einer Pressemitteilung mit. 

Der Haftrichter sah einen dringenden Tatverdacht auf schwere räuberische Erpressung und vorsätzlichen unerlaubten Besitz einer Schusswaffe. „Das Strafmaß beträgt dabei zwischen drei und fünfzehn Jahren“, erläutert Kai Stoffregen, Pressesprecher der Offenburger Staatsanwaltschaft, am Samstag. 

Den Beamten zufolge soll er sich die vergangenen Tage durchweg in dem unwegsamen Waldgebiet aufgehalten haben. Darauf deuten erste Ermittlungsergebnisse hin. Unterstützung von anderen Menschen soll er in dieser Zeit nicht erhalten haben. Die Hinweise zweier Zeugen sowie die Fährte eines Spürhundes haben die Polizisten am Freitag auf die Spur des Flüchtigen geführt.

Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft in einem Gebüsch gesessen. Vor ihm lagen demnach sichtbar die vier Pistolen, auf seinem Schoß eine Axt. Der 31-Jährige soll bei der Festnahme mit einer Axt einen SEK-Beamten am Bein verletzt haben, teilt Polizeipräsident Reinhard Renter am Sonntag  mit.

Dieser wurde bei dem Angriff nicht schwer verletzt. Wo Yves R. die Axt her hatte, ist laut Renter bislang nicht bekannt. 

Bei der Festnahme hat die Polizei bei dem 31-Jährigen auch einen Brief gefunden.

Umfassende Aussage

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Den Brief, der bei dem 31-Jährigen gefunden wurde, hat die Polizei ausgewertet. Dabei handle es sich um ein Schreiben, das an seine Angehörigen gerichtet war, falls ihm etwas bei der Flucht zugestoßen wäre, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. „Der Angeklagte hat am Samstag einen psychisch stabilen Eindruck gemacht“, ergänzt Stoffregen.
In seinen umfassenden Angaben gegenüber der Kriminalpolizei äußerte er zudem, dass es sich bei der Schusswaffe, mit der er die Beamten bedrohte, um eine Schreckschusswaffe gehandelt haben soll.

Diese Angaben können laut Pressemitteilung zum jetzigen Zeitpunkt nicht widerlegt werden. Die Untersuchungen hierzu dauern aktuell noch an. Die Hauptverhandlung soll laut Staatsanwaltschaft Ende des Jahres beginnen.

Den vier Polizisten, die von dem Oppenauer am Sonntag vor einer Woche entwaffnet wurden, sind laut Polizei wieder im Dienst und „stabil“. „Sie werden aber weiterhin von uns betreut“, so Renter.
In den sozialen Netzwerken hatten User immer wieder moniert, dass der 31-Jährige doch gar nichts Schlimmes getan hätte und bei der Entwaffnung der vier Polizisten niemand verletzt wurde. Polizeipräsident Reinhard Renter sagt dazu: „Strafrechtlich gesehen hat er ein Verbrechen begangen. Und er war mit vier Schusswaffen der Polizei unterwegs. Im Prinzip war es ein großes Gefährdungspotenzial und wir konnten nicht einschätzen, was er damit macht.“

Die Ermittlungen werden nun fortgeführt. Eine Frage sei, was sich bei der Festnahme abgespielt habe: Neben dem 31-Jährigen wurde dabei ein Polizist leicht verletzt. Zunächst war laut Einsatzleiter Jürgen Rieger unklar, ob sich der Mann leicht gewehrt oder aktiven Widerstand geleistet hat. 

Substanzen konsumiert?

Zudem wird weiter das private Umfeld des Mannes untersucht. Der Mann soll auch von einem Psychiater begutachtet werden – und es wird geprüft, ob er Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel genommen hatte.

Die Polizei hatte in der vergangenen Woche mit großem Aufwand nach dem Mann gesucht, den sie als „Waffennarr“ und „Waldläufer“ bezeichnet hatte, mit knapp 2500 Polizisten, Hubschraubern mit Wärmebildkameras, Spezialkräften und Suchhunden. 

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