Serie Teil 5

Neue Produkte in der Krise

Autor: 
Brigitte Gaß
Lesezeit 3 Minuten
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22. April 2020

Die Firma Hodapp aus Großweier liefert auch Tore für den Hochgeschwindigkeits-Tunnel von Stuttgart 21. ©Hodapp

Ortenauer Firmen, die in der Corona-Krise unverzichtbar sind: Hodapp aus Achern-Großweier, Spezialist für Sicherheitstore

Feuerschutztüren, sicherheitsrelevante Schleusen in Kliniken oder Tore an Feuerwehrdepots - all das muss, ganz besonders in Krisenzeiten, absolut funktionsfähig sein. Das Unternehmen Hodapp aus Großweier ist eine der ersten Adressen, wenn es um individuell gefertigte Tür- und Torsysteme für ganz spezielle und meist auch individuelle Bedürfnisse geht. Und auch deren Wartung, ein Thema, das Geschäftsführer Peter Hodapp im Moment ganz besonders im Fokus hat. „Wir sind mit unseren Service-Dienstleistungen systemrelevant und legen größten Wert darauf, dass alles optimal funktioniert“, erklärt Peter Hodapp.

Weiterhin sei ganz wichtig, die Produktion so weit als möglich am Laufen zu halten, um das 1947 gegründete Familienunternehmen erfolgreich durch die Krise zu steuern. Dafür wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. So wird unter strenger Einhaltung der Abstandsregelungen produziert, sind für die Waren anliefernden Logistiker eigene Toiletten eingerichtet worden, die Reinigungskräfte sind voll aktiv und sorgen für möglichst umfassende Hygiene im Haus.

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„Zudem haben wir schon Mitte März für April und Mai Kurzarbeit angemeldet und ich bin sehr froh, dass unsere Mitarbeiter viel Verständnis dafür zeigen“, so Peter Hodapp. 
Sehr froh ist er über den Großauftrag für Stuttgart 21. Hodapp liefert alle Türen und Tore für den Hochgeschwindigkeitstunnel des Riesenprojekts, denn sein Unternehmen ist das einzige weltweit, das die hohen Anforderungen erfüllt und die Zulassung vom Eisenbahnbundesamt bekommen hat. „Glücklicherweise läuft diese Baustelle, wenn auch mit hohen Sicherheitsvorkehrungen, weiter“, berichtet Peter Hodapp über diese „sichere Bank“. Ansonsten leidet die Produktion unter dem Stillstand vor allem bei den großen Automobilherstellern und deren zahlreichen Zulieferern, die ebenfalls traditionell zum Kundenstamm von Hodapp gehören. Ebenso ruht auf vielen anderen Großbaustellen, für die Hodapp verschiedenste Tür- und Torsysteme liefert und montiert, die Arbeit.
„Dabei könnten wir derzeit noch fast problemlos weiterproduzieren, denn bei den Stahllieferungen gibt es aktuell keine Engpässe. Lediglich bei manchen Elektrobauteilen haben wir Nachschubprobleme“, erklärt der erfahrene Unternehmer, der in den letzten drei Jahren enorm in den Ausbau des Familienunternehmens investiert, neue Märkte erschlossen und inzwischen fünf Standorte in ganz Europa hat.

Und Peter Hodapp wäre kein typischer deutscher Mittelständler, wenn er nicht mit viel Mut, Optimismus und Kreativität auf die Corona-Lage reagieren würde. „Wir nutzen derzeit unsere freien Kapazitäten intensiv für die Entwicklung neuer Produkte und die Optimierung unseres bestehenden Angebots“, beschreibt er seine „Kompensationsstrategie“. Ganz wichtig sei ihm auch, seine Mitarbeiter zu halten und Chancen zu nutzen, neue Fachkräfte für Hodapp zu gewinnen. „Ich bin sicher, dass es nach der Krise rasch wieder sehr gut anläuft, dann brauchen wir jede Hand“, fügt der Chef noch hinzu.

Von der Politik wünscht sich Peter Hodapp Unterstützung speziell für die klassischen Mittelständler mit 50 bis 500 Mitarbeitern: „Hier könnte die Bundesregierung einmal ihr Steuermodell überdenken, das uns Mittelständler gegenüber den großen internationalen Konzernen, beispielsweise Amazon, deutlich benachteiligt.“ 
 

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