Baustellenbesichtigung

Nationalpark-Besucherzentrum soll pünktlich fertig werden

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
07. September 2018
Video starten
Bildergalerie ansehen

Staatssekretärin Gisela Splett (grüner Helm) mit Baudirektor Gerhard Habermann (links), Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl (von rechts) und Bauleiter Monir Elmir beim Baustellenrundgang durchs Nationalpark-Besucherzentrum. ©Iris Rothe

Bei 35,5 Millionen Euro soll Schluss sein: Staatssekretärin Gisela Splett baute gestern beim Baustellenrundgang im neuen Besucherzentrum des Nationalparks gleich vor und erklärte die Mehrkosten mit steigenden Kosten. Die ersten Räume sind erkennbar, 2020 soll alles fertig sein.

Im Nebel auf dem Ruhestein war am Freitag vom »Leuchttumprojekt für Holzbau in Baden-Württemberg« zunächst wenig zu sehen. Zum Baustellenrundgang durch die ersten Funktionsräume und Riegel des neuen Nationalpark-Besucherzentrums hatte Gisela Splett (Grüne), Staatssekretärin für Finanzen, eingeladen. Nach dem frühen Winter sei man mit dem herausragendsten der 40 Holzbauprojekte des Landes wieder im Zeitplan, sagte sie: 2020 soll alles fertig sein.

Und ja, auch die Kosten sollten nun bei 35,5 Millionen Euro bleiben – so wie im Juni verkündet. Optimistisch, den Rahmen des 13 Millionen Euro teurer gewordenen Projekts mit 3400 Quadratmetern Nutzfläche nun einhalten zu können, macht die Staatssekretärin der Umstand, dass »80 Prozent der Gewerke ausgeschrieben sind«. Bei den restlichen 20 Prozent sei man dran, sagte sie und baute Fragen gleich vor, indem sie erklärte, dass es bei vielen Projekten des Landes durch den Bauboom Kostensteigerungen gebe. Beim Nationalpark-Besucherzentrum liegen sie zwischen 35 (Konstruktionen Holz-Stahl) und 71 Prozent (Schindeln).

Ungewöhnlich sei die Baustelle, sagte Monir Elmir von Baumeister-Architekten; die abschüssige Lage sei eine Herausforderungen. Der Bauleiter hat aktuell vier Gewerke mit 15 Handwerkern auf der Baustelle. Unter anderem wird das Dach abgedichtet. »Aber im Hintergrund bereiten 50 Handwerker die Bauelemente vor«, sagte er. Etwa Baubuchenträger aus Holz, die großteils normale Stahlträger ersetzen, Spanplatten und weitere Streben. 

Im Obergeschoss des ersten Riegels roch es nach Holz: Gerhard Habermann, Abteilungsleiter bei Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Pforzheim, führte durch den ersten Abschnitt des Rohbaus, der 2018 abgeschlossen werden soll. Für den Winter stehen der Innenausbau und die Montage der Gebäudetechnik an. 

- Anzeige -

Elemente wie Foyer und Kino sind räumlich schon gut zu erkennen, ebenso der Kreuzungspunkt, an dem die Ausstellung endet. Besucher können von dort aus auf dem sogenannten Skywalk in rund 18 Metern Höhe direkt in die Baumwipfel marschieren, vorbei am 34 Meter hohen Turm.

Dessen Betonfundament ist mitten im Wald zu sehen, der Beton wurde dorthin gepumpt. Die Aufbauten sollen als »Stafette« von Kran zu Kran zum Standort durchgegeben werden, erklärt Bauleiter Elmir. Fertig sein soll er Ende 2019, ebenso die Riegel im Osten.

Infrastruktur kostet

Dann muss das Land zusätzlich noch vier Millionen Euro für die öffentliche Erschließung, zwei Millionen Euro für die Parkplätze und drei Millionen Euro für die Ausstellung in die Hand nehmen.

Thomas Waldenspuhl, Leiter des Nationalparks Schwarzwald, freut sich auf mehr Platz: Zwischen 450 000 und 600 000 Besucher zählt der Nationalpark jährlich. Mit Schulungsräumen, Kino und natürlich der Ausstellung könne man noch mehr Informationen an diese weitergeben. Der Standort mitten in der Natur sei ideal: »Das Zentrum liegt mittendrin, und die Besucher sind ja auch mittendrin: In zehn Minuten erreicht man schon das erste Ziel.«
 

Hintergrund

Lebensgemeinschaften im Fokus

Die Ausstellung wird derzeitgeplant. Elke Osterloh, Leiterin des Infozentrums des Nationalparks, konzipiert die rund 1000 Meter lange Ausstellungsstrecke,
die entlang eines Dreiecks immer tiefer in die Erde führt. 
Im ersten Riegel wird eine Tanne liegen, verrät sie. Diese gibt das Thema vor, das als Leitfaden über der Ausstellung steht: Lebensgemeinschaften.
Der Baum geht diese mit vielen Tieren und anderen Pflanzen ein. Gezeigt wird, wie sie sich über die Jahreszeiten hinweg entwickeln und, ganz spannend, welche unter der Erde – etwa mit Pilzen und Wurzeln – existieren.bek

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
  • 13.02.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
  • 04.02.2019
    Offenburg
    Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
  • 03.01.2019
    Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

vor 2 Stunden
Noch ist die Versorgung gut
Die ärztliche Versorgung in der Ortenau ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBW) statistisch im grünen Bereich. Allerdings sind mehr 65 Prozent der niedergelassenen Ärzte älter als 55 Jahre.
vor 5 Stunden
181.500 Euro
Äußerst erfolgreich verlief die 22. Benefizaktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse. 181.500 Euro bedeuten die vierthöchste Spendensumme in der Geschichte der Aktion. Das ist eine stattliche Summe, die für die Einrichtung eines zweiten Frauenhauses in der Ortenau aber auch dringend benötigt...
vor 7 Stunden
Schwer- und Leichtverletzte
Wegen eines schweren Verkehrsunfalls ist die A5 zwischen Herbolzheim und Rust derzeit voll gesperrt. Ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz, es gibt Verletzte.
vor 10 Stunden
Sozialausschuss
Der Sozialausschuss des Kreistags will dafür sorgen, dass mehr freie Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung stehen. In der Diskussion wurde angeregt, sich gründlich bei den Anbietern umzuhören. Nur so könne man den tatsächlichen Bedarf der teureren Plätze einschätzen. 
vor 23 Stunden
Ortenau
Das neue Europa-Park Hotel Kronasar in Rust wird Ende Mai eröffnet, gegessen wird dort aber jetzt schon.
22.02.2019
Angeklagter war wohl schuldunfähig
Der Angeklagte im Offenburger Arztmord-Prozess muss wohl in eine psychiatrische Einrichtung. Das hatten sowohl Staatsanwaltschaft als auch die beiden Verteidiger von Suleiman in ihren Plädoyers vor dem Offenburger Landgericht gefordert.
22.02.2019
Kommentar von Jens Sikeler
Ortenauredakteur Jens Sikeler setzt sich in seinem Kommentar mit den Konsequenzen aus der psychischen Erkrankung des Angeklagten im Offenburger Arztmordprozess auseinander. 
22.02.2019
Rust
Fast genau ein Jahr nach dem Großbrand wird am 24. Mai im Europa-Park groß gefeiert. Dann wird nicht nur das neue Park-Hotel »Krønåsar« eröffnet, sondern auch der beim Feuer schwer beschädigte Themenbereich Skandinavien. Der Park verspricht zudem eine Überraschung.
22.02.2019
Zusteller-Serie
Sechs Mal pro Woche sind sie nachts bei jedem Wetter unterwegs: die Zusteller der Mittelbadischen Presse Zustellservice KG. Die meisten sprechen von bezahlter Fitness: Die Bewegung und die Konzentration bei der Tätigkeit halten sie fit. Wir stellen einmal pro Monat einen der rund 450 Austräger vor...
22.02.2019
Gegen Schimmel
Anlagenmechaniker an der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg beschäftigten sich mit Präventionsmaßnahmen, um Schimmel vorzubeugen. In Zusammenarbeit mit dem Lahrer Unternehmen Zehnder wurde ein kontrolliertes Be- und Entlüftungssystem gebaut, an dem Auszubildende Funktion und Technik lernen.
21.02.2019
Falsche Behandlung in Klinik
Wegen der falschen Behandlung kurz nach seiner Geburt, soll ein heute vierjähriger Junge an schweren neurologischen Schäden leiden. Jetzt fordert er 100.000 Euro Schmerzensgeld. Ab Montag, 9.30 Uhr, wird der Fall vor dem Offenburger Landgericht fortgesetzt.  
21.02.2019
Ortenau
Ohne öffentliche Veranstaltungen wäre das Vereinsleben nur halb so schön. Damit dabei alles glatt läuft, gibt es jedoch einiges zu beachten, bevor das erste Bier gezapft und der hausgemachte Kuchen angeschnitten werden kann. Das stellt viele Ehrenamtliche vor hohe Hürden.