Leser helfen 2016/17

Neue Aktion startet: Hilfe für drei Organisationen

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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29. Oktober 2016
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Möchten, dass kranke Obdachlose in der Ortenau mobil versorgt werden können (von links): Ute Vogt (Krankenschwester), Bärbel Wahl (AGJ-Fachverband), Heinrich Vogel (Hausarzt im Ruhestand), Kirstin Holst (Zahnärztin), Günter Melle (Mitarbeiter in der Offenburger Pflasterstube) sowie Axel Richter (Vorsitzender des Fördervereins).

(Bild 1/3) Möchten, dass kranke Obdachlose in der Ortenau mobil versorgt werden können (von links): Ute Vogt (Krankenschwester), Bärbel Wahl (AGJ-Fachverband), Heinrich Vogel (Hausarzt im Ruhestand), Kirstin Holst (Zahnärztin), Günter Melle (Mitarbeiter in der Offenburger Pflasterstube) sowie Axel Richter (Vorsitzender des Fördervereins). ©Ulrich Marx

Die Mittelbadische Presse unterstützt in ihrer »Leser helfen«-Aktion in diesem Jahr drei Projekte. Es geht um drei Fahrzeuge, die Obdachlosen in der Ortenau, demenzkranken Menschen im Raum Kehl und dem Jugendrotkreuz in Offenburg zugute kommen sollen. Spendenziel sind 130 000 Euro.

Für den Offenburger Förderverein der Pflasterstube in der Obdachlosenunterkunft St.-Ursula-Heim ist ein Wohnmobil ein Traum. Es soll im ganzen Landkreis, hauptsächlich aber im Raum Kehl, Lahr und dem Acher-Renchtal, unterwegs sein, um Menschen, die auf der Straße leben, eine Anlaufstation zu bieten. »Dabei geht es um eine medizinische Versorgung, aber genauso um eine Duschgelegenheit, eine warme Suppe, Kaffee oder Tee und vor allem darum, Hilfsmöglichkeiten anzubieten«, erklärt Axel Richter, Vorsitzender des Fördervereins. »Viele Obdachlose brauchen dringend medizinische und menschliche Hilfe, haben aber Hemmungen, diese in einer Arztpraxis oder bei Behörden in Anspruch zu nehmen. Deshalb möchten wir zu ihnen kommen«, erklärt Axel Richter. Das Wohnmobil veranschlagt er mit 50 000 Euro.

Für Rollstuhlfahrer

Anita Reuter, Initiatorin von fünf Demenzgruppen im Großraum Kehl (»Café Vergiss-mein-nicht«), wünscht sich ebenfalls ein Fahrzeug, eines, mit dem mindestens vier auf den Rollstuhl angewiesene Gäste, so werden die Cafébesucher bezeichnet, gleichzeitig gefahren werden können. Doch der Fuhrpark des Kehler DRK-Kreisverbands entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen. 

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Die Zahl der Menschen im Rollstuhl wächst. Deshalb müssen die Helfer mit den Autos mehrfach fahren. »Aber das ist ein Problem, vor allem für die Gäste im Café: Sehen sie ein Auto, meinen sie, sie kommen nach Hause. Umso schwerer ist es, ihnen zu vermitteln, dass sie noch warten müssen«, betont Lucia Clauß, Leiterin des Cafés in Kehl-Goldscheuer. Doch auch für die ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre ein neues Auto ein Gewinn. Die Kosten betragen rund 55 000 Euro.

Prekär stellt sich auch die Lage für das Offenburger Jugendrotkreuz dar. Es verfügt über gar kein Auto. Dabei müssen auch junge Mitglieder – sie kommen aus Offenburg, seinen Ortschaften, Durbach, Hohberg, und Ortenberg – mobil sein. »Sie werden unter anderem bei der Oberrheinmesse, bei Blutspenden, Vereinsfesten und überall dort eingesetzt, wo Kinder und Jugendliche von Einsätzen betroffen sein könnten«, erläutert Sascha Koffer, stellvertretender Vorsitzender des Offenburger Ortsvereins.

Hinzu kämen Fahrten zu Ausbildungen, Wettkämpfen und Freizeiten. Dies alles über Fahrdienste zu organisieren, sei schwierig. »Wir wünschen uns einen mehrsitzigen Bus, ein guter gebrauchter wäre für uns schon ein Segen«, sagt Koffer. Er hat als Kosten 25 000 Euro angesetzt. Sascha Koffer legt Wert darauf, dass ein  Missverständnis ausgeräumt wird: »Die Ortsvereine des DRK haben nichts mit dem Rettungsdienst, der vom Land finanziert wird, zu tun. Wir sind wie jeder andere Verein auf Spenden angewiesen.«

Die »Leser helfen«-Aktion möchte alle diese Wünsche in diesem Advent erfüllen und hofft natürlich auf große Spendenbereitschaft der Leser und User.

Stichwort

Spendenbelege

»Leser helfen« stellt bei Spenden ab 200 Euro automatisch Bescheinigungen aus. Sie werden per Post zugesandt. Voraussetzung dafür ist die komplette Anschrift auf dem Überweisungsträger. Jeder Spender wird auch im Spendenzähler genannt. Wer das nicht möchte, vermerkt dies bei der Überweisung oder Einzahlung.

Info

Online-Spenden

Nach der bestandenen Premiere im vergangenen Jahr bietet »Leser helfen« Internetnutzern erneut die Gelegenheit, online zu spenden. Auf der »Leser helfen«-Homepage ist dazu eine Anleitung zu finden. Dieser Service ist in Zusammenarbeit mit der Volksbank Ortenau entstanden.
www.leser-helfen.de

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